Szene Wien sagt Black-Metal-Konzerte ab

11. März 2010 12:15

Spät wahrgenommener "Geruch von Nazi-Umtrieben" - Kritik der Grünen - "Vienna in War"-Festival reduziert

Wien - Die Szene Wien sagt einen für den 29. März angesetzten Konzerttermin von vier internationalen Bands aus dem Black-Metal-Genre ab, von Taake (Norwegen), Horna (Finnland), Angantyr (Dänemark) und Black Shore Metal (Deutschland).

"Die Szene Wien distanziert sich von allen faschistischen, rassistischen und nazistischen Umtrieben", begründete Szene-Chef Josef "Muff" Sopper. Die Veranstaltung sei von einem externen Partnern organisiert worden, die Szene habe nur als Vermieter fungiert: "Vorerst war nur das Datum fixiert. Wir wussten nicht, welches Package gebucht wurde". Nach Bekanntgabe der Bands habe man diese einer politischen Beurteilung unterzogen und sich schließlich entschieden, den Vertrag zu kündigen: "Es darf nicht sein, dass die Szene Wien mit dem Geruch von Nazi-Umtrieben identifiziert wird."

Auch Urgehal abgesagt

Die Wiener Grünen kritisieren Soppers späte Reaktion - und haben am Donnerstag eine weitere Veranstaltung in der Szene Wien ins Visier genommen. Anfang April sollte die norwegische Metal-Formation Urgehal im Rahmen des Festivals "Vienna in War" auftreten. In deren Songs gebe es antisemitische, antimuslimische und den Holocaust verherrlichende Textzeile. Die Szene Wien prüfte die Vorwürfe und kam zum Schluss, dass auch Urgehal  nicht spielen solle. Der Vertrag mit der Formation werde gekündigt, Musiker und der externe Veranstalter seien bereits informiert, versicherte Sopper. Die Entscheidung sei aufgrund der "fragwürdigen Texte und Inhalte" der Metal-Vertreter - und nach Rücksprache mit dem Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny - gefallen.

Bezüglich der bereits zuvor abgesagte Bands: Laut Marco Schreuder, Gemeinderat der Wiener Grünen, betreibt der Sänger von Horna ein Plattenlabel, auf dem Formationen wie "Endlösung", "Holocaustus" oder "Aryan Blood" veröffentlicht würden. Außerdem habe die Band in Interviews Aussagen wie "auf einer ideellen Ebene funktioniert der Nationalsozialismus sehr gut" getätigt. Taake wiederum hätten in Deutschland für einen Skandal gesorgt, nachdem der Sänger bei einem Konzert mit einem aufgemalten Hakenkreuz auf der Brust erschien. Die Dänen Angantyr veröffentlichen etwa bei Plattenfirmen wie "Total Holocaust Records".

"Wie konnte es dazu kommen?"

"Wie konnte es dazu kommen?", gab sich Schreuder schockiert. Gerade die Szene Wien als großer Subventionsnehmer der Stadt habe die Verpflichtung, ihre Fremdveranstalter im Vorhinein zu überprüfen. "Bekanntlich handelt es sich bei Josef 'Muff' Sopper von Planet Music um einen Mann, der vielen SP-Politikern nahe steht, Bühnen am Donauinselfest organisiert und mit der Gewista-Tochter Kultur:Plakat GmbH das Monopol auf Kulturplakate in der Stadt erhielt." Die Endverantwortung liege immer beim Leiter eines Hauses.

Auch Schreuder-Kollegin Martina Wurzer kritisierte das Vorgehen der Szene Wien: "Gefährlich an Bands wie Horna, Taake und Angantyr ist vor allem ihre Bindegliedfunktion zwischen neonazistischen Gruppierungen und jugendlicher Subkultur. Musikgruppen aus dem Genre des NS-Black-Metal sind damit besonders wichtig für die europaweite Vernetzung der Neonazi-Bewegung." Diesen Bands dürfe in Wien keinesfalls ein Forum geboten werden.

"Blöd auf der Bühne herumgespielt"

Grundsätzlich werde im Black-Metal-Bereich immer wieder mit Symbolen des Nationalsozialismus "blöd auf der Bühne herumgespielt", wenn dies auch nicht immer ideologisch zu verstehen sei, meinte Szene-Betreiber Sopper, der auch für die Bühnen des Gasometer verantwortlich zeichnet. Im betreffenden Fall habe die Szene gar das Innenministerium und den Verfassungsschutz kontaktiert, welche den Auftritt Ende März nicht bedenklich gefunden hätten. Der Club werde die Black-Metal-Szene aufgrund des Vorfalls nicht ausgrenzen, jedoch bei künftigen Acts äußerst genau hinschauen. Für die jetzt abgesagte Veranstaltung, zu der rund 200 Besucher erwartet wurden, werden bereits verkaufte Tickets zurückgenommen.

