Ashton: "Bitte kritisieren Sie mich nicht"

von Thomas Mayer  |  10. März 2010, 21:42
  • Artikelbild: Bei ihren Erklärungen im Plenum in Straßburg brachte Catherine Ashton auch textile Botschaften mit: Auf Französisch war auf ihrer Jacke von Wasser, der Brise, den Wellen die Rede. - Foto: Reuters/Vincent Kessler

    Bei ihren Erklärungen im Plenum in Straßburg brachte Catherine Ashton auch textile Botschaften mit: Auf Französisch war auf ihrer Jacke von Wasser, der Brise, den Wellen die Rede.

Die neue EU-Außenministerin Catherine Ashton mahnt Parlament und EU-Außenminister zu Geduld beim Aufbau eines gemeinsamen Außendienstes

Sie brauche Zeit. Europa laufe Gefahr, in der Welt zurückzufallen.

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Straßburg/Wien - EU-Außenministerin Catherine Ashton hat am Mittwoch Kritik an ihrem Vorgehen beim Aufbau eines Europäischen Diplomatischen Dienstes (EAD) zurückgewiesen. "Wir müssen einen Dienst aufbauen, den es derzeit noch nicht gibt. Es gibt auch keine Personalstrukturen", sagte sie bei der Aussprache im Europäischen Parlament in Straßburg zu den Abgeordneten.

Dafür brauche sie Zeit. Ein solcher Aufbau des Dienstes, dem 3000 Diplomaten und weitere 5000 Mitarbeiter angehören werden, könne nur "phasenweise" erfolgen. Deshalb sage sie auch den EU-Außenministern und dem Parlament: "Bitte widerstehen Sie der Versuchung mich zu kritisieren, nur weil die ersten vier von fünf Ernennungen aus EU-Staaten kommen, die nicht Ihre Länder sind." Zahlreiche Abgeordnete zeigten sich unzufrieden mit ihren Einlassungen.

Seitens der Christdemokraten hieß es, es gelinge Ashton nicht dafür zu sorgen, dass Europa mit einer Stimme spreche. Aus der SP- Fraktion gab es Unterstützung: Ashton müsse sich mit "Eifersüchteleien" von Außenministern herumschlagen, die an Einfluss verlieren würden. Wie berichtet, hatten die EU-Außenminister Ashton am Wochenende in Córdoba vorgehalten, sich allzu sehr den Wünschen der EU-Kommission zu unterwerfen.

Ashton versicherte dem Plenum, sie versuche nur "kohärenter zusammenzuziehen", was es bisher an außenpolitischen Abteilungen gebe. Jeder Mitarbeiter werde "nach seiner Leistung beurteilt, es gibt keine Favoriten" , sie wolle nur "die Klügsten und die Besten". Jedenfalls müssten Doppelstrukturen vermieden werden. Gleichwohl müssten mehr Frauen im EAD berücksichtigt werden.

Mit dem neuen Außendienst werde die Union gemäß dem Vertrag von Lissabon "endlich das tun können, was viele erträumt haben: stärker in der Welt aufzutreten", so Ashton. Das sei nötig, denn Europa, das vor 100 Jahren ein Viertel der Weltbevölkerung gestellt habe, verliere gegenüber China und Indien wirtschaftlich ständig an Boden. "Entweder ziehen wir an einem Strang, dann können wir unsere Interessen verteidigen, oder die anderen entscheiden für uns, so einfach ist das", fasste Ashton ihre Sicht zusammen.

Kritik an Israel

Die Interessen zu wahren gelte es auch in Nahost, sagte Ashton, die nächste Woche die Region bereist. In diesem Konnex kritisierte sie den von Israel angekündigten Bau von 1600 Wohnungen in Ostjerusalem. In einer scharf formulierten Erklärung verlangte die EU-Kommission von Israel, die Entscheidung zurückzunehmen. Das EU-Parlament nahm am Abend eine Resolution an, in der es den von Israel kritisierten Untersuchungsbericht des UN-Beauftragten Richard Goldstone zum Gazakrieg 2009 unterstützte. (Thomas Mayer, DER STANDARD, Printausgabe 11.3.2010)

