"Uni brennt" 2.0: Besetzung, Demo und Blockaden rund um Bologna-Gipfel

11. März 2010, 13:38
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    foto: standard/cremer

    Vor dem Burgtor soll die Demonstration enden. Der Heldenplatz ist schon großräumig abgesperrt.

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Studenten räumten besetzten Hörsaal an Uni Wien in der Früh freiwillig - 46 Minister feiern Zehn-Jahr-Jubiläum des Bologna-Systems in Wien und Budapest - Gegendemo ab 15 Uhr geplant

Einen Tag vor dem Bologna-Gipfel in Wien und Budapest haben rund 400 Studierende am Mittwochabend wieder einen Hörsaal besetzt. Um 20 Uhr wurde der Hörsaal 1 im Neuen Institutsgebäude (NIG) der Uni Wien in Beschlag genommen, außerdem besetzten Studierende das Institut für Politikwissenschaft. In der Früh wurde der Hörsaal 1 wieder freigegeben. Freiwillig, wie zwei BesetzerInnen im Gespräch mit derStandard.at betonen. "Es ging uns eher darum zu zeigen, dass wir jederzeit einen Hörsaal besetzen können, wenn wir wollen", so eine Studentin. Bereits gestern hatten die StudentInnen angekündigt, dass sie bereit wären, den Hörsaal morgens wieder zu räumen.

Warum man sich für die Besetzung eines NIG-Saales entscheiden hat und nicht für das Audimax? Gegenfrage der Studentinnen: "Waren sie in den letzten Wochen mal im Hauptgebäude?" Dort sei alles hermetisch abgeriegelt, Security-Personal allgegenwärtig. Auch im NIG wacht in der Früh eine Hand voll Security-Männer darüber, dass sich im Hörsaal 1 auch wirklich nur mehr die StudentInnen versammeln, die dort eine Vorlesung haben. Zwischen ihnen waltet eine Putzkolonne ihres Amtes. Die Sprecherin des Rektorats, Cornelia Blum, bestätigt gegenüber derStandard.at, dass derzeit der Sicherheitsdienst auf der Hauptuni und dem Uni-Campus verstärkt wurde, da aufgrund des Bologna-Gipfels auch mit mehr Menschen auf der Uni gerechnet werde.

Räume für Gegenveranstaltungen

Anlass für die gestrige Besetzung war unter anderem die Drohung von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl, flächendeckende Zugangsbeschränkungen einzuführen, sagte ein Besetzer gegenüber derStandard.at. Außerdem hätte man den Bologna-GegnerInnen ursprünglich Räume für ihre Gegenveranstaltungen zugesagt, etwa für die Übernachtung ausländischer StudentInnen, die für die Demos rund um den Gipfel angereist sind. Diese Zusage, so die BesetzerInnen, wurde dann wieder zurückgezogen.

Wie es weitergeht? Momentan verhandle man gerade über die Räumlichkeiten für den Alternativgipfel. In den Verhandlungen mit dem Rektorat wollen die Studenten jedenfalls versuchen, noch zusätzliche Schlafräume für aus anderen Ländern angereiste Studenten herauszuholen. "Wenn das nicht klappt, dann müssen wir uns was überlegen". Einstweilen hoffen die Studierenden, dass das Rektorat "kooperativ" ist. 

Dort zeigt man sich jedoch abwartend: "Wir schauen uns einmal an, wie sich die Lage in den kommenden Stunden weiter entwickelt", so die Sprecherin des Rektorats Cornelia Blum. Die Besetzung habe "ein großes Fragezeichen" hinter die Vereinbarungen zwischen dem Rektorat und den Studenten gestellt. Im Gespräch mit derStandard.at betonte Blum, dass man letzte Woche eine "wechselseitige" schriftliche Vereinbarung getroffen habe. Laut der AG-Presse der unibrennt-Bewegung habe man sich mit dem Rektorat mittlerweile geeinigt, die Räume für die Workshops des Alternativgipfels stünden zur Verfügung.

Straßensperren

Für heute, Donnerstag, ist eine große Demonstration der Studentenprotestbewegung angekündigt. Die Veranstalter erwarten sich bis zu 15.000 DemonstrantInnen. Ein Sprecher der Polizei rechnet gegenüber derStandard.at mit rund 10.000 DemonstrantInnen. Man sei "gut aufgestellt", wieviele Polizisten zum Einsatz kommen wolle man jedoch aus "einsatztaktischen Gründen" nicht bekannt geben. Bei der Besetzung des NIG in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag war die Polizei jedoch nicht involviert. 