"Vienna in War" Festival

Bezüglich Urgehal hatte Schreuder auf Textzeilen wie "Lösche die jüdische Verschmutzung" oder Songtitel wie "Holocaust in Utopia" verwiesen. Mitglieder von Urgehal würden zudem auch in der Band Vulture Lord spielen. Auf deren Tonträger finden sich laut Schreuder Lieder wie "The final solution" oder "Prelude to the second Holocaust".

  Rechtsradikale, rassistische, frauenfeindliche oder homophobe Inhalte hätten in der Szene keinen Platz, versicherte Sopper. Er warnte jedoch auch davor, Texte aus dem Zusammenhang zu reißen. Das - nicht von der Szene Wien selbst veranstaltete - Festival "Vienna in War" findet bereits in der zweiten Auflage statt. Beim ersten Mal habe es keine Beschwerden gegeben. Über den Titel des Events sei er schon damals nicht glücklich gewesen. "Aber das sind junge Leute, die denken sich nichts dabei", so Sopper. Das Festival soll jedenfalls stattfinden. (APA)

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pcyco
15.03.2010 09:47

hallo
wenn alles pol korrekt ist ist der r´n´r im ar...

die frage ist halt immer wo dann die grenze gezogen wird.

gruss

Dyne
13.03.2010 20:05

Höre selber keinen BM
aber musikalisch ist erlaubt was gefällt.
JEDOCH :
Wenn diese Bands schon die Freizeitbösewichte spielen wollen,sollten sie ein bisschen mehr darauf achten,welche Symbolik und Message verwendet wird.
DIESE rechte Symbolik ist keinesfalls tolerierbar !

Kaktus
13.03.2010 17:00
Ich mag BM,

aber der ganze NSBM-Müll ist wirklich zum kotzen, Erstens ist er musikalisch grottenschlecht, zweitens schadet er der Szene als ganzes.
Sollen die Jungs doch ein Privatkonzert bei Barbara Rosenkranz spielen, der gefällt's wahrscheinlich.

freeye
25.03.2010 20:30
nsbm hat jetzt mit taake

genau was zu tun?

AttenTexter
 
12.03.2010 15:56
PS:


Mit Antifas ist es ein bisschen wie mit den Zeugen Jehovas.
Die klauben sich ihre persönliche Wahrheit auch aus einzelnen, aus einem riesigen Fundus willkürlich herausgepickten Versatzstücken zusammen.

Und machen sich damit unbeliebt.

gratis trinken
12.03.2010 15:48

die wiener grünen hätten wohl gern nur political corr.n blackmetal.

was geht das eigentlich den grünen an?

Dyne
13.03.2010 20:00


Bei den Grünen ist es schon politisch unkorrekt,wenn
der Distortionregler auf der E-Klampfn nach rechts gedreht wird.

Willi Chnicht
18.12.2010 17:07
...

haben sie den artikel genau gelesen und die textzeilen die erklären warum die bands abgesagt wurden verstanden? unangebrachter vergleich also, meiner meinung nach..

AttenTexter
 
12.03.2010 15:46
...

Black Metal im Allgemeinen ist zutiefst UNPOLITISCH.

"Holocaust" bezieht sich (in den allermeisten Fällen) nicht auf irgendwelche wie auch immer gearteten ethnischen Minderheiten.
Sondern eher auf die menschliche Rasse schlechthin.

Ein zutiefst pessimistischer, misanthropischer Alptraum.
Aber man wird doch noch träumen dürfen?

Aja, und braune Schafe gibt es überall. Dass sich die ein oder anderen in die verhältnismäßig winzige Black Metal-Szene verirren, wo sie ohnehin nie wirklich akzeptiert werden (weil die unpolitisch ist), macht mir weniger Sorgen.

Sorgen machen mir die, die sich in den Nationalrat verrennen. Oder ins Bundespräsidentenamt drängen.





tanztante
16.03.2010 15:23

prinzipiell muss ich ihnen zustimmen, was jedoch die akzeptanz rechtsrechten gedankenguts anbelangt, leider widersprechen.
es verirren sich leider nicht nur ein "paar" braune schafe in die szene. klar. es sind dann die wenigen die auffallen und die ganze musikrichtung in ein rechtes licht rücken, jedoch habe ich in den wenigsten fällen erlebt, dass personen, die sich als bestandteil der bm-bewegung verstehen, aktiv was dagegen unternommen haben.
generell ist die akzeptanz viel zu groß, was man vor allem dann dadurch erkennen kann, dass man behauptet, dass einem menschen, der NSBM bands vertreibt und offensichtlich aktiv unterstützt, trotzdem nicht der auftritt verwehrt werden darf, weil "die band" ja nie was rechtes veröffentlicht hat.

