München nach 2:3 in Florenz dank Auswärtstorregel im Viertelfinale, Talent Alaba über volle Distanz dabei. Prandelli: "Bin verbittert" - Galavorstellung von Arsenal gegen überfordertes Porto
Florenz/London - Der FC Bayern München und Arsenal sind am
Dienstagabend als erste Teams ins Viertelfinale der
Fußball-Champions-League eingezogen. Den Münchnern - mit dem
17-jährigen David Alaba - reichte nach dem 2:1-Heimsieg eine
2:3-Niederlage gegen Fiorentina. Die Londoner machten ihre 1:2-Niederlage in Porto mit einer 5:0-Galavorstellung in London vergessen.
Aufgrund von Personalproblemen hatte sich Bayerns Coach Louis Van
Gaal dazu entschlossen, den Österreicher Alaba von Beginn an auf der linken
Abwehrseite aufzubieten. Er ist nach seinem gelungenen Debüt als Ersatz von Diego Contento über die volle Spielzeit nun auch der jüngste Bayer in der CL-Geschichte.
Flüssiger Kombinationsfußball im Stadion Artemio Franchi war
kaum möglich. Die Bayern spielten zunächst gegen den Wind, bei den
Gastgebern gerieten die ersten Pässe hingegen viel zu weit. München
kam erstmals nach einer Viertelstunde vielversprechend an den
Strafraum des Gegners, eine Torchance ergab sich aber nicht. Bei
Florenz sorgten lediglich zwei Linksflanken von Juan Vargas für Gefahr.
Der war dann aber wenig später zur Stelle: Einen 30-m-Flachschuss
von Marco Marchionni konnte Jörg Butt nur abklatschen lassen, Vargas
traf aus acht Metern halblinks in den Winkel. Daniel van
Buyten kam zu spät. Die Bayern reagierten, doch Arjen Robben
scheiterte freistehend an Florenz-Keeper Sebastien Frey (34.).
Im zweiten Durchgang überschlugen sich dann die Ereignisse.
Zunächst scheiterte Alberto Gilardino mit einem Schuss aus sechs
Metern an Butt (50.), wenig später traf Stefan Jovetic nach einer scharfen
Hereingabe von rechts und einer Ablage vom Elfmeterpunkt mit einem
Flachschuss in die lange Ecke zum 2:0 (54.). Mit der ersten geglückten
Aktion von Franck Ribery kamen die Bayern jedoch recht rasch zum Anschlusstreffer.
Nach einem Pass des Franzosen von der rechten Strafraumgrenze traf
Mark van Bommel mit einem Flachschuss aus 17 m zum 1:2 (60.).
Danach blieb es turbulent. Nach einer Kopfball-Vorlage von
Gilardino ließ Jovetic Van Buyten alt
aussehen und traf zum 3:1 für die Italiener. Eine Minute später setzte Robben setzte den Ball aus 22
m ins linke Kreuzeck und kippte die starke Fiorentina doch noch aus dem Bewerb. Das Weiterkommen der Bayern hatte aber auch seinen Preis: Stürmer
Mario Gomez erlitt nach einer halben Stunde eine Muskelfaserriss in der rechten
Wade und musste ausgewechselt werden. Sebastian Schweinsteiger ist nach der dritten Gelben Karte
gesperrt.
Fiorentina schrieb das Aus dem entscheidenden Abseitstor von
Miroslav Klose zum 2:1 im Hinspiel zu. "Ich bin verbittert. Am Ende
sind wir wegen dieses Treffers ausgeschieden", erklärte der nach
dürftigen Ergebnissen in der Serie A angezählte Trainer Cesare
Prandelli. Und fand Verständnis beim Kollegen Van Gaal
erhielt. "Ich kann verstehen, dass es für Fiorentina hart ist. Dieses
Tor war entscheidend." Die glücklosen Italiener müssen den Bewerb trotz einer Bilanz von sechs Siegen in acht Spielen verlassen.
Dreimal Bendtner
Überzeugend wurde Arsenal seiner Favoritenstellung gerecht. Die Engländer
besiegten nach einer beeindruckenden Leistung auch ohne ihren
Mittelfeldstar Cesc Fabregas Porto 5:0 (2:0). Der Däne Nicklas Bendtner avancierte mit drei Treffern (10., 25., 90.+1) zum
Matchwinner. Außerdem trafen Samir Nasri (64.) und Emmanuel Eboue
(66.) für die Gunners.
Noch beim 3:1 gegen Burnley in der
Premier League am Wochenende hatte Bendtner die Arsenal-Anhänger mit
zahlreichen vergebenen Chancen zur Verzweiflung gebracht.
"Das zeigt wieder einmal, wie schnell sich im Fußball alles
ändert", meinte sein Coach Arsene Wenger, der noch einmal die
Relevanz des 22-Jährigen hervorstrich. "Er hat die körperliche
Präsenz, die wir brauchen. Er hilft uns, weil wir ein sehr kleines
Team sind."
Arsenal zeigte sich von Beginn an überlegen und hatte bereits
in den ersten zehn Minuten mehrere Chancen zur Führung. Bendtner nutzte eine
davon, als er von einem Zusammenstoß von Portos Torhüter Helton mit
einem Mitspieler profitierte und aus elf Metern abstaubte.
Allerdings hätte der Treffer nicht zählen dürfen, da
Arsenal-Stürmer Andrej Arschawin beim Abschlag von Torwart Martin
Almunia im Abseits stand.
Am zweiten Tor der Londoner gab es
allerdings nichts zu bekritteln. Nach einer starken Einzelleistung
von Arschawin, der an mehreren Portugiesen vorbeizog, musste
Bendtner aus kurzer Distanz nur noch ins leere Tor einschieben. Arschawin hätte seine starke Leistung bereits vor der Pause
noch krönen können, doch schoss er in der 34. Minute aus elf Metern
freistehend über das leere Tor.
Auch nach der Pause waren die Gastgeber drückend überlegen.
Samir Nasri mit einer starken Einzelleistung, bei der er drei
Gegenspieler aussteigen ließ (64.), und Eboue nach einem Konter und
erneuter Vorarbeit von Arschawin (66.) sorgten für die
Entscheidung. Bendtner erzielte in der Nachspielzeit (90.+1) nach
einem Foul an Eboue mit einem Elfmeter den Endstand.
Das Achtelfinale wird am Mittwoch mit den Partien Manchester
United - AC Milan sowie Real Madrid - Olympique Lyon fortgesetzt.
Die restlichen Spiele finden erst eine Woche später statt. Die
Viertelfinal-Auslosung geht am 19. März in Nyon über die Bühne. (sid/red)