Sparkurs bringt auch Länder unter Druck

10. März 2010, 13:46

Überforderung von Gemeinden und Ländern entgegenwirken

Wien - Dass sich die Länder ebenfalls an der Sanierung der Staatsfinanzen beteiligen müssen, das haben Kanzler und Finanzminister schon beim Beschluss des strengen Budgetrahmens für die nächsten fünf Jahre klargestellt. Entgegen früherer (Lippen-)Bekenntnisse, kassiert der Bund 2011 gut 1,7 Milliarden Euro durch die Erhöhung von Steuern ein. Davon gehen nach den Regeln des Finanzausgleichs knapp 600 Millionen Euro an Länder und Gemeinden, berichtet das Ö1-Mittagsjournal am Mittwoch. Viel davon haben werden die Bundesländer aber nicht, müssen sie doch ihre Ausgaben um 800 Millionen Euro kürzen - damit bleiben 260 Millionen Euro, die den Ländern tatsächlich weniger zur Verfügung stehen und so auch irgendwo eingespart werden müssen.

Sogleich meldeten sich natürlich auch die Landeshauptleute zu Wort. Für den Vorarlberger Landeshauptmann Herbert Sausgruber von der ÖVP ist die Größenordnung "verhandelbar".
Sausgruber will einer Überforderung der Gemeinden bei den anstehenden Sparanstrengungen zur Budgetkonsolidierung entgegenwirken. "Bund und Länder können in gewissem Umfang einen stärkeren Beitrag leisten", erklärte Sausgruber am Mittwoch in der "Aktuellen Stunde" des Vorarlberger Landtags. Er betonte neuerlich, dass die Sanierung der Haushalte vor allem auf der Ausgabenseite erfolgen müsse.

Sausgruber schränkte ein, dass seine Aussage wohl nicht für alle Länder gelte. Vorarlberg schafft das lockerer als zum Beispiel Kärnten. Aber auch für die Steiermark und Niederösterreich ist es eng. Sausgruber: "Länder, die eine als konservativ verschrieene Budgetpolitik seit vielen Jahren betreiben und den Hausverstand nie abgegeben haben, tun sich etwas leichter, als jene, die es für modern angesehen haben, Schulden zu machen."

Dörfler will Krisensitzung 

Da trifft es sich gut, dass Kärnten - das Land ist nach dem Hypo-Debakel quasi pleite - gerade den Vorsitz in der Landeshauptleute-Konferenz führt. Und zwar in Person von Landeshauptmann Gerhard Dörfler, der eine Krisensitzung einberufen will: "Es kann nicht sein, dass der Bund ständig einseitig die Finanzsituation mit Ho-Ruck-Maßnahmen verändert. Wobei ja noch keiner weiß, was sie wollen." Zusätzliche Belastungen durch die Bundesregierung lehnt Dörfler entschieden ab. Länder und Gemeinden hätten so schon genug zu tragen, wird er im ORF-Radio zitiert.

Überlegungen, den bis Ende 2013 laufenden Finanzausgleich aufzuschnüren und damit ein Tabu zu brechen, dürften jedoch vom Tisch sein. Vorarlbergs Landeshauptmann sieht jetzt keine Absicht der Regierung, dieses Paket aufzumachen. Von Seiten des Bundes wird das bestätigt. Mit einer einfachen Begründung: Was sollte dem Bund ein solcher Eingriff in den Finanzausgleich bringen, wo die Länder und Kommunen finanziell am Limit sind. Am Ende, so die Sorge, würde der Bund nur noch schlechter aussteigen. (red)

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Posting 1 bis 25 von 43
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princeps legibus solutus
00
10.3.2010, 18:29
es ist überhaupt nicht einzusehen,

dass länder, die in den letzten jahren miserabel regiert haben, jetzt von den anderen über wasser gehalten werden müssen.

die sollen zunächst einmal ihre haushalte in ordnung bringen - wie das auf europäischer ebene auch von griechenland gefordert wird.

z.b. haben eine reihe von ländern noch immer ihr beamtendienstrecht nicht reformiert. andere wie kärtnen werfen überhaupt mir bargeldprämien aller art um sich.

falls sich das die gut wirtschaftenden bundesländer bzw. der bund gefallen lassen, dann gute nacht. dann gibt es in hinkunft überhaupt keinen anreiz mehr für landespolitiker vernünftig zu wirtschaften -stimmen kaufen ist einfacher und man muß es schließlich nicht einmal selbst bezahlen

Schüssel Biograf Walter Moers
01
10.3.2010, 17:42

Die Gemeinden haben ja wirklich Aufgaben zu erbringen. Aber die Länder sind doch nur ein feudaler Geldvernichtungsapparat.