Ausgeflippter Lodenfreak
12.03.2010 14:29

Black Metal: Kasperltheater bei dem der Tintifax die Hauptrolle übernommen hat.

Steverino
12.03.2010 12:46
Hat dieser Sopper jetzt schon alles an sich gerissen?

Wie ein Krake...

Der Unbekannte
13.03.2010 14:35
Vom

Muff Sopper zum Suff Mobber ist nicht mehr weit.

Toni Blaher
 
12.03.2010 12:01
Ich mag Black Metal wirklich nicht

Aber die Leute ins rechte Eck drängen zeugt von Unwissen. Die wollen doch nur verdammt böse rüber kommen. Holocaus ist etwas menschenverachtendes und BM ist ein missanthropischer Musikstil...

Achja: Rechtsradikale pfui, Linksradikale sind dann hui?

Truhe
 
12.03.2010 13:07

Naja - ich kenne die russische Metalszene nicht, aber abgesehen davon wär mir ein "Stalin hurra!" oder ein " Gulag ist geil" noch nicht untergekommen, auch ein "schlachtet alle Konterrevolutionäre" gehört meines wissens nicht zum Linkstlinklinken Standardrepertoire.
Davon abgesehen sollte man sowas, sofern es das gibt, natürlich auch ablehnen.
Aber ich mach einen Vorschlag - ich schreib ein paar ganz schirche Gulag-Metal kracher und lass mich von der Szene ablehnen, ok?

Mein Hund, die arme Sau, heißt Hojac.
12.03.2010 13:32

Wer in Russland provozieren will, tut das mit Nazisymbolen. Das greift heute noch ganz gut.

Die Stalinisten werden dagegen eher als Traditionalisten wahrgenommen.

Truhe
 
12.03.2010 15:01
Ich hab nur versuch klarzustellen dass diese schwachsinnige "wenn die Rechtsextremen die Bösen sind sind die Linksextremen automatisch die Guten" Reflex

ausgemachter Blödsinn ist. Man sympathisiert nicht automatisch mit Linksextremismus wenn man was gegen Neonazi-Schwachsinn hat.
Gäbe es tatsächlich vergleichbar idiotisches linksextremes Gegrunze, wäre es genauso strikt abzulehnen. Der Punkt ist dass es dieses andere Extrem ind dieser Form nicht gibt und deshalb für die laufende Diskussion nicht relevant ist.
Russland war nur ein Beispiel.
Unterm Strich läuft es darauf hinaus: Wenn du provozieren willst aber geistig nicht bemittelt genug bist um es anders zu tun, tätowiest du dir einfach ein Hakenkreuz auf den Arsch und hältst in ins Publikum - es ist so mies, so billig und so primitiv .... ach was solls...

RebelAngel
 
12.03.2010 15:45
lol

sie glauben ernsthaft, daß ein Stalin-Shirt unter Antifa-Jüngern für Aufregung sorgen würde...?

Das ist jetzt schon ein bissi naiv...

Truhe
 
12.03.2010 20:10

Reden wir jetzt über T-Shirts innerhalb einer Szene oder um Lyrics, Symbole und Verherrlichung bei öffentlichen Auftritten?

freeye
25.03.2010 20:32
ns lyrics?

simma noch beim selben thema?

RebelAngel
 
14.03.2010 02:12
wovon sie reden

ist ihnen offenbar selbst nicht ganz klar...

Toni Blaher
 
12.03.2010 15:23

Scrolen Sie mal wieder ganz weit rauf.
Da steht: Rassiten, Rechtsradikale, bla bla bla... und was nicht?
Mal davon abgesheen hat Absatz1 nur bedingt etwas mit Absatz2 zu tun.

Jürgen Rembremerding
 
12.03.2010 11:49
Das kommt nur davon, weil die jungen Leute keinen True Metal mehr hören!

Hail:

http://www.youtube.com/watch?v=ThIzo5FInn0

Truhe
 
12.03.2010 13:08

Manowar - die dümmste Band aller Zeiten - nur geil :)

Steverino
12.03.2010 12:48

Hat der Sänger von Manowar, nach Ian Stuarts Tod, nicht mal für eine Tour, bei Skrewdriver gesungen?

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