Wichtiges Saatgut aus Äthiopien, Indien und China fehlt - inzwischen 500.000 Samenproben in Spitzbergen eingelagert
Oslo - Zwei Jahre nach der Inbetriebnahme des "Weltuntergangstresors" für Saatgut auf Spitzbergen sind dort inzwischen 500.000
Samenproben eingelagert. Die Einrichtung beherberge damit mindestens ein Drittel
der weltweit vorhandenen Varianten von Kulturpflanzensamen, sagte der Leiter des
federführenden Trusts, Cary Fowler, am Donnerstag. Wie berichtet wurde zur Einlagerung der
Samenkörner im Permafrost von Spitzbergen in der Nähe der Stadt
Longyearbyen ein spezielles Gewölbe in einer Eiswand angelegt.
Ziel ist, für den Fall einer globalen Katastrophe eine Art Arche Noah für
Getreidesamen zur Verfügung zu haben. Die 2008 eröffnete Einrichtung soll als
Sicherungssystem für die weltweit 1.400 nationalen Samenbanken dienen, falls
deren Bestände verloren gehen sollten.
Bedeutende Lücken
Fowler erklärte, zwar komme die Samenbank gut voran, doch bestünden noch
bedeutende Lücken in der Sammlung. Unter anderem fehle noch wichtiges Material
aus Äthiopien, Indien und China. Zuletzt trafen eine schimmelresistente
Bohnensorte aus Kolumbien und eine Sammlung praktisch aller Sojabohnenzüchtungen
des vergangenen Jahrhunderts aus den USA auf Spitzbergen ein.
Die Samenkörner sollen Wissenschaftern zufolge bei Temperaturen aufbewahrt
werden, die sie für Hunderte, wenn nicht Tausende Jahre anbaufähig erhalten. An
dem Projekt ist der 2004 gegründete unabhängige Global Crop Diversity Trust
maßgeblich beteiligt. Dieser will vor allem eine dauerhafte Artenvielfalt von
Kulturpflanzensorten sicherstellen. In Spitzbergen sollen schlussendlich bis zu 4,5 Millionen Samenproben von über 100.000 Nutzpflanzen-Arten lagern. (APA/apn/red)