Apples Regelwerk am Pranger

11. März 2010 09:30

Die Kritik an Apple wächst. Wegen der Regeln für iPhone-Apps, die jetzt erstmals publik wurden. Wegen Pressezensur, gegen die deutsche Verleger klagen wollen

Apples im Mai 2008 eröffneter Programmladen ("App Store") für iPhone und iPod Touch (und ab April für das Internetgerät iPad) ist derzeit mit 150.000 Anwendungen gefüllt. Mehr als drei Milliarden Mal griffen Nutzer seither auf die kostenlosen oder meist nur ein paar Euro teuren Programme zu.

Das Steve-Jobs-Unternehmen ist bei der Auswahl neuer Programme sehr anspruchsvoll. Das trifft auch auf die Vertragsvereinbarungen zu. Wer einen Lizenzvertrag mit Apple unterschreibt, darf vor allem eins nicht: über die darin enthaltenen Inhalte reden. Herausgekommen sind sie nun aber doch. Durch einen kleinen Trick der Electronic Frontier Foundation (EFF).

Freedom of Information Act

Denn nachdem auch die Weltraumbehörde Nasa eine Anwendung für das iPhone erstellt hatte, konnte sich die EFF auf den Freedom of Information Act berufen. Dieser verpflichtet US-Behörden zur öffentlichen Einsicht in Dokumente. Die Nasa musste liefern, was Apple unter Verschluss hielt. Zum Beispiel, dass Applikationen, die mit dem iPhone Software Development Kit entwickelt wurden, ausschließlich über Apples App Store verkauft werden dürfen.

Digitale Zertifikate

Oder dass das Unternehmen sich das Recht vorbehält, "digitale Zertifikate für jede Anwendung zu jeder Zeit für ungültig zu erklären". In anderen Worten: Die Programme können ohne Angaben von Gründen aus dem Apple App Store verbannt werden. Was bereits der Fall war. So fielen etwa wie berichtet die Stern- und die Bild-App wegen erotischer Bilder der Anti-Nackedei-Politik Apples zum Opfer. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hat von Apples Willkür nun genug. Die deutschen Verleger haben die International Federation of the Periodical Press (Fipp) gebeten, Apple wegen der Zensur der Presse zu klagen. (kat/DER STANDARD, Printausgabe vom 11.3.2010)

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Apple

 

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Posting 1 bis 25 von 77
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Chster Huber
15.03.2010 12:47
Ich finde es nicht schlecht

Ich finde die strengen Bestimmungen gut - vor allem die Anti-Nackedei (cooles Wort). Dadurch ist man am iPhone weniger solchen Reizen und Versuchungen ausgesetzt. Nein, ich hab nichts gegen Sex. Stell dir vor - es gibt Prono-Sucht. Einem Alki wuerde auch keiner den Whisky unter die Nase reiben.
Wenn du dir nackte Haut anschauen willst, kannst du's ja sonst wo machen. Und du musst dir ja keine iPhone kaufen. Zwingt dich ja keiner dazu auf dem Hype mitzuschwimmen.

Cheers.

Henry Flower
12.03.2010 16:34
der freedom of information act

ist eine feine sache - sowas könnten wir hier brauchen

es sei bemerkt
12.03.2010 10:54

ich hab mir am iphone noch jede titte anschauen können, die ich sehen wollte. ich brauch dazu kein app, ich hab ja einen browser.

jaeh74
12.03.2010 10:09
tja das einst so gepriesene Lifestyle Gerät verkommt

immer mehr zum Orwellschen Traumcomputer. Ein bischen kann ich mir das schmunzeln nicht verkneifen, wenn ich an die Statements so manch eines Apple Fanboys in der Vergangenheit denke. Und wie da über die Windows Gemeinschaft geschumpfen und hergezogen wurde. Tja und jetzt selber mittendrin statt nur dabei. Achja ich hab übrigens auch nen apple ;) und linux und windows.. multi purpose user, jede plattform hat so seine vorteile ....

Mario90
12.03.2010 08:02

Wie sehr ich doch gerade hoffe, dass diese Klage Erfolg haben wird! ;)

Pirx2
12.03.2010 07:37
"Anti-Nackedei-Poitik"

Da ist sie, die moralisch-geistige Erneuerung.

Das 50er-jahre Spiessertum ist wieder zurück, verordnet von oben. Mit geheimen Verträgen, damit der "hippe" Massenonsument verschont bleibt von all dem Dunklen dieser Welt.

Beiddenker
12.03.2010 15:21
Nein, das ist die übliche Ami-Prüderei, die es ...

... noch immer gibt. Keine Titten im TV, aber wenn ein Kopf in Zeitlupe explodiert kein Problem.

1011011
12.03.2010 07:35

"Zum Beispiel, dass Applikationen, die mit dem iPhone Software Development Kit entwickelt wurden, ausschließlich über Apples App Store verkauft werden dürfen"

ähhm ja und? Wieder ein Artikel damit die suderanten gefüttert werden ...

rober777
12.03.2010 14:08
wieder ein Poster, der nicht mitdenkt...

Wenn 1011011 eine Software-Firma hätte, und mit Anwendungen sein Geld verdienen wollte:

Wenn man Zeit und Geld in ein Projekt steckt ist das ein Inventment, und damit ein Risiko. Wenn man es verkaufen kann, hat man die Gelegenheit Geld zu verdienen. Wenn der eine es nicht will, kann man es einem anderen verkaufen. Wenn der eine zuwenig zahlt, kann man verhandeln, da man ja kann zur Konkurenz zu gehen kann.

Bei Apfel geht das nicht. 1011011 wäre Apfel völlig ausgeliefert. Er muss akzepieren, was bezahlt wird und wer aufmuckt, fliegt raus.

