Jesuiten-Internat

Andre Heller sah sexuelle Übergriffe

10. März 2010, 07:15

Künstler besuchte Ordensschule in Wien und zeigt sich nicht überrascht über die jüngst bekanntgewordenen Fälle

Wien - "Wir waren mit unserer Verstörung und Ratlosigkeit allein", beschrieb Künstler Andre Heller in der "ZiB24" des ORF-Fernsehens die Situation als ehemaliger Schüler im Jesuiten-Internat Kalksburg (Wien-Liesing), wo er sexuellen Missbrauchs mitbekam. Heller zeigte sich nicht überrascht über die jüngst bekanntgewordenen Fälle und geht von einer "ganz geringen Zahl, von der wir wissen" aus - "gemessen an der Wirklichkeit".

Heller berichtete von einem Erzieher im Kollegium Kalksburg, der Missbrauch begangen habe. Er selbst sei in der Nacht von dem Mann an den Schläfen gestreichelt worden und habe dafür Schokolade erhalten. Das habe er "als Zärtlichkeit empfunden". Womöglich sei dabei aber "etwas ausgelotet" worden, denn andere im Internat seien missbraucht worden. Die Grenzen seien hier fließend gewesen.

"Der Teufel war zu Besuch bei uns"

Heller beklagte, dass früher die Justiz nicht mit dem Thema befasst gewesen sei. Damals, als die Missbrauchsfälle aufflogen, sei der Generalpräfekt erschienen und habe erklärt: "Der Teufel war zu Besuch bei uns." Alle Betroffenen sollten sich melden. Dann sei es lediglich zu "jesuitischer Selbstjustiz" gekommen. Hilfe für Opfer, etwa durch Psychologen, gab es laut Heller damals nicht. Heute sei es im Gegensatz zu früher "nicht mehr so leicht, damit davonzukommen".

Heller riet Opfern, über das Geschehene zu sprechen - wenn auch nicht notwendigerweise an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Missbrauch sei "Teil einer schrecklichen Realität" gewesen. Von seiner Zeit im Internat sprach der Künstler von "Kinderinquisition": "Ich fand's eine ganz widerliche Zeit im Internat."

Das Kollegium Kalksburg übertrug 1994 seine Führung dem Schulverein "Vereinigung von Ordensschulen Österreichs". Als Hauptgrund wurde die die Personalsituation angesichts kontinuierlich gesunkener Zahlen von Ordensmitgliedern genannt. (APA)

Kommentar posten
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Michael Aires
01
11.3.2010, 16:12
Womit bewiesen ist:

Diese Religionen, Märchengeschichterln, wie alle sinnentleerten Ideologien, begünstigen psychischen Fehlentwicklungen und geben diesen auch noch eine unkontrollierte Spielwiese.

mastermind47
01
11.3.2010, 16:02
Frustpotential gab es bei Priestern wohl schon immer

... und wennst daheim was gesagt hast, wurde "Bruder Scharfschütze" (der mit dem schweren Schlüsselbund) oder "Bruder Scharfrichter" (der mit Rohrstaberl oder Holzlineal) von meinem Vater beim nächsten Elternsprechtag gefragt, dann war natürlich ICH der Böse und Schlimme, und daheim gab es dann weitere Watschen!
Ich bin auch in den 70ern bei den Schulbrüdern im 15.Bezirk in Wien zur Schule gegangen, zur allgemeinen Verteidigung muß ich bemerken, wir hatten ein paar gute Lehrer im Ordensgewand, aber leider auch einige brutale Lehrer!
Denn was das "Bodenpersonal Gottes" sagte, konnte niemals unrecht sein, und nur ich habe "stets gelogen"!
Sexuelle Übergriffe gab es zu meiner Zeit dort keine, wohl aber zeitweise Brutalitäten!

viegb1
00
10.3.2010, 21:37
Buchempfehlung

Helmut De Waal, Christoph Thoma "Was tun bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen?", Ein Leitfaden für wirksames (berufliches) Handeln. Verlag Freunde des Kinderschutzzentrums St. Pölten Die Moewe. 2002; ISBN 3-95011540-4. Empfehlenswert.

Mirstetta Toni
04
10.3.2010, 21:17

ein grund mehr sich als elternteil noch mehr, intensiver, feinfühliger und mit vollem interesse um seine kinder zu kümmern.
schule und lehrer genau zu kennen und mit den kindern über alles zu reden.
und sollte man den eindruck haben, dass etwas nicht so ist wie es sein sollte, nachfragen, hinsehen und reagieren.

Lectrice
01
12.3.2010, 16:01

Man sieht aber auch an diesen Diskussionen wie wichtig die (heute oft verteufelten) "68" mit all ihren Vor- und Nachteilen waren und vor allem die Strömungen danach.

