Brauerei

Winter und Biersteuer ärgern Heineken

10. März 2010 11:23
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    grafik: apa

Im Rezessionsjahr 2009 haben die Brauereien von Heineken in der Region Zentral/Osteuropa an Absatz und Umsatz eingebüßt.

Wien - Im Rezessionsjahr 2009 haben die Brauereien von Heineken in der Region Zentral/Osteuropa (Osteuropa mit Österreich, Deutschland, Griechenland, Russland) an Absatz und Umsatz eingebüßt. 2010 fingen die Marktzahlen an besser zu werden, berichtet der mittlerweile wieder zweitgrößte Braukonzern der Welt. Vorerst spielt das Wetter nicht mit.

"Ein langer Winter ist nie gut für die Brauer", sagte Heineken-CEE-Chef Nico Nusmeier am Dienstagabend in Wien. Wenn es so kalt ist, trinken die Menschen weniger Bier. Die ersten zwei, drei Monate des Jahres seien im Biergeschäft aber nie die wichtigsten. Kopfzerbrechen macht eine andere Front: Zur Zeit sehen sich die Brauer wegen der knappen Staatsbudgets quer durch die Region von Biersteuerplänen umgeben.

In Russland sei Mitte Jänner 2010 die Biersteuer um weit mehr als das Doppelte angehoben worden, in Polen und Tschechien gab es 2009 Steuererhöhungen auf den Gerstensaft. Griechenland hat in seinem Staatssanierungsprogramm ebenfalls höhere Steuern auf Bier angekündigt.

Dass für Österreich das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) vor wenigen Wochen neben höheren Steuern auf Tabak und Mineralöl auch höhere Steuern auf Alkohol vorgeschlagen hat, will Brau-Union-Chef Markus Liebl, er ist auch Chef des Brauereiverbands, vorerst nicht auf seine Branche bezogen sehen.

Bier sei weit stärker besteuert als Wein, und zudem wüsste die Regierung, dass eine Biersteuererhöhung nichts bringe, meint Liebl. Schon heute machten die Kofferraumimporte aus steuergünstigeren Nachbarländern (Tschechien, Deutschland) mit 250.000 bis 300.000 Hektolitern drei Prozent des österreichischen Absatzes aus.

Steuern weitergeben

Zur Zeit werden in Österreich 24 Euro je Hektoliter an Biersteuer kassiert. Eine Anhebung beispielsweise um einen Euro würde knapp 5 Prozent ausmachen und würde "grundsätzlich weitergegeben", geben die Brauer zu bedenken. "Ich glaube nicht, dass die Biersteuer in Österreich erhöht wird", sagte Liebl. Aus Gründen teurer Rohstoffe oder Energie sei zumindest heuer auch sonst keine Preiserhöhung in Sicht.

93 Millionen Euro hat Liebl für das vergangene Jahr an Biersteuer abgeführt. Der Umsatz der Heineken-Österreichtochter Brau Union (ohne Biersteuer) ist 2009 trotz geringerer Volumina unter anderem nach Preiserhöhungen um 0,7 Prozent auf 509 Mio. Euro leicht gestiegen. Beim Bierabsatz allerdings hat das Unternehmen (Hauptmarken: Gösser, Zipfer) mit einem Rückgang um 6,2 Prozent stärker verloren als der österreichische Markt (minus 3 Prozent). Liebl begründet das mit dem Rückzug seiner Gruppe aus Billigbieren. Sein Marktanteil ist unter 50 Prozent (48 Prozent) gesunken.

25.000 Mitarbeiter hat Heineken CEE, davon 2.200 in Österreich. Tendenz: weiter rückläufig. Überall steht der Konzern auf der Kostenbremse.

Voriges Jahr wurden wieder einige Brauereien im Osten zugesperrt. In den derzeit 55 Brauereien und 6 Mälzereien von "Heineken-CEE" in 14 Ländern, die von Wien aus gesteuert werden, wurden im Vorjahr 160 verschiedene Biermarken abgefüllt. Der Bierausstoß in der Region sank im "schwierigsten Umfeld" um 8,6 Prozent auf 46,1 Mio. Hektoliter.

Der Umsatz von Heineken Central & Eastern Europe - zweitstärkste Region des niederländischen Brauriesen - sank von 3,69 auf 3,2 Mrd. Euro, ein Rückgang um 13 Prozent. Bereinigt um Wechselkursbelastungen wird das Umsatzminus mit 2 Prozent beziffert. Die massiven Währungsschwankungen haben vergangenes Jahr das Ergebnis mit 80 Mio. Euro belastet. Das Vorsteuerergebnis (EBIT beia, organisch) wird mit 389 Mio. Euro (plus 6,7 Prozent) angegeben. Im Jahr 2008 hatten teure Abschreibungen in Russland ("Goodwill") belastet.