Sagt mir eine Aufgabe der Länder, die wirklich unverzichtbar ist und nicht vom Bund oder von den Gemeinden erbracht werden könnte.

José Atento
14
10.3.2010, 17:34
Der Staatsbankrott ist leider unabwendbar

The point of no return wurde bereist vor langer Zeit überschritten. All diese politischen Dinge sind jetzt Alibi und es geht darum die Gläubiger sowohl intern als auch extern zu beschwichtigen.

Man wird versuchen mit Inflation nominal die Versprechungen der letzten Jahrzehnte (Staatsanleihen, Soziallleistungen) einzuhalten. Das machte man auch (legal!) in den 20er Jahren in Weimar- Deutschland. Es folgte eine Hyperinflation, die alle Gläubiger ruinierte. Die Pensionisten hatten damals keine Ansprüche auf Kaufkrafterhalt!

Also wer denkt, seine staatliche Zwangs-Pension ist in 10 Jahren noch etwas wert, der irrt vermutlich gewaltig.

Claus_W
00
10.3.2010, 18:35
Und weswegen?

Das alles passiert Doch nur weil ein paar Leute mehr und immer mehr wollen.
Dazu eignet sich unser Geld System perfekt, den armen noch mehr weg zu nehmen und den reichen noch mehr zu geben.

Wer glaubt der Zins ist ein "normaler" Teil unseres Geldsystems der ist schon auf den Leim gegangen.

http://www.infokrieg.tv/Vortrag_M... 03_15.html

José Atento
00
13.3.2010, 13:31
Richtig

Das Ganze passiert deshalb, weil Zentralbanken das Geld manipulieren. Davon haben natürlich nur wenige (Banker) etwas, da die das billige Geld als erstes bekommen. Wenn die billigen Kredite beim Volk ankommen, sind die Preise bereits stark gestiegen.

Der Zins ist normal, aber die hemmungslose Erhöhung der Geldmengen (= Schuldenanhäufung) ist DIE Ursache all unserer Probleme.

Claus_W
00
13.3.2010, 13:41
Ich finde nicht das der Zins normal ist...

...mich würde Ihre Meinung zu diesem Vortrag interessieren (der oben).

Der Zins ist ja die Ursache für die "hemmungslose" Erhöhung der Geldmenge... oder haben Sie da eine andere Erklärung?

José Atento
01
21.3.2010, 09:29
Nicolas Hofer beschreibt das ganz gut

Das ungedeckte Kreditgeldsystem, das von den Zentralbanken über eine künstliche Niedrigzinspolitik hervorgerufen wird, ist die eigentliche Ursache der Schuldenanhäufung und der damit einhergehenden zwangsweisen Vernichtung des Finanzsystems und damit der Wirtschaft.

Vielleicht auch empfehlenswert:
http://www.professorfekete.com/
http://www.financialsense.com/index.php

Claus_W
00
21.3.2010, 12:50
Danke

werde ich mir rein ziehen...

Rainer Sarkasmus
12
10.3.2010, 17:06
wenn dörfler was sagt,

hat das bestimmt hand und fuß

Claus_W
00
10.3.2010, 18:36
Wenn der heilige Geist

was sagt, hat das bestimmt Hand und Fuß.

Grundsätzlich: Traue niemandem, überprüfe alles selber und hinterfrage jede Absicht.

Niemand hat RECHT.

Elfmeter
00
10.3.2010, 18:28
Nur hätte man ihm vor 600 Jahren die Hände schon mal abgehackt!

Lünz
01
10.3.2010, 16:27
Man sollte die Gelegenheit nützen und den Föderalismus überdenken

1. Man überträgt den Ländern die Steuerhohheit, Länder beschäftigen und bezahlen selbst ihre Polizisten und Lehrer. Dann haben die LH selbst das Ruder in der Hand und sind nicht vom Bund abhängig.

ODER

2.Abschaffung der Landesverwaltung.

