Männergesundheit

Auf zum Urologen

Regina Philipp, 23. März 2010 07:09
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    Foto: apa/jens meyer

    Gesundheitsvorsorge ist nicht jeder Manns Sache.

Prostatavorsorge dient nicht nur der Früherkennung von Karzinomen - Symptome einer Prostatahyperplasie werden von Männern gern ignoriert

„Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde jedem Mann, der Symptome im unteren Harntrakt zeigte, die Prostata ausgehobelt", berichtet Klaus Jeschke, Vorstand der Urologischen Abteilung im LKH Klagenfurt. Zwar steckt die Urologie längst nicht mehr in der Kinderschuhen, die Vorsteherdrüse macht es Fachärzten aber noch immer nicht leicht. Denn auch wenn 90 Prozent aller Männer im Alter von 80 Jahren eine vergrößerte Prostata besitzen, bedeutet das nicht, dass jeder auch unter nämlicher „leidet". Tatsächlich bereitet die gutartige Prostatahyperplasie nur der Hälfte der Patienten Beschwerden.

Die Prostata leistet einen wesentlichen Beitrag zur männlichen Sexualität. Die kastaniengroße Geschlechtsdrüse produziert ein Sekret, das sich bei Ejakulation mit dem Samen des Mannes vermischt. Kombiniert werden diese beiden Flüssigkeiten in der Harnröhre, die durch die Mitte der Prostata nach unten verläuft. Eine anatomische Beziehung die sich langfristig betrachtet nicht gerade als Vorteil erweist.

Miktionsstörungen

Das Älterwerden des Mannes geht parallel mit dem Wachstum der Zellen in der Vorsteherdrüse einher. Mit zunehmender Größe der Prostata steigt auch der mechanische Druck auf die Harnröhre. Die möglichen Folgen für den Mann: Nächtliche Toilettegänge, erschwertes Wasserlassen, dünner Harnstrahl, Nachträufeln bis hin zum schmerzhaften Harnverhalt. Der Urologe subsumiert diese Beschwerden unter dem Begriff Miktionsstörungen. „Heute werden die Symptome viel differenzierter betrachtet", konstatiert Jeschke, wohl wissend, dass sich eben nicht immer eine gutartige Prostatahyperplasie dahinter verbirgt. Um die genaue Ursache zu eruieren, bedient er sich einer Vielzahl von Untersuchungsmethoden. Mitunter machen Anamnese, Abtasten der Prostata, Ultraschalluntersuchungen, Restharnbestimmungen und Harnflussmessungen die Prostatahyperplasie aber schließlich zur diagnostischen Realität.

Männervorsorge

Gesundheitsvorsorge ist jedoch generell nicht jeder Manns Sache. Im Fall der Vorsteherdrüse schon gar nicht, kratzt doch ein Problem in diesem Organ besonders am männlichen Ego. Diese Zurückhaltung hat Konsequenzen, denn zum einen treibt die Prostata gerne völlig symptomlos ihr Unwesen und ganz nebenbei lebt Mann, solange er schmerzfrei ist, auch mit erwähnten Symptomen ganz gut.

Die Prostatahyperplasie fungiert nicht als Vorbotin für Prostatakrebs, ein regelmäßiger Gang zum Urologen macht aber trotzdem Sinn. Die Früherkennung einer vergrößerten Prostata ermöglicht nämlich schon beim ersten Auftreten von Beschwerden eine erleichternde Therapie und macht eine zwingende Operation zu einem späteren Zeitpunkt unter Umständen überflüssig. Mit Alpha-Reduktasehemmern lässt sich beispielsweise eine rasch fortschreitende Vergrößerung aufhalten, beziehungsweise sogar eine Verkleinerung der Prostata erzielen.

Problem retrograde Ejakulation

Für die Prostatahyperplasie im Stadium III erweist sich die Operation als alleinige Option. Die Harnröhre ist bereits weitgehend verschlossen, der Harn staut zurück, im schlimmsten Fall zurück bis in das Nierenbecken. Laut WHO werden derzeit rund 30% aller Männer im Laufe ihres Lebens aufgrund einer Prostatahyperplasie operiert. Goldstandard ist die transurethrale Prostataresektion (TURP). Dabei trägt der Operateur über die Harnröhre (Urethra) stückchenweise Prostatagewebe ab und beseitigt auf diese Weise die Verengung der Urethra und die daraus resultierenden Harnabflussstörungen. Nicht unerheblicher Nachteil: „Die TURP geht mit dem Verlust des Samenergusses einher", weiß Jeschke. Diese retrograde Ejakulation in die Blase stellt vor allem für jüngere Patienten ein Problem dar. Alternativ bieten sich zwar weniger invasive Methoden mit dem Laser an, ein frühzeitiger Besuch des Urologen könnte Mann aber mitunter auch diese ersparen. (derStandard.at, 23.03.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 43
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Totaler Durchblicksstrudel
 
24.03.2010 14:04

Habe ich unlängst, ich glaube beim Spiegel.de, gelesen:
"Was ist ein gesunder Mensch?"