2009 sei nach den Millardenakquisitionen in den Russlandmarkt trotz der scharfen Rezession dort der Turnaround der Investitionen erreicht worden. Turnaround-Länder seien jetzt noch Tschechien, Weißrussland und Serbien. Bei weiteren Marktkonsolidierungen in der Region will Heineken wieder aktiver Player sein, sagte Nusmeier. (APA)

Kommentar posten
17 Postings
metropolis
10.03.2010 19:21
Heineken versucht den Einheitsgeschmack durchzusetzen

Alle von Heineken übernommenen Brauereine werden auf die Linie des Heinekeneinheitsgeschmacks gedrillt.
Dass auch große Brauereien gutes Bier machen sieht man an Budweiser.

metropolis
10.03.2010 18:02
Heineken hat Absatzeinbußen

Die Brauereien, die nach den Reinheitsgebot brauen wie z.B. Stiegl haben Zuwächse. Viele Biersorten waren einmal ganz gut, kaum hatte sie Heineken übernommen kam der (scheußliche) Einheitsgeschmack.

Religion Opium des Volkes? Marx kannte wohl kein TV
24.03.2010 12:20
Was ist der Unterschied

zwischen Cunnilingus und Heineken?

Beim Cunnilingus ist der Uringeschmack nach ein paar Sekunden weg.


(Lieber Foromat: Falls du jetzt zuschlägst, richt der Zensi noch liebe Grüße aus!)

rosa cosa
10.03.2010 17:34
Heineken führt

mit polnischen Tanklastern den Brausud zwischen Puntigam, Göss und Zipf rum!
Prost die Herren!

waffel
10.03.2010 16:33

heineken und das bier in einem satz zu gebrauchen gehört verboten!

Charles Marx
10.03.2010 16:31
Osteuropa erfreut sich eines höheren Wohlstandes...

...verglichen zu früheren Jahren. Bei höherem Wohlstand schwenken die davon profitieren von Bier auf Wein um. Das ist ein weltweiter Trend. Heineken soll sich halt Weinfarmen kaufen wenn sie den Umsatz erhöhen wollen.

Hershel S. Krustofsky
10.03.2010 16:20
ich versteh die probleme nicht

erstens ist leicht zu beweisen, dass auf heineken definitiv keine biersteuer eingehoben werdenn kann.
zweitens kann man den langen winter nutzen, die plörre als frostschutzmittel am markt zu positionieren.
aber auf das naheliegende kommen die marketingfuzzies ja wieder nicht...

farbwechsel
10.03.2010 16:07

die verbrechen das schlimmste bier am biermarkt und beschweren sich über umsatzrückgang!?

kopfschüttel

Poldi Fesch
10.03.2010 15:49
?? wenn 100 lit

um € 1.- teurer werden, waeren das 10 Cent auf die KISTE, eher wurscht, taet ich sagen

berardo
10.03.2010 15:45
Ich empfehle

statt Heineken lieber Bier zu trinken!

01052004
10.03.2010 14:20
wer braucht heineken???

österreich verfügt gottseidank über eine vielzahl an privaten brauereien...

Mag keine Moralapostel!
10.03.2010 14:41

Wieso is ein größeres Angebot schlecht. Kaufen können Sie ja trotzdem was Sie wollen.

DiriGirnDadiGern
11.03.2010 12:33
Verdrängung durch Marktmacht

Das Angebot wird ja leider nicht größer.

Die enorme Marktmacht ermöglicht die Verdrängung der besseren Produkte über Größenvorteile.

Sinkende Erzeugungskosten je Produktionseinheit ergeben sich mit steigender Ausbringungsmenge. Die Kostenverminderung als Folge der Aufteilung der Fixkosten auf einen wachsenden Ausstoß bewirkt fallende Durchschnittskosten.

Massenproduktionsvorteile, Fixkostendegression sind meist die Ziele bei Zusammenschlüssen von Firmen.

Produkt-Qualität und das Wohl des Kunden ist nur Mittel zum Zweck.

Leider bewirkt die Wettbewerbsbehörde keine Befreiung, sondern duldet billigend die Überschwemmung mit Einheitsbier, das sich nahe am Wasser bewegt.

Heinekens Lobbyisten machen einen guten Job in Brüssel.

misanthropie
10.03.2010 13:12

harte drogen (alkohol) gehört wie andere harte drogen (heroin) verboten !

Poldi Fesch
10.03.2010 15:48
es ist ja

schon das Heroinverbot nicht nachvollziehbar

Mag keine Moralapostel!
10.03.2010 14:41

Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

metropolis
10.03.2010 18:03

So wie Bier mit Heineken!

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