"Arm dran?"

Desolate Verhältnisse

09. März 2010 23:15

Wie schwer Armut beschreibbar oder gar statistisch klassifizierbar ist, zeigte Dienstag "Kreuz und Quer"

Armut ist schwer zu definieren und schwer zu erforschen. Sie ist nicht zwangsläufig das Gegenteil von fehlendem Wohlstand, und doch sind ökonomische Indikatoren ganz wesentlich. Wie schwer Armut beschreibbar oder gar statistisch klassifizierbar ist, zeigt Dienstag die jüngste, mit dem Thema befasste Kreuz und Quer-Sendung, die der Fragestellung Arm dran? mit einem Porträt ausweicht.

Katrin Mackowski umreißt die jeweils unschöne Laufbahn von drei jungen Männern, die jüngst ihre desolaten Familienverhältnisse hinter sich gelassen haben, ohne Ziel und ohne Mittel. Ihre Wege führen in die Wiener Caritas-Notschlafstelle Juca, die hier genauer vorgestellt wird. Das ist dann auch der Kern: Die Dokumentation interessiert sich vor allem für die rettende Institution selbst und weniger für die Betroffenen. Die "biografischen Brüche", wie sie Caritas-Direktor Michael Landau als mögliche Ursache für Armut angibt, bleiben weitgehend unberührt und im Allgemeinen haften. Labile Mutter oder xenophober Vater sind die einschlägigen, kurzen Begründungen für den sozialen Ausstieg.

Irritierend ist auch Folgendes: Von einem der Protagonisten gibt es im Unterschied zu den anderen ausführliches, sich über einen mehrjährigen Zeitraum erstreckendes Filmmaterial. Warum, bleibt unklar. Kriegt er eine eigene Doku?

Die Statements von Psychoanalytiker Walter Hoffmann gleichen das Manko eines Diskurses aber aus. Rammstein runden die Sache schließlich stimmungsmäßig ab; Ich will dröhnt leise dahin: "Seht ihr mich? / Versteht ihr mich? / Fühlt ihr mich? / Hört ihr mich?" Ja, ja, ja, aber nicht so genau. (Margarete Affenzeller/DER STANDARD; Printausgabe, 10.3.2010)

viknussnussju
10.03.2010 01:54

schlecht gemacht, sehr sogar!

Meuterei auf der Boeing
10.03.2010 00:00

Die Machart dieser Doku war extrem stümperhaft. Selbst Lokalsender hätten das gleichwertig zusammenbasteln können.

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