Mit einer Jubiläumskonferenz in Budapest und Wien feiern Minister aus den 46 teilnehmenden europäischen Ländern das Zehn-Jahr-Jubiläum des Bologna-Studiensystems. Der Auftakt der Konferenz findet in Budapest statt, am Donnerstagabend findet dann in der Wiener Hofburg ein feierlicher Empfang statt. Der zweite Gipfeltag findet am Freitag in Wien statt.

Ab 14.00 Uhr soll es großflächige Absperrungen zwischen Oper und Burgtheater geben. Polizei und ÖAMTC warnen vor Staus, auch bei öffentlichen Verkehrsmittel werden Einschränkungen erwartet. Die Demonstration soll heute um 15 Uhr bei der Mariahilfer Straße beginnen. Dann geht es zum Hauptgebäude der Uni Wien, um etwa 18.00 Uhr soll beim Burgtor die Abschlussveranstaltung stattfinden. Gegen 18.30 Uhr dürften sich dann auch einzelne Gruppen ablösen, die für Straßenblockaden sorgen könnten. Laut der AG-Presse werden schon während der Demonstration verschiedenfarbige Zettel verteilt, die danach zu den jeweiligen Blockadeorten führen sollen. Die Orte selbst werden erst am Ende der Demo verraten, man wolle aber den anreisenden Minister spüren lassen, "was Zugangsbeschränkungen bedeuten", so eine Sprecherin der AG-Presse gegenüber derStandard.at. (red,derStandard.at, 11.3. 2010)

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béné
00
12.3.2010, 18:15
...

auch wenns nur bedingt hier rein passt: wenn nicht jedes jahr zigtausend leute irgendwas studiern würden, einfach nur weils da musik-video "i love college" so cool finden würd die studienwelt auch anders ausschaun...

--??--was
00
12.3.2010, 19:02
Weil´s Tradition ist wirds gemacht

12. März 1848
Im Revolutions-Jahr beginnen in Wien viertägige Studentenkundgebungen mit nachfolgendem Aufstand und Barrikadenkämpfen. Kanzler Metternich flieht und dankt ab. Das Militär wird zur Verteidigung eingesetzt, es gibt Übergriffe auf Fabriken und Läden.

bofavo
02
11.3.2010, 18:53
schubladendenken

wer garantiert den "braven" studenten dass nicht doch einige övp nahe "schwarze" schafe mitdemonstrieren? Finds armselig gleich jeden protest als links, zeckig etc. zu bezeichnen. Beten und warten hilft nicht immer!

deitas
72
11.3.2010, 16:33
klarstellung

das sind nicht "die" studenten, das sind linke (kommunistische, grüne, sozi-) studenten, die offenbar zu viel zeit in ihrem studium finden!!!
viele ernsthafte studenten lernen & arbeiten und werden trotzdem mit den problemen an der uni fertig.
sich über probleme aufregen statt darüber nachzudenken und sie konstruktiv zu lösen ist typisch für dieses hörsaalbesetzer-publlikum.
naja, die entsprechenden facebook gruppen etc. sind ein fest für jeden recruter.

Andre Mainung
01
14.3.2010, 23:47

und wo sind bitte IHRE konstruktiven Vorschläge??

Sie sind doch viel zu sehr auf Ihre eigene Karriere konzentriert als sich um Verbesserungen zu kümmern und Probleme aufzudecken!

»Pythagoras«
02
11.3.2010, 20:11
mit den problemen an der uni fertigwerden?

einem studienkollegen wurde nach etlichen semestern plötzlich seine studienrichtung unterm hintern wegabgeschafft. so ein bullshit mit dem lernen & arbeiten ...

fab5freddy
03
11.3.2010, 19:30

nix für ungut, aber dieses "ich studiere bwl in mindestzeit und finde dennoch zeit, nebenbei ins fitnesscenter zu gehen"-geseier ist aber auch nicht grade konstruktiv.

peuz
 
20
11.3.2010, 18:05
Richtig

Hierbei kann ich Ihnen völlig zustimmen.
Diese Aussage bringt es auf den Punkt.

8kob
10
11.3.2010, 15:15
warum nicht gleich den ganzen ersten absperren?

BlauerPenner
43
11.3.2010, 15:13
Liebe Studenten.

Könnt ihr mal aufs protestieren verzichten und euch wieder aufs studieren konzentrieren?

gehwegda, fraufekter!
02
11.3.2010, 16:26

ich will eh studieren. aber mein schicksal als mitglied der "generation warteliste" lässt es nicht zu :(

gotteskind
00
11.3.2010, 22:11

und vermutlich trotzdem gegen zugangsbeschränkungen?