Da ist mal einiges aufgebrochen worden. Diese Verlogenheit, die sich da abspielte und heute noch abspielt ist nicht menschenwürdig. Dass Eltern zB den Pfarrern mehr glaubten als ihren Kindern - entsetzlich.

Mirstetta Toni
00
13.3.2010, 09:28

für mich auch unverständlich, welche in höchstem grade unqualifizierten menschen auf unsere kinder losgelassen werden. des weiteren wieviele eltern sich weder über die schule noch lehrkörper ihres kindes ein persönliches bild machen.

ich war anfang der 70er im bg hietzing fichtnergasse und wurde dort psychisch zu so dermassen zugerichtet, dass meine mutter nach drei jahren die initiative ergriff und mich aus diesem loch befreite. ich bin ihr für das in alle ewigkeit dankbar.

Londo Mollari
 
01
10.3.2010, 19:32
ich war auch im kollegium und es gab für mich keine anzeichen irgend eines missbrauchs

zeitraum: 80er. das waren tw. recht schrullige, tw. wirklich ungute, überwiegendst aber hoch engagierte und kompetente lehrer und betreuer. manche davon dienen mir heute noch als vorbild. die schule hat mich geprägt und ich möchte sie nicht missen. ich fände es unfair, das hier zu verschweigen.

ps für insider: die güte von bottle halte ich heute für stärke, statt wie früher für schwäche. seine geduld dient mir heute (zB) als vorbild.

tirol1809 | einheit u. unabhängigkeit für tirol
00
10.3.2010, 19:10
Was mich wundert, daß jemand wie Andre Heller bis jetzt kein Wort darüber verloren hat.

von ihm hätt ich mir es anders erwartet.

sackgasse / scheideweg
011
10.3.2010, 18:52
ich selbst war 1978 für 1 semester bei den schulbrüdern in strebersdorf.

was ich dort sah und erlebte, veranlasste mich davonzulaufen. daraufhin wurde ich von der schule verwiesen. unehrenhaft und gedemütigt. auch ich wurde sexuell "ausgelotet", andere hat es schwerer erwischt. in meinem jahrgang gab es insgesamt (auf 8 jahre verteilt) 3 selbsttötungen. unfassbar....

Legibus solutus
05
10.3.2010, 23:17

ich hatte auch die äusserst zweifelhafte ehre, vier sehr lange jahre bei den schulbrüdern in strebersdorf kaserniert zu sein - obwohl nun schon kanpp mehr als 30 jahre vergangen sind, empfinde ich rückblickend diese zeit dort in dieser schule als die grauenhafteste meiner jugend - aber nicht wie man vielleicht glauben mag, die geistlichen brüder (die waren durchwegs ziemlich ok), nein, die weltlichen "erzieher", die sogenannten präfekten waren durch die bank kranke, abartige schweine - beim gedanken an diese zeit ende der 70er-jahre in strebersdorf kommt mir heute noch das kotzen

tucker maxxx
00
10.3.2010, 21:22

war anfang der 70ern bei den schulbrüdern im 15. da es kein internat in dem sinne war hab ich zwar von sexuellen übergriffen nichts mitbekommen, allerdings hat der +70 jährige pfarrer uns in der 1. klasse mit dem holzlineal geprügelt und uns damit gedroht, sollten wir daheim was erzählen, würden wir von unseren eltern noch schlimmer bestraft. nona hat niemand was gesagt. allerdings hat diese 1. klasse mein verhältnis als kind zu meinen eltern sehr nregativ beeinflusst, da ich auch (grundlos) angst vor ihnen bekam, bzw diese mir sugeriert wurde,denn ein pfarrer lügt ja nicht.....
übrigens konnte der grossteil von uns nach der 1. klasse kaum schreiben und lesen dafür beten und knien...

mastermind47
01
11.3.2010, 16:06
Ich kann Deine Nachricht hier nur bestätigen!!!

Neu Anfang
23
10.3.2010, 17:51
missbrauch

ganz unverständlich ist mir, daß den Eltern solcher Kinder nicht auffällt, daß etwas nicht stimmt!
Sie haben sich früher anscheinend noch weniger
um die eigenen Kinder gekümmert, als jetzt und
geglaubt, daß ihre Kinder in solch widerlichen
Institutionen gut aufgehoben und eine "angemessene" Erziehung erhielten.

cyber ferkel
03
10.3.2010, 18:13

Falscher Ansatz -sie haben keine Ahnung! Es ist leider so, dass betroffene Kinder nicht darüber reden, weil sie meinen selbst etwas dazu beigetragen zu haben.