VvL
00
10.3.2010, 17:30
der erste Schritt

wäre nicht die Verwaltung (LReg, Bezirksverwaltungsbehörden und Gemeindeverwaltung), sondern die Gesetzgebung der Länder abzuschaffen, damit wird auch der Verwaltungsaufwand drastisch reduziert!

aber Vorarlberg sträubt sich sogar gegen ein bundesweites Jugendschutzgesetz, dann gibt es da noch Baurecht, Raumordnung, Fischerei, Jagd, Lichtspieltheater, Fahrschulen, etc etc

zweiter Schritt: Landesschulräte und Landeskrankenkassen ersatzlos streichen!

Als Gegenstück könnte man dafür die Zentralen dezentral ansiedeln: Bundesgebietskrankenkasse zB in Innsbruck, etc etc

Lünz
00
10.3.2010, 20:28

Ich finde, man braucht die Landesebene nicht. Bauordnung, Jugendschutz, etc zum Bund
und Jagd, Fischerei, etc zu dem Bezirken.

Die Idee mit den Krankenkassen find ich super (aber nicht nur die GKK, sondern ALLE Krankenkassen zusammenlegen)

Elfmeter
00
10.3.2010, 18:30
Als Idee für einen ersten Schritt stimme ich vollinhaltlich zu!

kfd
10
10.3.2010, 16:49
Föderalismus

Richtig !!!!!!!!!!!!!!!!!

no na Part of the Game
01
10.3.2010, 16:19
wenns ihnen so schlecht geht

ist es ja am besten sie gleich abzuschaffen

h k
01
10.3.2010, 16:14
Länder finanziell am Ende?

da hilft nur eines - Abschaffen der Landesverwaltungen!
Diese von Provinzpatriotismus getriebene Geldverbrennungsmaschine ("Föderalismus" genannt) gehört längst infrage gestellt.
Ansonsten kann es sein, dass Laienschauspieler und Pleitiers wie Herr Dörfler (nomen est omen) samt seiner Kamarilla das ganze Land in den Abgrund führen.

Claus_W
00
10.3.2010, 18:37

Abschaffen der Zentralbanken ist mal viel wichtiger als jedes lächerliche Gesetz.

Wir machen uns von einer Privaten Gelddrucker Bande abhängig und bezahlen für Papier auch noch Zinsen.

Unglaublich.

http://www.infokrieg.tv/Vortrag_M... 03_15.html

kfd
10
10.3.2010, 16:50
Föderalismus

Richtig !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

teuerzahler
00
10.3.2010, 15:57
parteibuchwirtschaft ist halt was andres

als realwirtschaft. da stossen unsere parteihammeln an ihre grenzen. und blechen darfs der depperte steuerzahler.

Meklon von Andromeda
 
10
10.3.2010, 15:54

Alle die sich hier darüber erfreuen, dass jetzt auch den Dorfhäuptlingen und Buagamastern endlich die Gurke gegeben wird: freut euch nicht zu früh.
Denn es gibt auch das nette Instrument der Gemeindesteuer und diverse Abgabeformen, über die sich die Gemeinden das Geld schon wieder reinholen werden. D.h. die Abgaben, die nicht dem Bund, sondern den Ländern und Gemeinden umgehängt werden, landen erst recht wieder bei den Bürgern.
Dann putzt sich die Bundesregierung ab und meint "Gemeindesteuer ist Gemeindesache" und diese schieben die Schuld auf die Bundesregierung.

VvL
00
10.3.2010, 17:31
aber da gibt es dann wenigstens

einen Wettbewerb!

manfred ortner
02
10.3.2010, 15:28
Länder und Kommunen "harmonisieren"! Vorher sollte der Bund die Jammereien der Länder nicht einmal ignorieren!


Während die (damals unter 50 Jahre alten) Bundesbeamten und Lehrer 2005 die Krot fressen mussten und willkürlich von oben der Pensions"harmonie" unterzogen wurden, gelten für die meisten Ländereien und Kommunen noch immer Rahmenbedingungen des letzten Jahrhunderts.

Kärnten und Wien sind in diesem Zusammenhang besonders deutlich, im negativen Sinne, hervorzustreichen.

So lange in diesen Bereichen nicht die Gleichstellung mit dem Bund erfolgt ist, sollte der Druck von den Ländern und Kommunen gar nicht genommen, sondern, im Gegenteil, durchaus verschärft werden.


Von den Dorfkaisern und Landeshäuptlingen predig(t)en nämlich die meisten bei Finanzausgleichsverhandlungen in Wien Wasser und trinken "daheim" Wein!

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