Das geht an die Nieren ...

10. März 2010, 16:32
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Am 11. März ist Weltnierentag - Ein einfacher Test kann bereits sehr früh einen Hinweis auf eine Nierenschädigung geben

Wien - Am 11. März ist der Weltnierentag. Aus diesem Anlass treffen 25 Forschergruppen aus 15 Ländern an der Medizinischen Universität Wien aufeinander, die in einem großen europäisches Forschungsprojekt, genannt "SysKid", zusammenarbeiten. Das gemeinsame Ziel: verbesserte Methoden für die Prävention, Diagnostik und Behandlung von chronischen Nierenleiden.

"Wir müssen Patienten mit einem erhöhten Risiko für chronische Nierenerkrankungen zukünftig früher diagnostizieren und behandeln", erklärt Gert Mayer von der Medizinischen Universität Innsbruck eine der großen Herausforderungen der Medizin in den nächsten Jahren. "Wir wissen inzwischen aufgrund neuer Studien, dass eine Therapie in frühen Stadien das Fortschreiten der Erkrankung zumindest bremsen und den Patienten oft auch die Dialyse oder die Transplantation ersparen kann", ergänzt Rainer Oberbauer von der Medizinischen Universität Wien.

Unterschätztes Leiden

Chronische Nierenerkrankungen gehören zu den unterschätzten Leiden. In Europa sind etwa zehn Prozent der Bevölkerung betroffen. Zumeist ist die Nierenschwäche die Folge von Diabetes und Bluthochdruck. Schätzungsweise 20 bis 40 Prozent der Diabetiker entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung Nierenschäden, ein Drittel der Patienten, die eine Dialyse benötigen, sind zuckerkrank.

In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Diabetiker massiv gestiegen. Das besondere Problem: Viele Patienten wissen nicht, dass sie erkrankt sind. Laut Schätzungen dürften rund zehn Prozent aller Bürger an einem Diabetes mellitus leiden. Ihr Risiko für ein Nierenleiden ist erhöht, ebenso ihr Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, da eine Nierenschwäche auch Herz und Kreislauf beeinträchtigen.

Nieren-Test

Ein einfacher Test, der Nachweis von Eiweiß im Urin, kann bereits sehr früh einen Hinweis auf eine Nierenschädigung geben - oft schon bei Menschen, die sonst noch keinerlei Kranheitszeichen zeigen. Darum appellieren weltweit die Experten anlässlich des internationalen Weltnierentages an die Bevölkerung, alle zwei Jahre einen Nieren-Check machen zu lassen. Diabetiker sollten ihre Nierenfunktion jedes Jahr untersuchen lassen.

Doch diese Untersuchung sowie andere Tests haben gleichwohl Grenzen: So kann die Nierenfunktion abnehmen und die Erkrankung voranschreiten, ohne dass Eiweiß im Urin nachweisbar ist. Weitere Marker wären nötig, um die Diagnose sicherer zu machen. Nach solchen Markern der beginnenden Nierenschwäche, die zu diagnostischen Zwecken eingesetzt werden können, wollen die SysKid-Forscher in den nächsten Jahren suchen. Nötig seien aber nicht nur bessere Diagnoseverfahren. Mit den derzeitigen Therapien könnten Ärzte das Fortschreiten der Erkrankung meist bremsen, aber nicht gänzlich stoppen. Auch hier wollen die SysKid-Forscher neue Impulse geben. (red)

Weitere Informationen

Syskid.eu

  • Ein Drittel der Patienten, die eine Dialyse benötigen, sind zuckerkrank.
    foto: derstandard.at/schersch

    Ein Drittel der Patienten, die eine Dialyse benötigen, sind zuckerkrank.

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