Und wenn 1011011 sich dann angewiedert abwendet, und versucht aus den Resten seiner Idee am freien Markt noch ein paar Cent zu verdienen wird er verklagt. Juhu, und tschüss!

madman
12.03.2010 07:12
apple baut gute hardware, keine frage,

aber mit den beschriebenen methoden sind die genauso fies, wie andere firmen (siehe microsoft) auch

do the evolution
12.03.2010 08:58
was heißt genauso fies

ich kenne kein unternehmen dass dermaßen repressiv und unflexibel agiert, was software von dritten angeht, wie es apple macht

Herr Franz Strobel
12.03.2010 00:24
jobs soll endlich gehen!!!

je eher umso besser

hp12c
12.03.2010 00:43
als aktionär von apple sage ich ihnen,

ja sinds denn wahnsinnig? als jobs 97 zurückkam war das unternehmen gerade mal 2 % der heutigen marktkapitalisierung wert!

in 12-13 jahren einen kurs verfünfzigfachen... können nur wenige CEOs ihren verdienst nennen - jobs gehört dazu.

und ich kenne keinen einzigen, der dabei nichtmal 500 millionen dafür bekommen hat - in welcher form auch immer...

(jobs geld kommt vom verkauf von pixar und next) gerade mal 1 milliarde kommt von apple selbst - wobei der großteil daraus aus der gründund bis 1985 war - nach 97 einen solchen ceo für ein paar aktienchen und ein flugzeug (ja ein flugzeug) welches man von ihm wieder zurückmietet zu bekommen ist "geschenkt" ;)

als User... soll er auch bleiben, aber politik lockern....

iPhoneUser :)
11.03.2010 18:43
abwarten und Tee trinken :)

ist doch egal... es wird keiner gezwungen irgendwas von apple zu kaufen..

hp12c
12.03.2010 08:23
und wo genau wird ein

gesetz gebrochen?

ich dachte die leute, die patente klauen (so lächerlich sie auch sein mögen, das ist wohl wahr) verstoßen gegen patente ... und da sollte gleiches recht für alle gelten... natürlich sollte dies auch für apple gelten, jaja... und nein ich will jetzt nicht wieder eine diskussion über trivialpatente lostreten, da wir uns hier eh alle einer meinung sind, aber apple kann die gesetze in den states nicht ändern...

Peter W1
 
11.03.2010 23:43

Das ändert nichts am Bruch geltender Gesetze. Du musst ja auch nicht um zwei Uhr früh durch einen dunklen Park gehen und trotzdem wird ein Raubüberfall geahndet.

phishhead
11.03.2010 22:44

jaja, natürlcih. wenn ein gigantisch großer contentanbieter, dessen bedeutung wahrscheinlich noch stark steigen wird, schamlos herumzensiert, betrifft das ja eh nur die eigenen kunde... kleingeist!

Loup Garou
12.03.2010 07:25
das ist halt genau die Frage....

ob er mit solchen Aktionen wirklich noch stark steigen wird...

Ich bin bis jetzt ganz gut ohne iApple ausgekommen, und ich bin auch überzeugt, dass mein HTC wesentlich mehr drauf hat, als dieser Handy-Ziegel von Apple..

Hermine Berg
 
11.03.2010 21:09
abwarten

und iBeer trinken. oder iTea.

Patrick_Bateman_1
11.03.2010 18:53

stimmt genau.

Patrick_Bateman_1
11.03.2010 18:38

ohne apple zu verteidigen, aber das recht anzubieten was sie für richtig halten ist eigentlich ok. wenn ich ein Geschäft habe kann ich auch entscheiden welche Produkte ich anbiete. ich kann nicht entscheiden was mit meinen produkten gemacht wird und vielleicht versteh ich das auch falsch aber, was soll ich zb. mit einem finanz-app anderes machen als das wofür es programmiert wurde?

und das man nur im app-store anbieten darf: ich nütze zur programierung ein programm von apple, völlig logisch daß ich es dann nur für apple nutzen darf - sonst würden sie ja die konkurenz unterstützen *gggg*

und zu den löschungen.....es war ja in letzter Zeit wirklich viel mist im store.
wie gesagt, bin ich mit allem einverstanden - aber ich kanns verstehen

Andreas Prucha
12.03.2010 04:52

Grundsätzlich geb ich Dir ja - der Gedanke hat aber einen Haken: Apple knebelt die Softwarehersteller in einer Form, dass sie eigentlich *nur* in dem Shop verkaufen dürfen. Und die Kundne werden auch geknebelt.

Oder anders gesagt: Wenn es mehrere Shops gäbe und die Hersteller und Kunden sich aussuchen könnten, wie sie ihre Apps kaufen und anbieten könnten, gäbe es kein Problem. Da Apple aber direkten Kontakt zwischen Entwicklern und Kunden versucht zu unterbinden, sehe ich Apples Praxis sehr kritisch.

ordo ab chao
12.03.2010 02:35
irgendwo angrennt?

"Applikationen, die mit dem iPhone Software Development Kit entwickelt wurden, ausschließlich über Apples App Store verkauft werden dürfen"

weißt du eigentlich wieviel arbeit in einer app stecken kann?
und jetzt soll man daran nichts mehr verdienen dürfen weil *!"§$ jobs es nicht will?

hamflo
11.03.2010 18:05
selbst macbook und imac user...

finds gut, pressefreiheit muss gewahrt bleiben....

elend_meister
 
11.03.2010 19:14
volle zustimmung

bin auch apple user und mit der qualität und dem zusammenspiel von hardware und software voll zufrieden (v.a. bei photoshop, logic und anderen hardware-intensiven programmen).

die firmenpolitik samt drm-fanatismus und appstore-willkür steht freilich auf einem ganz anderen blatt.

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