Studien

Bachelor für Arbeitsmarkt ungeeignet

10. März 2010, 14:44
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    foto: standard/cremer

    86 Prozent der Männer, aber nur 76 Prozent der Frauen beginnen nach ihrem Bachelor-Abschluss ein Masterstudium.

  • Die Studie der EUA sieht viele Herausforderung für den Reformprozess von Bologna.

Nur 15 Prozent der Hochschulen bezeichnen Bachelor als "angemessene Vorbereitung" aufs Berufsleben - 80 Prozent der österreichischen Absolventen beginnen Masterstudium

Der Bachelor-Titel scheint für den Arbeitsmarkt ungeeigent zu sein. Nur 15 Prozent der über 800 Universitäten und Hochschulen, die von der European University Association (EUA) zur Umsetzung des europäischen Hochschulraumes befragt wurden, gaben an, dass der Bachelor eine "angemessene Vorbereitung auf das Berufsleben" sei. Nach Untersuchungen der Statistik-Austria beginnen 80 Prozent der Bachelor-Absolventen ein Masterstudium.

Laut der EUA-Studie haben bereits 95 Prozent der Universitäten das dreistufige System aus Bachelor-, Master- und Doktorratsstudium umgesetzt. Die Mehrheit der Universtitäten (58 Prozent) sieht die Realisierung des europäischen Hochschulraumes als "sehr postiv", 38 Prozent geben jedoch an, dass die Realisierung "gemischte Ergebnisse" erzielt hat. Die 24 befragten österreichischen Hochschulen, liegen im Mittelfeld (zwischen 50 und 70 Prozent haben mit "sehr positiv" geantwortet).

Keine hohen Erwartungen in Mobilität zwischen Fakultäten

Nur ein Viertel der Hochschulen glaubt daran, dass die Möglichkeiten der Studierenden an verschiedenen Fakultäten oder Institutionen zu wechseln "signifikant" steigen wird, die Hälfte sieht diese Chancen mit der Umsetzung des Bologna-Prozesses zumindest "leicht" steigen. 

Herausforderungen für das nächste Jahrzehnt sieht die EUA-Studie viele. So sollte die Informationsarbeit ausgeweitet werden, um "Sinn, Zweck und Vorteile" der Bologna-Reform zu erklären. Die Studie empfiehlt auch, "innovative Bildungskonzepte" zu entwickeln und dabei Studierende und Hochschulen miteinzubeziehen. Zudem seien "Zusatzfinanzierungen" von einzelnen Staaten notwendig. 

Österreich: 80 Prozent beginnen sofort Masterstudium

Die Statistik-Austria hat die Umsetzung des Bologna-Prozesses in Österreich untersucht. Seit der Einführung des Systems gab es über 16.000 Bachelorabsolventen. Im Studienjahr 2007/2008 erreichte bereits über ein Viertel (26 Prozent) der Absolventen diesen Titel. 80 Prozent davon begannen unmittelbar nach ihrem Abschluss ein Masterstudium. Frauen setzen mit 76 Prozent weniger oft ihr Studium fort als Männer (86 Prozent). (lis, derStandard.at, 10. März 2010)

Wissen:

Die European University Association (EUA) ist mit 46 Teilnehmer-Ländern der größte Verband europäischer Hochschulen. Ihr Sitz ist in Brüssel.
Bei der Studie "Trends 2010" der EUA wurden 821 Universitäten, 27 nationale Universitätsverbände und Forschungsbesuche in 16 europäischen Ländern befragt.

Link:

European University Association

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 215
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tobey
00
15.8.2010, 16:53
Effekt von Ausbildung überbewertet

Wenn die Lohnstudien, welche auf dem Netz zugänglich sind (Bsp: http://www.lohncheck.ch ) tatsächlich stimmen, dann nimmt die Ausbildung sowieso nur begrenzt Einluss auf den Lohn. Wichtiger ist beispielsweise die Branche für welche man arbeitet. Fragt sich also, wieso die Strapatsen auf sich nehmen?

lehrer
00
11.3.2010, 21:56
bescheuert

wer will noch am magister festhalten..geht mal über die grenze und niemand weiß was ihr seid...!
p.s. bin mag. phil. ist aber sowas von egal...war natürlich zum einstieg in job notwendig/bundesdienst..aber sagt nach eingen jahren natürlich nix über qualität der arbeit aus..genau so ist s mit dem bachelor...understmal nachdenken..wir benötigen wenige wissenschafter...(waren auch früher nur wenige mit mag titel) sondern motivierte, kreative, innovative etc..arbeitende...

