Wovor sich die Bevölkerung gesundheitlich bedroht fühlt, zeigen die Ergebnisse einer Umfrage
Leibzig - Viele Menschen fühlen sich durch mögliche gesundheitsschädliche Folgen moderner Technologien bedroht. Die Auswirkungen von Elektrosmog, Handy-Strahlung, Ozonloch oder auch gentechnisch veränderten Lebensmitteln auf die Gesundheit finden viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, werden aber in der Fachwelt häufig kontrovers diskutiert.
Die Universität Leipzig gab eine Studie in Auftrag und hat die deutsche Allgemeinbevölkerung zu diesen modernen Gesundheitssorgen befragt, so die Universität in einer Aussendung.
Ozonloch vor Antibiotika im Essen
Überaschenderweise wird die Hitliste der Gesundheitssorgen noch immer von Sorgen um das Ozonloch angeführt (29 Prozent), gefolgt von Antibiotika im Essen (24,3 Prozent) und genetisch manipulierten Nahrungsmitteln (24,2 Prozent). Im Gegensatz dazu gaben nur rund vier Prozent der Befragten an, sich um die gesundheitlichen Folgen der Handynutzung zu sorgen, obwohl dies in den letzten Jahren immer wieder diskutiert wurde.
Ein geschlechterspezifischer Vergleich zeigt, dass Frauen signifikant stärker ausgeprägte Gesundheitssorgen hätten. Ebenso werden Unterschiede zwischen den Altersgruppen deutlich: Jüngere (14 bis 29 Jahre) sind weniger besorgt als die höheren Altersgruppen. Die am stärksten ausgeprägten modernen Gesundheitssorgen äußern die 30 bis 39-Jährigen. Dagegen weisen der Bildungsstand der Befragten sowie das Haushaltseinkommen keine signifikanten Zusammenhänge mit der Ausprägung der Sorgen auf.
Somatoformen Beschwerden durch Sorgen
Neben den Diskussionen um die tatsächliche Gefährdung durch die genannten Quellen, gibt es in den letzten Jahren zunehmendes Interesse auch aus klinisch-psychologischer Sicht. Die Gesundheitssorgen werden dort im Kontext der somatoformen Störungen diskutiert. Diese sind unter anderem durch verschiedenste körperliche Beschwerden ohne organisch hinreichenden Befund, durch ausgeprägte Gesundheitssorgen und eine hohe Inanspruchnahme medizinischer Leistungen gekennzeichnet. In der vorliegenden Bevölkerungsuntersuchung wurde diesem Zusammenhang nachgegangen: Es konnte gezeigt werden, dass Personen, die viele verschiedene und stark ausgeprägte Gesundheitssorgen berichten, auch deutlich häufiger an somatoformen Beschwerden leiden. (red)