"Ein zu wenig untersuchter!"

Xeraph
 
24.03.2010 16:58
Da mag schon ein Fünkchen Wahrheit dahinterstecken,

aber andererseits sollte man auch auf die Kosten/Nutzen Rechnung nicht vergegessen.
Jahrzehntelange Vorsorgeuntersuchungen sind bei weitem billiger als dann aufwendigere und teurere Therapien zu einem späteren Zeitpunkt.
Natürlich gilt das nicht bei allen möglichen Krankheitssymptomen. Aber Gesundheitssysteme die auf verstärkt auf Prävention setzen sind erwiesenermaßen kostengünstiger. Ein kritischer Blick ist immer gefragt aber oft ist es besser Geld für Vorsorgeuntersuchungen auszugeben als dann einen Menschen zu haben der Dauergast im Kranenhaus ist, wobei man auch die Kosten für Verdienstausfall, Pflege, mögliche Frühpension, etc.. bedenken muss. Und glauben sie mir: eine Chemo ist bei weitem teurer als ab und an ein Finger im P* :-)

contains sugar
24.03.2010 14:25

richtig. und womit verdient man das meiste geld? an chronisch kranken - überhaupt, wenn sie eigentlich nur per definiton krank sind, aber nicht im realleben und daher sämtliche nicht haltbaren therapien auch überleben.
die gesundheitsindustrie hat auch bemerkt, dass man v.a. an gesunden, die angst haben, sehr viel verdienen kann. man muss nur zusehen, dass man die angst vor krankheit künstlich verstärkt.
das ganze hat sich sehr schon bei der schweinegrippe beobachten lassen: keiner kannte jemanden mit schweinegrippe aber fast alle haben sich vor dem unsichtbaren gespenst gefürchtet.

der bunte faschist
24.03.2010 10:47
man fragt sich


wie die männer es tausende jahre lang geschafft haben, überhaupt alt zu werden - unglaublich!

Perce Neige
24.03.2010 13:09
Nur Sie fragen sich das

Früher wurden die Leute nicht mal annähernd so alt wie heute. Vielleicht etwas überlegen bevor Sie solche einen Kommentar loslassen.

mirror
18.04.2010 17:03
Früher mussten auch in jeder Generation jeder durch mindestens einen Krieg und die männlichen Leute als Kanonenfutter obendrein.


Dann gab es weiters bedeutend mehr Hinrichtungen und Mordgeschehen.
Weiters waren die Zählungen früher sehr, sehr ungenau - es gab halt noch in weiten Teijen der Welt nicht die heutigen Infrastrukturen.
Dann gibt es noch eine Menge an weiteren zu berücksichtigenden Faktoren, welche einen Vergleich nach willkürlich ausgewählten Zahlenquellen von "früher" zu heute ad absurdum führen, die zu erwähnen jemand wie Ihnen als Ignoranten, der sich durch seine oberflächliche Rechthaberei schon als "Wahrheit" in Verkörperung wähnt, ohnehin völlig müßig zu erwähnen sind, da Sie sogar die oben erwähnten, die Statistiken extrem verfälschenden Faktoren noch nicht einmal in Ihre müden abgekupferten Behauptungen miteinzubeziehen im Stande zu sein scheinen.

Schluchtspeck
25.03.2010 09:25

Das stimmt!
Die durchschnittliche Lebenserwartung spielt in diesem Zusammenhang eine nicht unwesentliche Rolle; und diese ist in den letzten 170 Jahren (in Mitteleuropa) um ca. 40 Jahre gewachsen.
Früher sind die Männer also gestorben, bevor sie mit derartigen Problemen konfrontiert wurden.

franz tabei
24.03.2010 16:49
haben Sie das überprüft? ...oder reden Sie da was nach ohne nachzudenken, weil das ja in unserer gesellschaft so anerzogen wird?

...was heißt früher: die zeit unserer großeltern? ..die blütezeit des kapitalismus vor 100 jahren? mit den fabrikssklaven, die unter fürchterlichen hygienischen bedingungen GEZWUNGEN waren zu vegetieren? ...oder meinen Sie die hungersnöte der europäischen überbevölkerung, nachdem die katholische kirche die hebammen und heilerinnen verbrannt hat, weil sie menschenmaterial für ihre kriege und ländereien gebraucht hat? bei naturvölkern hält sich die bevölkerung gleich, weil sie spüren, wann sie fruchtbar sind und sich mit kräutern, etc auskennen. das ist hier verlorengegangen, und bei knappheiten hat die obrigkeit dann die "überflüssigen" menschen massakriert: das wird dann "pest" genannt. später: kz. lebenserwartung ist nicht gestiegen!