RS69
 
10
12.3.2010, 07:34

"geht mal über die grenze und niemand ..."

Offensichtlich waren SIe noch nicht beruflich "über der Grenze"? Oder sind kein Akademiker?

---

Sie denken also, dass wir weniger gut ausgebildete benötigen? Woher haben's das?

Die Trends zeigen eher, dass wir in Österreich nur mit hochqualifizierten Jobs mithalten können - Motiviert und kreativ sind die Leute woanders auch - und um einen Bruchteil des Geldes zu haben.

Fakten sind egal- was zählt ist die Meinung
00
22.3.2010, 15:12

Behaupten Sie, dass ein Bachelor ein "weniger gut ausgebildeter" Akademiker ist? Lese ich Sie so richtig?

RS69
 
00
22.3.2010, 15:42

Davon habe ich zwar nicht gesprochen - Aber ich ich sehe schon einen deutlichen Unterschied zwischen Bac und Master und Dr.

---

Meine Statement bezog sich darauf, dass Mag und Dipl-Ing auch jenseits der Grenze gleich viel Wert sind.

Fakten sind egal- was zählt ist die Meinung
00
23.3.2010, 07:34
Ja, den sehe ich auch ...

Aber die ganze Diskussion dreht sich ja um die Verleichbarkeit und etwaige Unterschiede zwischen Alt- und Bologna-Akademikern (egal ob Bakk, Master oder Doc).
Ich wehre mich nur dagegen, dass man die alten Mag-Abschlüsse glorifiziert und zugleich das Bakk abqualifiziert. Da die Umsetzung bei den Uni lag, wir es Fälle geben, wo das unglücklicher gelöst wurde. Ansonsten kann ein Bakk auf der mir bekannten Uni bis auf die zweite Fremdsprache (zuerst Pflicht jetzt Wahl) durchaus mit dem Dipl-Studium verglichen werden. Netto fehlen 34 Stunden. Wenn er den MAster macht hat er 2 Semester weniger wie ein alter Doktor. Außer er studiert in Italien. Dort würde ich mir die Dr. Cur. genau anschauen wollen. Dafür gibts in A oft "nur" einen Bakk. Super

Wolfgang Erhart.
00
11.3.2010, 15:41
Schule, Schule überall!

Was mich stört, ist die Verschulung der Universität. Meiner Meinung nach sollte die Universität darum bemüht sein, eine unabhängig und kritisch denkende "Elite" heranzuziehen. Das Ziel eine universitären Ausbildung sollte auf jeden Fall sein, Menschen in die Lage zu versetzen, selbstständig Sachen zu hinterfragen. Das ist eine unglaublich wichtige Kompetenz. Je weniger Leute wir haben, die das machen, desto eher fahren Politik, Medien und Wirtschaft Schlitten mit uns.

Stattdessen bekommen man Lernstoff intravenös. Die Prüfungen sind eine REINE Abfragerei von Wissen, eigene Kreativität oder ernsthaftes Nachdenken ist da kaum noch vonnöten.

freeye
01
11.3.2010, 15:58
kommt drauf an

was du studierst

Wolfgang Erhart.
00
11.3.2010, 16:14

Naja, wo ist es denn noch nicht so? Und selbst wenn's Fächer gibt, wo das noch nicht der Fall ist - Der Bolognia-Prozess läuft ja noch. Wenn's noch Inseln der Seligen gibt, gehen die eventuell auch noch unter.

Ludewig Lebemann
00
11.3.2010, 15:34
"...Nur 15 Prozent der über 800 Universitäten und Hochschulen...

[...] gaben an, dass der Bachelor eine "angemessene Vorbereitung auf das Berufsleben" sei...". Also die Unis zu fragen, ob die Ausbildung die sie anbieten eine angemessene Vorbereitung für das Berufsleben sei, ist schon etwas einseitig. Denn die Unis können wohl nur die *eigenen* Möglichkeiten beurteilen und da stellen sie sich selbst ein schlechtes Zeugnis aus, wenn sie nur 15% der Leute als für die Arbeit im Unibetrieb angemessen vorbereitet halten.

