Sensible Zellen

14. März 2010, 18:00
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    foto: siemens

    Lebender Sensor: Der Prozessor prüft laufend das Wohlbefinden seiner „"Bewohner".

     

     

Lebende Sensoren nutzen Zellen als Indikationsmittel für Schadstoffe - Sie werden auf einen Siliziumchip aufgebracht und von einem Prozessor überprüft

In Wasser gibt es eine fast unüberschaubare Anzahl an möglichen Schadstoffen wie Pflanzenschutzmittel, Schwermetalle, chemische Rückstände oder allgemeine Verunreinigungen. Das macht die Prüfung der Wasserqualität mittels Sensoren aufwändig und teuer und eine kontinuierliche Kontrolle fast unmöglich. Aus diesem Grund werden bis heute zum Beispiel Forellen oder Muscheln gerne als Indikator für die Wasserqualität eingesetzt, eine Art lebende Sensoren, die aber sowohl ethische Fragen aufwerfen als auch Aussagen unterschiedlicher Qualität liefern können. Deshalb wird bei Siemens Corporate Technology an der Entwicklung lebendiger Sensoren gearbeitet. 

Leuchtende Bioreporter

Lebende Sensoren nutzen Zellen als Indikationsmittel für Schadstoffe. Sie werden mit einem Nährmedium auf einen Siliziumchip aufgebracht. Der Prozessor prüft permanent die Zellatmung, das heißt den Sauerstoffgehalt der Zellen, die Ansäuerung des Nährmediums durch den Stoffwechsel der Zelle und ihre Anhaftung auf dem Chip, sowie die Anzahl der Zellen und ihre Form. Schadstoffe verändern einen oder mehrere dieser Parameter. Noch haben diese Sensoren nur eine Lebensdauer von einigen Tagen. Im nächsten Schritt soll sie auf einige Monate erhöht werden. Experimentiert wird in diesem Bereich auch mit Bakterien und gentechnisch veränderten Zellen, so genannte Bioreporter, die auf einzelne Schadstoffe spezialisiert sind und zu leuchten beginnen, sobald diese in der Luft oder im Wasser identifiziert werden.

 

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