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Lieber zynisch als hysterisch. 
11.03.2010 16:38
Wie kann man nur so naiv sein und glauben,

dass im Riesenreich EU sich die gewünschte linksliberale und friedensbewegte politische Strömung DAUERHAFT durchsetzen wird? Dieses Phantasieprodukt ist doch jetzt schon Geschichte.
Wenn in den großen Ländern rechtsradikale Bewegungen an die Macht kommen, wird man mit dem Vehikel Großreich ganz Europa in die gewünschte Richtung drehen. Was jetzt in Ansätzen sichtbar ist, der politische Druck auf kleinere Länder, und die Kontrolle der Bevölkerung bis in jedes Detail, wird entsprechend verschärft werden. Politiker ohne Glacehandschuhe werden an die Macht kommen. Groß ist beautiful ist der größte politische Schmarrn zu meinen Lebzeiten. Das Lied der Rattenfänger hat immer einen anderen Text. Der Blick in die Vergangenheit macht blind.

Christoph ************
11.03.2010 18:45

Welche Rechtsextremen, wären das denn leicht? Soweit ich das sehen kann, werden die kleinen Mitgliedsstaaten längst alle bei rechtsaußen Parteien regiert bevor das in einem großen Mitgliedsland oder gar mehrere passieren würde.

Sollten den Bewegungen antidemokratisch sein droht im übrigen der Ausschluss aus der EU.

Blind Peoples Porn
11.03.2010 14:28
"tolle" Idee

und das Schnitzelland wird dann ein kleines bundesland mit ahnlich viel "gewicht" wie das Burgenland hier in AUT.
Das wollen sie wirklich das alle nationalstaaten aufgeloest werden und bei einer Krise irgenwo in europa gleich der ganze Kahn der EuDSSR absaeuft?!?
mir wird echt schlecht bei der ganzen sache die da abgeht!!!
Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut!!!

Ggg14
14.03.2010 20:40

Wenn Ö das Burgenland von Europa ist, hätte es jedenfalls wesentlich mehr Gewicht, als es das je zwischen 1. WK und EU-Beitritt hatte.

Christoph ************
11.03.2010 18:46

Was verleitet sie zu der Annahme das Österreich derzeit außenpolitisch mehr zu sagen hätte?

Mostbluzza
11.03.2010 13:54
er darf...

der pharisäer:

Tim Geithner, US Treasury secretary, has delivered a blunt warning to the European Commission that its plans to regulate the hedge fund and private equity industries could cause a transatlantic rift by discriminating against US groups. A letter sent by Mr Geithner this month to Michel Barnier, Europe’s internal market commissioner, makes it clear that the European Union is heading for a clash with Washington if it pushes ahead with what the US – and Britain – fear could be a protectionist law.
www.ft.com

ui da werdens wieder den schwanz und alles andere einziehen ...


moejoe187
11.03.2010 15:23
gehören die Briten eigentlich zur EU oder zu den USA?

Mostbluzza
11.03.2010 15:48
manche sagen immer noch

umgekehrt.

wenn man hinter die kulissen schaut, könnte man meinen, dass britannien (oder zumindest holland-angelsachsen die usa kontrollieren ...

Wasmichstört
11.03.2010 10:50
EU...

...je

zwergleviathan
11.03.2010 10:23
dachte Kritik ist nicht automatisch negativ und daher IMMER erwünscht?

und wers nicht aushält Kritik zu erfahren sollte bitte nochmal zurück in die Schule.....

naja typisches EU-Politikermaterial

die Ausbildung brauchens nur um ihre Spesen zu verrechnen, ansonstens ist die größte Qualität die Geschwindigkeit mit der sie Geld in ihre eigenen Taschen schaufeln können.

so schnell wie die schaufeln ham die sicher ka problem mit schnee vorm eu-parlament.....

Christoph ************
11.03.2010 13:49

Vielleicht sollten Sie bevor Sie hier den Germanisten spielen einmal die originalen Aussagen im Kontext durchlesen. Das haben Sie anscheinend nämlich nicht getan.