Die Einsetzbarkeit ausserhalb des Elfenbeinturmes werden doch hoffentlich immer noch die Unternehmen beurteilen, die diese Leute einstellen sollen. Und die haben hoffentlich andere Auswahlkriterien als eine Universität.

Fakten sind egal- was zählt ist die Meinung
00
11.3.2010, 15:24

Diagnose: Gescheitert!
Kein einziges Ziel erreicht. Alles wurde schlechter.
Genial!

Erich Hartig
00
13.3.2010, 01:21
und kostete und kostet natürlich entsprechend mehr

dafür gibts aber kein adäquates Budget und die Qualität muss auch noch besser werden.
Die Eierlegende-Schaf-Milch-Sau ist wohl wieder gefragt.

Schneck4ever
00
11.3.2010, 14:14

tolle Diskussion: der hat den Titel, der is ur super... was der hat nur den Titel? pha, so a Flasche...

Der Titel soll doch nicht als Schmuck herumgetragen werden sondern als Ausbildungs-Standard eine gewisse Hilfe für Unternehmen sein.
Und wenn ein Unternehmen meint für einen Posten sei ein Bakkalaureatsstudium nicht ausreichend dann wird es eben nach einem Master suchen müssen - wo ist das Problem?

Es gibt obendrein eine ganze Reihe an Gründen warum jemand sein Studium nicht abschließen kann oder den angestrebten Grad nicht erreicht - "zu blöd" ist da, glaube ich, relativ selten zutreffend!

Darum ist es ein Armutszeugniss wenn jemand meint "ah Bachelor - der hat den Master nicht gepackt".

my 5 cents

radlfahrer
05
11.3.2010, 12:38
Problem: Bachelor in Österreich

Hauptgrund:. Es klingt natürlich viel besser, wenn man beim Arzt mit Herr Magister, Frau Doktor, Herr Diplom Ingeneur, ... aufgerufen wird.
wichtiger Grund: alle, die bisher ihr Studium abgeschlossen haben, müssen natürlich schlecht über den Bachelor reden, da man selbst ja "so viel mehr" Arbeit in sein Studium gesteckt hat. Und das sind eben die Meinungsbildner.

neuer weg
00
11.3.2010, 11:55
Ich oute mich hier als Fan des Bacc. !

Das 80 % den master dranhängen, heißt noch lange nicht, dass 80 % diesen auch abschließen werden.

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren die drop out raten in Österreich sehr hoch - im intern. Vergleich extrem hoch.

Tatsächlich werden viele Studenten froh sein, dass sie einen bacc. erreicht haben und nicht als "Studienabbr. geführt werden"...

Das mag zwar jetzt keiner zugeben, ist aber so.
Auch die vielen Abbr. wären mit einem bacc. besser dran gewesen.

Ich gehe davon aus, dass wenn einmal die Zahl der "nur" Bacc. ansteigen wird, der Ruf auch besser werden wird.

So jetzt dürfts mich steinigen.

mfg
ein Bacc. Fan !

und bitte nicht ständig schlecht reden wer baccs. schlecht bezahlt, wird masters ned autom. besser bezahlen wollen.

Fakten sind egal- was zählt ist die Meinung
01
11.3.2010, 15:28

Also ich habe in beiden Systemen studiert. Man hat halt ein Diplomstudium (endlich) ein bisschen entschlackt und das Ganze dann in ein 180 Stunden Curriculum gepresst. Fertig ist die super Innovation.
Netto sind es in der BWL 34 Stunden weniger.
Wer wegen 34 Stunden ein Diplomstudium abbricht ist selber schuld und wird wohl auch an einem Bakk scheitern.

Tannenelch
00
11.3.2010, 14:24
Stimmt schon

Aber die "hauptsache irgendwas haben"-Mentalität ist meines Erachtens auch die Wurzel von so manchem Übel. Die entwertet nämlich unterm Strich so ziemlich jedes Studium.

picadilly
00
11.3.2010, 13:35
Dauert...

Ich glaube es dauert seine Zeit. Ich bin WU-Absolvent (Mag.) und ich habe gehört dass es auch einige Jahre gedauert hat bis die "neuen" Mag´s akzeptiert wurden (früher gibt/gab es ja die Diplom-Betriebswirte).