Throwing A Poodle
11
11.3.2010, 15:20

könnten Sie bitte aufhören zu posten und sich aufs arbeiten konzentrieren?

BlauerPenner
10
11.3.2010, 16:47
vielleicht bin ich ja bezahlter Poster im Standardforum? ;)

Throwing A Poodle
01
11.3.2010, 15:19
wow

blauer penner, passender name

BlauerPenner
11
11.3.2010, 16:42
ich wusste, dass ich mit diesem Nick im Standardforum auffalle :)

Peppermint Betty
20
11.3.2010, 15:13
Nicht jedes Mittel wird durch den Zweck geheiligt ...

Der Frau Minister sind diese Aktionen völlig wurstiwurst. Und warum müssen Leute drunter leiden, die für diese Misere nichts können, aber massiv durch Straßensperren und nicht verkehrende öffentliche Verkehrsmittel beeinträchtigt werden?

Heimwerkerkönig
 
01
11.3.2010, 14:57
Ab mit der Tante, wo sie beruflich hingehört

Nämlich ins Nagelstudio.

Austrianer was sonst.....
03
11.3.2010, 14:55

Zurecht wird gestreikt! (Bin kein Student!)

pike bishop
13
11.3.2010, 14:47

Das Bolgna-System ist ein einziger Mist. Ist zumindest meine Meinung als ehemaliger Uniangehöriger, der die Einführung erlebt hat.

Für die Minister, die ihre Wichtigkeit durch Aktivismus beweisen müssen, war das aber super. Ständig gibt es bei der Reparierung was zu tun, da kann man seine Macher-Qualitäten unter Beweis stellen.

Quim Barreiros
02
11.3.2010, 15:19

Es kommt wohl auf die Zuständigen an. Bestimmte Professoren an gewissen Universitäten haben die Gelegenheit genützt und unbrauchbare Studienpläne herausgegeben, mit denen sie den Studenten das Leben schwer machen.

An anderen Universitäten hat es besser geklappt.
Ohne Bologna hätten bestimmte Unis auch bei der erstbesten Gelegenheit Erschwernisse eingeführt.

Und die Minister, die ich für Fehlbesetzungen halte, stehen dahinter, schauen zu, haben keinerlei Visionen, wie Bildung aussehen soll.

Der derzeitigen Ministerin geht es nur darum, es den Studenten möglichst schwer zu machen. Echte Konzepte fehlen aber vollkommen.

Da hat selbst die Unterrichtsministerin vernünftigere Ideen.

Nitram1988
10
11.3.2010, 15:07
Wie immer: Die Idee ist gut die Umsetztung mies.

qwertztt
01
11.3.2010, 15:24
Dafür gibts grün...

...man muss sich mal das erste Bolagnakonzept anschauen...da habe ich damals gestaunt (bin schon ein bisserl älter)...klingt nämlich wie Utopie, d.h. ne eierlegende Wollmilchsau..

aber was übrig blieb war leider nur a dr#ecki#ge S*au









Mag. Nicht
01
11.3.2010, 14:45
Liebe Redaktion!

Alls besorgter Forentummler musste ich feststellen, dass sie diesen Artikel zum Leitartikel gemacht haben. Ich möchte sie zur Erhaltung des Diskussionsniveaus darum bitten dies wieder rückgängig zu machen um der üblichen Phrasendrescherei und Pauschalisierung, die an Dysphasie grenzt, nicht auch in diesem bisher so behüteten Resort Tür und Tor zu öffnen.

Ergebenst Ihr,
Mag. Nicht

Throwing A Poodle
34
11.3.2010, 14:28
zum kotzen

sind die etlichen postings wie "faule studenten" .. "liegen staat und eltern auf der tasche" u.ä. (sowieso in jeder diskussion gleicher wortlaut)...

vorallem aussagen wie "die nichtsnutzigen publizistikstudenten", was soll man dazu sagen,.. wenn da keine an der publizistik interessierte ähm,nichtsnutze wären, dann würd es garkeine plattform für solch schwachsinnige kommentare geben.
aber is schon klar, das sind alles faulenzer die sich ein leichtes leben machen wollen, die braven kinder studieren jus und medizin.
Dass man ein Studium wählt, das den eigenen Interessen und nicht den Vorstellungen von Ihnen ("ich als steuerzahler!!!"), entspricht,.. ungeheuerlich oder?
Btw, die meisten Studenten arbeiten nebenbei, UND ZAHLEN STEUERN, arg

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