Lectrice
00
12.3.2010, 16:08

Das stimmt, trotzdem fällt einem an seinem und auch an anderen Kind/ern, die man gut kennen sollte/kennt etwas auf, wenn etwas schlimmeres passiert. Dieses Wegschauen ist das Problem und die "Unantastbarkeit" der Pfarrer, Lehrer, Ärzte usw.

Da wird immer über dieses ideale Zeit mit den Müttern zu Hause etc. geschwafelt. Wenn man sieht was in der Zeit alles verlogenes passierte, dann - danke. Ich habe zB immer gearbeitet, aber so etwas hätte ich meinem Kind nicht antun lassen. War etwas in der Schule, dann war ich dort und habe zwar beide Seiten betrachtet, aber nicht von vornherein angenommen, dass mein Kind lügt und dem Lehrer alles geglaubt - darum geht es.

Gluck
22
10.3.2010, 17:27

"Der Teufel war zu Besuch bei uns." - Irgendwie nicht unehrlich.

"Psychologische Hilfe gab es damals nicht" - Äh, keine Beichte oder sonstige "Seelsorge"?

hui buh
04
10.3.2010, 19:16
Beichten? Beim möglichen Verursacher?? Scherzbold!

Gluck
00
10.3.2010, 22:33

"Seelsorge", sag ich ja.

dagobert zahlmutter
387
10.3.2010, 17:16
Fragebogen zu A. Heller

Kann A. Heller singen?
Nein.
Beherrscht A. Heller ein Musikinstrument?
Nein.
Hat A. Heller einen Führerschein?
Nein.
Fehlte A. Heller zwischen 1970 und 1990 jemals bei einem Kanzlerfest?
Nein.
Steht auf seinen "Platten" (hoho) Franz Heller?
Nein.

Na also.
Vielleicht hat er gar nix gesehen?
Vielleicht war er gar nicht Opfer, sondern Täter?
Vielleicht grapschte er, statt begrapscht zu werden?

Denkt mal darüber nach, bevor Ihr ihm alles glaubt!
Euer Bruder
Dagobert

Lectrice
01
12.3.2010, 16:09

Neihammel g'schekata.

powercat
02
11.3.2010, 00:54

Für mich ist Herr Heller absolut glaubhaft.
Weiters bin ich der Meinung daß er singen kann und weiters geniale Ideen hat, diese auch umsetzen kann. Weiters ist er auch ein guter Autor.
Ist es nicht schlicht und einfach so, daß Sie Herr Zahlmutter Herrn Heller um seine Genialität beneiden?

Werbeblock
00
10.3.2010, 21:11

franz fuchs wiedergänger oder grad Adolf H gechannelt??

bellefleure
09
10.3.2010, 20:05
Mein lieber Mann!

Ich glaube eher,Herr Heller hatte Glück, welches aber viele nicht hatten und ein verkorkstes Leben führen oder sich umbrachten. Ich bin mir sicher Herr Heller hat diese Art der Promotion nicht nötig! Aber ich kann den Fragebogen auch beantworten: Das Singen hat man mir als Kind durch sexuelle Übergriffe abgewöhnt, obwohl ich eine Engelsstimme hatte. Es war danach nicht nur meine Stimme "gebrochen"! Den Führerschein machte ich mit 34,war vorher auch mit Bus, Flugzeug und Bahn in vielen Ländern,Gitarre lerne ich jetzt mit 50 und wenn mein Jüngster nächstes Jahr ins Borg kommt,beginne ich mit dem Seniorenstudium. Ich weiß nicht, ob es eine Herzensbildungslücke ist, auf keinem Kanzlerfest(?) gewesen zu sein? Bellefleure auf CD, das hat was!

Antonius Birnstingl
09
10.3.2010, 18:06
Vielleicht...

... haben Sie ein Problem in der Täter-Opfer-Unterscheidung. Ich könnte Ihnen da wen empfehlen.

Andres Wood
01
10.3.2010, 23:34
Ich denke, ...

der Herr Dagobert Zahlmutter hat mehr als das Problem der Täter-Opferunterscheidung. Ein André Heller Haßsyndrom womöglich. Oder überhaupt ein Künstlerhaßsyndrom.

Eine künstlerische Verunglimpfung ("Zehn Brider" z.Bsp. ist ein gesangliches Meisterwerk) ist eine Sache. Aber dann dem André Heller noch aus reinem Haß Mißbrauch zu unterstellen, ist abgründig. Und abartig.

Und stellt den Straftatbestand der üblen Nachrede dar. Aber anonym im Forum kann man ja... (Fingerzeig an die Standard Redaktion: Können User, die konkrete, reale Personen mit übler Nachrede belegen, nicht abgemahnt werden?)

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