René Monet
 
18.04.2010 16:08
Naturvölker?

Sie meinen die, die sich mit pfeil und bogen beschießen?

Zuviele winnetou-filme geschaut?

Schluchtspeck
25.03.2010 09:26
Thema verfehlt...

...setzen, Fünf.

Perez Prado
24.03.2010 13:21

Wobei die gestiegene Lebenserwartung nur minimal auf den medizinischen Fortschritt (in der Literatur geht man von etwa 10% aus), sondern vielmehr auf veränderte Gesundheitsdeterminanten (z.B. Lebens- und Arbeitsbedingungen) zurückzuführen sind. Die Prostatageschichte ist ein reines Geschäftsfeld - da gehts um money, money, money.

contains sugar
24.03.2010 14:27

nicht zu vergessen: kriege und hungersnöte! daran (bzw. an den folgen) sterben auch heute noch weltweit die meisten menschen.
da können ärzte dorthinreisen, so viel sie wollen....

ravenna
24.03.2010 09:54
Prostatakrebs

Bekommt fast ein jeder. Zumindest so ähnlich war es einmal in einem Artikel zu lesen. Nur ist es in den allermeisten Fällen so unproblematisch, dass es erst bei Obduktionen diagnostiziert wird.

Es scheint tatsächlich so, dass man sich jegliche Prostataoperation sehr gut überlegen sollte.

Dagmar Rehak
 
24.03.2010 15:03
Dann ist es aber kein Krebs.

Krebs breitet sich ungebremst aus und zerstört das umliegende gesunde Gewebe. Wenn einer das Jahre lang in seiner Prostata herumträgt, aber es verändert sich nicht und tut auch den anderen Zellen nichts, dann ist es eindeutig gutartig.

ravenna
24.03.2010 15:15
Doch, doch

Es breitet sich ja nicht jede Krebsart gleich schnell aus. Daher ist es gerade bei der Prostata sehr relevant, wie alt der Patient ist.

Soweit ich mich errinern kann, wurde in dem Artikel - glaube, auch im Standard - von deutlich über 50% der Männer geschrieben, die Prostatakrebs haben bzw. hatten.

contains sugar
24.03.2010 10:25

das gilt auch für brustkrebs oder gebärmutterhalskrebs!

Dagmar Rehak
 
24.03.2010 02:17
Liebe alte Männer!

Das gehört schon so, dass sich die Prostata mit der Zeit vergrößert. Es besteht kein Bedarf, dort herumzufummeln. Lassts euch nix einreden!

mirror
18.04.2010 18:27

No, es gibt ja auch sehr angenehme, erhebende Weisen, wie z.B. eine liebe Frau einen Mann an der Prostata "befummeln" kann... ;-)

fluffer
24.03.2010 23:20

warum sollte man nicht an seiner prostata herumfummeln? ist das igitt?

contains sugar
23.03.2010 14:05
unglaublich, welche propagandamaschinerie inzwischen hinter den screening-programmen steckt.

dass viele patienten dadurch schwerwiegende nachteile haben, wird gerne verschwiegen.

Ich, der sch... Gutmensch
24.03.2010 07:27
Die da wären??

Soll keine blöde Frage sein, interessiert mich wirklich

Dagmar Rehak
 
24.03.2010 11:07

Todesangst
Biopsien
Operationen
Impotenz

Perez Prado
24.03.2010 10:43

Komplikationen bei der Resektion führen häufig zu Impotenz und/oder Inkontinenz. Außerdem ist der PSA-Test hinsichtlich Spezifität und Sensivität ein Witz. Die Folge: eine Menge "Falsch Positiver" usw.

Dagmar Rehak
 
24.03.2010 15:10
Korrekt.

PSA ist nämlich nichts weiter als ein Entzündungsmarker, und Entzündungen können nach zu viel oder zu wenig Sex und durch Druck entstehen, und natürlich auch, wenn Krebszellen bekämpft werden. Der Wert wird aber missbraucht, um Männern Angst zu machen. Ist also eigentlich nicht einmal falsch positiv, sondern einfach nur falsch.

contains sugar
24.03.2010 10:20

dazu muss man auch noch sagen, dass die meisten männer ab 50 prostatatumore haben, dass aber ein großteil dieser tumore so langsam wächst, dass sie zeitlebens kein problem für den mann darstellen. diese tumore werden durch die screenings oft erkannt und unnötigerweise operiert.

in schweden wollte man den menschen viel gutes und hat alle zum screening geschickt und diese fakten herausgefunden - folge: man hat das allgemeine screening wieder abgeschafft!

ähnliches gilt übrigens auch für frauen und brustkrebs. die brustkrebsrate ist nur deshalb so gestiegen, weil man heute so viel operiert. die frauen sterben auch nicht mehr oder weniger als früher an der krankheit.

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