Wahl-Außenseiter klagen über geringe Aufmerksamkeit
Klagenfurt/Wien - Ulrich Habsburg-Lothringen ist verärgert. Ziemlich sogar. Der Nachkomme der ehemaligen Kaiserfamilie fühlt sich in seiner Kandidatur für das Präsidentenamt "massiv behindert". "Das habe ich bereits den Wahlbeobachtern der OSZE, die schon in Österreich waren, mitgeteilt" , sagte Lothringen am Mittwoch im Gespräch mit dem STANDARD.
"Ich fühle mich vom Staatsfunk ORF ausgegrenzt. In Wien gibt es schon das Gerücht, dass ich gar nicht antrete", sagte Habsburg-Lothringen. Mitnichten. Er werde "sehr wohl" versuchen anzutreten, ob er die notwendigen Unterschriften beibringen könne, stehe aber auf einem anderen Blatt. Wegen seiner relativ geringen Bekanntheit und mangelnder finanzieller Ressourcen ("Ich hab 1500 Euro Pension") sei es eben "sehr, sehr schwer". Was er aber heute schon versprechen wolle: Habsburg-Lothringen werde die Wahl beeinspruchen. Denn letztlich gehe es ihm mit der Kandidatur darum, das passive Wahlrecht für Angehörige des Hauses Habsburg durchzusetzen.
Mit mangelnder österreichweiter Bekanntheit haben auch August Raggam und Martin Wabl zu kämpfen. Der steirische Umwelttechniker und Unternehmer (Biomasse-Betrieb) Raggam wird vom ehemaligen Journalisten Peter Schneider ins Spiel gebracht.
Politischer Stammtisch
Raggam ist sozusagen das Ergebnis eines Brainstormings des "politischen Stammtisches" im Wiener Mohrenwirt. Raggam habe sich als "bürgerliches Angebot" bereiterklärt, stelle aber ein repräsentatives Komitee als Bedingung. Daran werde noch gearbeitet.
Ex-Richter und "Natascha-Kampusch-Rechercheur" Martin Wabl - er trat schon einmal an - beklagt, dass "jetzt alles von der Causa Rosenkranz überschattet wird". Wabl: "Wir Außenseiter kommen da überhaupt nicht mehr vor." (Walter Müller, DER STANDARD, Printausgabe, 11.3.2010)