Allerdings scheint das Problem des Stufenbau mit dem Master zu sein - wenn alle sowieso den Master machen dann wird der Bac entwerten.

neuer weg
01
11.3.2010, 11:55
tja österreich ist halt wieder mal etwas anders...

während in anderen Ländern der Bacc. sehr wohl zum Einstieg ins Berufsleben reicht, wird er in Österreich von fast allen Seiten schlechtgeredet.

Auch Unis und Studenten nehmen an dieser "self fullfilling prophecy" rege teil.

Der Focus wird auf Meinungen (über die Verwertbarkeit) gelegt, nicht auf tatsächliche Befähigungen.

Am Ende freut sich die Industrie, weil sie für Bacc. nicht mehr bezahlen will, wie etwa für Maturanten...

naja, that's life.

Fritz Meyer
00
11.3.2010, 12:38
War es nicht eher andersherum...


dass die klassischen Abschlüsse überall anerkannt waren und dann auf einmal allerhand Gesindel daherkam und meinte, die Wirtschaft bräuchte "dringend" eine mehr berufsorientierte Ausbildung an den Universitäten?

Ist es nicht erst NACH der Einführung dieses "erweiterten Schulbetriebes" so gewesen, dass z.B. in Grossbritannien die hier erworbenen "neuen" Abschlüsse nur noch mit Auflagen anerkannt werden, während es bei den klassischen NIE IRGENDWELCHE PROBLEME GEGEBEN HAT?!?

Und was ist mit den FH-Abschlüssen, auf deren Rücken man diese "Verschulung" der Unis durchgeführt hat?

Das "Schlechtreden" kommt nicht von den "rückständigen" Österreichern, Herr "Neuer Weg", sondern findet aus berechtigtem Anlass statt.

Fritz Meyer.

neuer weg
00
12.3.2010, 01:27
so und jetzt stellen sie sich vor, ich war auf der bologna-demo heute/gestern

na passt das in ihr Weltbild ? Warens auch dort ?

ich fand die Demo ganz ok, zumindest die offiz.

Kritik ist wichtig und gut ! Die Leute waren sehr engagiert heute, wobei die Kälte etwas hemmend war.

Ich verwehre mich nur konsequent der Ansicht, dass ein Bacc. nicht viel mehr als Dreck sei - (einen Dreck hast du an der Hand - so hams es genau genannt)

konstruktive Kritik ist das eine, von Dreck oder von Gesindel zu sprechen, wie sie es taten, das andere. Das geht ganz klar in die destruktive Schiene.

Aber vielleicht hams heute einfach einen schlechten Tag gehabt, die wir alle mal haben, insofern wünsche ich einen schönen Arbeitstag noch.

Ruskij
20
11.3.2010, 12:19

Ein Bakk-Abschluss ist auch kaum mehr wert als eine Matura auf einem Niveau, wie es noch vor 10-20 Jahren üblich war.

Ivan Bukov
00
11.3.2010, 12:29

Sie sind sich aber schon bewusst dass sie jetzt genau machen was "neuer weg" vorausgesagt hat?

Fritz Meyer
00
11.3.2010, 12:40
Wenn's doch wahr ist.


Nur weil der Vorposter jede Kritik generell in den Schmutz zieht, heisst noch lange nicht, dass er automatisch recht hat.

Fritz Meyer.

neuer weg
00
12.3.2010, 10:45
??? was unterstellen sie mir

1. wo ziehe ich jede Kritik in den Schmutz ?

wie andernorts erwähnt KONSTRUKTIVE Kritik ist wichtig und gut !

2. Sie deuten andernorts an, dass ich mit anderen Meinungen, Ansichten Probleme hätte.
Das stimmt so überhaupt nicht, ich bin aufgeschlossen was andere Sichtweisen betrifft, so lange sie vernünftig dargebracht werden.
Ich verwehre mich lediglich den rechtsaussen "Meinungen" und den Verbalrabauken aller coleur.
wie gesagt die Bologna-Demo fand ich ok !

ad "recht haben"
Gehts ihnen darum ? ums recht haben ?
Ich bin doch nicht so naiv und vermessen zu behaupten, dass ich die ultimative Wahrheit gepachtet habe. Es ist eine der vielen Meinungen zu diesem Thema, die ich hier preis gebe. Nicht mehr und nicht weniger.





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