Stellenstreichung

Aer Lingus stürzt weiter in Verlustzone

10. März 2010, 08:13

Operativer Verlust auf 81 Mio. Euro vervierfacht - 670 Mitarbeiter verlieren ihren Job

London/Dublin - Der kriselnde irische Billigflieger Aer Lingus ist tief in die Verlustzone gestürzt. Im vergangenen Jahr häufte die Fluglinie einen operativen Verlust vor Sonderposten von 81 Mio. Euro an - rund viermal so viel wie im Vorjahr. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Dublin nach vorläufigen Zahlen mit.

Die Zahl der Passagiere wuchs um fast vier Prozent auf 10,4 Millionen. Der Umsatz sank um elf Prozent auf gut 1,2 Mrd. Euro. Sinkende Ticketpreise trugen dazu bei. Aer Lingus kündigte den Abbau von 670 Stellen in der Luft und am Boden an.

Verhandlungen starten bald

Aer-Lingus-Chef Christoph Müller sagte außerdem, bei den Arbeitsbedingungen und Gehältern werde sich einiges ändern. Die Verhandlungen mit Gewerkschaftern würden bald beginnen. Die Sparmaßnahmen seien notwendig, um das Unternehmen zu sichern. Der Verlust vor Steuern und Sonderposten lag 2009 bei 66,2 Mio. Euro nach einem Plus im Vorjahr von 18,8 Mio. Euro.

Die Fluglinie hatte bereits zwei Übernahmeversuche des Konkurrenten Ryanair abgewehrt. Sie soll mit einem radikalen Sparprogramm und Stellenstreichungen wieder auf Vordermann gebracht werden. Schon Ende 2009 hatte Aer Lingus angekündigt, in den kommenden zwei Jahren etwa jede sechste Stelle einsparen zu wollen. Die meisten Jobs sollten bis Ende 2010 im Cockpit sowie beim Kabinen- und Bodenpersonal wegfallen. Derzeit hat Aer Lingus etwa 3.900 Mitarbeiter. (APA/dpa)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.