Gesetz gegen Holocaust-Leugnung unterzeichnet

10. März 2010 15:14

Zuvor war über Beeinspruchung des vom Parlament beschlossenen Gesetzes spekuliert worden - Staatschef Solyom: "War nicht richtig, Gesetz in Wahlkampf zu verabschieden"

Budapest - Der ungarische Staatschef Laszlo Solyom hat am Mittwoch das Gesetz unterzeichnez, welches das Leugnen des Holocaust gesetzlich unter Strafe stellt. Die Rechtsregel sei nicht gesetzwidrig, zitierte die Ungarische Nachrichtenagentur MTI Ferenc Kumin, Hauptabteilungsleiter des Amtes des Staatspräsidenten. Laut Kumin hätte Laszlo Solyom jedoch darauf verwiesen, dass "es nicht richtig war, dieses Gesetz in der Phase des Wahlkampfes zu verabschieden". Denn die Zeit der Kampagne "ist ungeeignet, derart gewichtige Fragen besonnen zu diskutieren".

Das ungarische Parlament hat am 22. Februar mit den Stimmen der regierenden Sozialisten (MSZP) und der meisten Liberalen (SZDSZ) das Gesetz verabschiedet. Für die vom sozialistischen Spitzenkandidaten Attila Mesterhazy vorgelegte Strafgesetz-Novelle stimmten 197 Abgeordnete, 142 enthielten sich der Stimme und einer stimmte gegen das Gesetz. Nach Inkrafttreten des Gesetzes kann jene Person, die den Holocaust öffentlich leugnet, infrage stellt oder seine Bedeutung herabmindert, mit einer Gefängnisstrafe bis zu drei Jahren bestraft werden.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden rund 600.000 ungarische Juden ermordet. Der Großteil kam in den Gaskammern von Auschwitz ums Leben. (APA)

Jens xxx
 
23.05.2010 12:38
Das Gesetz ist falsch

Auf dieses sinnlose Gesetz hätte man auch verzichten können.Ungarn ist nicht Deutschland von daher wüsste ich als Ungarner nicht wieso ich mir den Mund verbieten lassen sollte!Und Israel soll man lieber selber auf seine Politik achten...denn mit den Arabern gehen die Israelis ja auch nicht gerade ziemperlich um gell?Außerdem behauptet Israel auch es gab keinen Völkermord an den Armeniern durch die Türkei!!!Wie kann ein Land bzw. dessen Volk was eine solche Tragödie erlebt hat zu einem anderen Volk behaupteten es gab keinen Völkermord?Juden fordern also Toleranz für ihre eigene Intoleranz?Ne Israel,so nicht!Solange Israel sich gegen die Geschichte der Armenier stellt,solange sollte man den Juden auch kein Mitleid zeigen!

Adam Markus
11.03.2010 00:39

Leider kommt dieses Gesetz viel zu spät. Dort hätte man sich gleich nach der Wende überlegen sollen ob die "total freie Meinungsäußerung" so eine kluge Idee war. Wer an einer ungarischen Tankstelle schon einmal eine Zeitschrift über die "Jüdische Weltverschwörung" oder die "Jüdische Atombombe" gesehen hat weiß wovon ich rede.

californian fall
11.03.2010 09:25

man wollte offensichtlich nach den jahrzehnten der diktatur den entgegengesetzten weg, war vielleicht auch inspiriert von der weitreichenden freedom of speech der ehemals als tatsächliche schutzmacht empfundenen USA. dass man im gegensatz zu dieser keine diesbezügliche tradition hatte, wurde offensichtlich übersehen.

californian fall
11.03.2010 09:47

"zu diesen"

Luigi Serafini
10.03.2010 19:27
die ungarn haben doch ein dickes naziproblem

sind die freiwillig auf die idee gekommen dieses gesetz zu verabschieden oder: wer hat die ungarn dazu gezwungen ?

Sandor Kocsis
11.03.2010 10:51

die Realpolitik.

Es war ein geschickter Schachzug vor dem Wahlkampf den Gesetzesentwurf (der schon jahrzehntealt ist) auf die Tagesordnung zu bringen. Die Fidesz konnte taktisch schwer dagegen stimmen - was sie dann auch nicht tat - ohne als Naxis da zu stehen.
(Ihr gleichlautender Gesetzesvorschlag, der auch die Leugnung von stalinistischen und kommunistischen unter Strafe gestellt hätte, wurde von den Sozis abgelehnt).
Jetzt haben beide "Groß"-Parteien eine exekutierbare Handhabe gegen die Extreme Rechte, wenn sie ihnen zu gefährlich wird. Jobbik muss jetzt im Wahlkampf auch auf die Wortwahl acht geben, womit sie für einige zu zahm klingen wird.

Hossam Hassan
10.03.2010 21:36
Am besten fragen sie den Antisemiten ihres Vertrauens

Der hat da sicher eine schlüssige und konsistente Erklärung dafür auf Lager.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.