Lady Ashton sagte bloß, dass die Mitgliedsstaaten nicht gleich den Mistkübel über ihr ausleeren sollten nur weil unter den ersten paar Bestellungen eben noch kein Landsmann oder Landsfrau vorkam, was ja an sich eine grundvernünftige Aussage ist.

Kid "Kongo" Powers
11.03.2010 10:35

pale fat british cow!

schniggschnagg
11.03.2010 10:19
Bitte...

...tut's mich doch nicht kritisieren! Das bin ich nicht gewöhnt! Meine Handarbeitslehrerin hat immer gesagt, wie toll ich bin... Fehler mache ich keine, und alles was ich mache ist toll! Daß ich gleich nach Amtsantritt meinen Freunderln einen netten Job verschafft habe und vor den USA in die Knie gegangen bin, heißt ja nicht, daß man mich kritisieren muß! Schließlich sind das ja die Besten - und wer die Besten sind, entscheide immer noch ich!

Christoph ************
11.03.2010 13:50

Lesen Sie immer nur die Schlagzeilen oder manchmal den Artikel auch?

moejoe187
11.03.2010 15:24
vielleicht versteht er nur die Überschrift

Eine Kreatur
11.03.2010 09:54
neue behörde schön und gut ..

doppelstrukturen verhindern schön und gut ..

aber werden die nationalstaaten freiwillig auf ihre ausenpolitik verzichten?

da sehe ich schwarz ..

Ggg14
14.03.2010 20:43

Das ist ja auch der Grund für die "Unzufriedenheit" an ihrer Arbeit.
Die nationalen Außenminister sehen ihre Felle davonschwimmen.

Ernst Marx  
11.03.2010 09:23

das ist die Chance zu sparen !
Wir lassen Zug um Zug mit dem Aufbau des gemeinsamen Dienstes unsere eigenen Vertretungen auf !
Statt österreichische Botschaft.
Botschaft der EU
Endlich ein Weg um Geld zu sparen

Hermine Berg 
11.03.2010 08:35
8000 neue eu-jobs

na, das sind ja viele freunderln die man unterbringen kann. ich werd auch mal anfangen mich bei der frau einzuschleimen, die nicht kritisiert werden darf.

eu sondergesandter is sicher leiwand. kompetenzen oder aufgaben hat man eh keine. dazu das fette eu-gehalt und die auslandspraemien. jaja...

flattop
11.03.2010 10:36
@ Berg

Bewerben Sie sich einfach. Das Auswahlverfahren steht allen offen. Ein Studium, ein paar Sprachen und gegen ein paar Tausend Konkurrenten durchsetzen und Sie haben den Job!

Blind Peoples Porn
11.03.2010 14:19
spitzen Witz

glauben sie wirklich das beim EU-Posten-Schacher tatsaechlich kompetenz und Sachkenntnis zaehlt oder soll das ironisch sein?!?!?
Das einzige Kriterium bei solchen Posten ist:
das richtige Parteibuch, wie ueberall in unserer schoenen "freien" Welt!!!

auchnixzusagen
11.03.2010 15:34

Offensichtlich haben Sie keine Ahnung vom Concours-Verfahren der Kommission. Machen Sie mal mit, dann wissen Sie, wie viel man können muss, um EU-Beamter zu werden und wie objektiv die Auswahl der Beamten ist.

Aber für Sie ist es sicher bequemer, weiter auf dem Häusl die Krone zu lesen und gegen die EU zu schimpfen.

moejoe187
11.03.2010 15:27
haben sie das aus der Krone oder haben woher wissen sie das alles?

Quellen wären natürlich schön zu hören aber ich tippe in diesem Fall, wie in vielen anderen wo die EU schlecht gemacht wird, auf heisse Luft und Desinformation

h 90
11.03.2010 08:52

wenn die im Schnitt 3.000 Euro pro Monat verdienen ist 288.000.000 Euro pro Jahr

Mostbluzza
11.03.2010 09:57
und unsere botschaften

werden endlich geschlossen oder wie?

da wäre ja einsparpotential da.

nur super, wenn ich ein öst. in einem land ein problem hat und dort von einem eu botschafter vertreten werden soll, der evtl aus einem nicht befreundeten land dieses staates kommt ... nicht auszudenken.

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