Männer & Frauen

Den männlichen Blick trainieren

09. März 2010 19:37
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    Foto: archiv

    Die möglichen und tatsächlichen Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Gehirnen beschäftigen die Forschung.

Frauen sind in der visuellen Raumwahrnehmung schlechter als Männer, sagt die Wissenschaft - Doch Training macht auch dieses Manko wett

Männer und Frauen sind nicht nur von verschiedenen Planeten, was ihr Verhalten betrifft, sie weisen auch Unterschiede in ihren kognitiven Fähigkeiten auf. Eines der Gebiete, in denen sie besonders deutlich sind, ist die visuelle Raumwahrnehmung: In damit verbundenen Aufgaben schneiden Frauen signifikant schlechter ab als Männer. Das lässt sich jedoch ändern - wie, damit beschäftigen sich Forscher des Instituts für Psychologie der Uni Graz mit finanzieller Unterstützung des Wissenschaftsfonds FWF.

Klassische Tests zur visuellen Raumwahrnehmung arbeiten mit zweidimensionalen Darstellungen von dreidimensionalen Objekten (z. B. aus Würfeln zusammengesetzte Körper) auf Papier oder auf einem Computerschirm. Dabei müssen die Versuchspersonen entscheiden, ob zwei gleichzeitig präsentierte, aber unterschiedlich orientierte Darstellungen dasselbe Objekt zeigen oder nicht. Das können männliche Probanden generell schneller und mit höherer Trefferquote als weibliche. In neueren Studien jedoch wurden die Objekte in einer virtuellen Wirklichkeit als dreidimensionale Körper präsentiert - und siehe da: Es gab keinen Unterschied mehr zwischen den Geschlechtern. Zudem lässt sich die Leistung der Frauen durch Training verbessern, sei es durch gezieltes Üben oder durch die häufige Konfrontation mit räumlichen Aufgaben in ihrem täglichen Leben, wie etwa beim Sport, in der Arbeit oder bei Computerspielen. Aljoscha Neubauer vom Institut für Psychologie der Universität Graz und seine Mitarbeiter nahmen diese Ergebnisse zum Anlass zu untersuchen, welche Geschlechtsunterschiede zutage treten, wenn man dreidimensionale Präsentationen und eingeschobene Lernphasen kombiniert. Die Messung der Hirnströme während der entsprechenden Tests sollte außerdem zeigen, inwieweit sich die Hypothese von der "neuralen Effizienz" bestätigt. Diese besagt, dass intelligentere Menschen bei der Lösung von Aufgaben weniger Hirnaktivität aufweisen als weniger intelligente, weil ihre "grauen Zellen" effizienter arbeiten.

Die meisten bisherigen Untersuchungen zu Aufgaben der Raumwahrnehmung wurden an Erwachsenen durchgeführt. Am deutlichsten treten diesbezügliche Geschlechtsunterschiede jedoch zwischen 13 und 18 Jahren zutage, weshalb Neubauer und seine Mitarbeiter das Augenmerk auf diese Altersgruppe legten: Aus mehr als 900 Jugendlichen wählten sie 77 Fünfzehnjährige (38 Burschen, 39 Mädchen) mit vergleichbarem IQ aus, die alle imstande waren, einen Test zur visuell-räumlichen Intelligenz in einer bestimmten Zeit zu absolvieren. Die anschließenden Tests liefen in drei Phasen ab: Erst wurden den Teilnehmern auf einem Bildschirm immer zwei aus Würfeln zusammengesetzte Figuren präsentiert, deren Gleich- oder Ungleichheit sie beurteilen sollten.

Danach folgten zwei Wochen, in denen die jungen Leute zu Hause verschiedene Trainingseinheiten (unter anderem Tetris) zu absolvieren hatten, und anschließend derselbe Test wie beim ersten Mal. Die Figuren wurden dabei in einem Durchlauf als 2-D-Objekte und dann in einem zweiten mittels 3-D-Brillen als dreidimensionale Körper präsentiert.

Trotz der Vorauswahl auf visuell-räumliche Intelligenz kristallisierten sich Unterschiede heraus: Zwar zeigten beide Geschlechter bei den 3-D-Objekten kürzere Reaktionszeiten und höhere Trefferquoten als bei den 2-D-Präsentationen, doch bei letzteren erzielten die Mädchen weniger "Richtige". Trainingseffekte zeigten sich ebenfalls für beide Geschlechter, aber auch hier wieder stärker bei den weiblichen Testpersonen. Erstaunliches lieferte die Messung der Hirnaktivität: Während bei den Burschen generell eine erhöhte Effizienz verzeichnet wurde, trat diese bei den Mädchen nur in der 3-D-Version der Aufgaben auf.

Warum das so ist, wird die Forscher noch länger beschäftigen. Man weiß aber schon heute, dass die Nachfrage nach qualifiziertem Personal in den naturwissenschaftlichen und technischen Berufen, in denen räumliche Intelligenz eine große Rolle spielt, durch Männer allein nicht befriedigt werden kann. Da ist es wichtig zu wissen, dass Frauen durch entsprechendes Training ausgleichen können, was ihnen nicht in die Wiege gelegt wurde. (Susanne Strnadl/DER STANDARD, Printausgabe, 10.03.2010)

 

So Nina
10.03.2010 15:43
D-Tests in virtueller Welt...

...nicht einmal in einem realen Umfeld - was soll DAS denn für eine Aussagekraft haben?

Burschen spielen (gerade in diesem pubertären Alter) meistens mehr 3D Rollenspiele und Shooter als Mädchen, bei denen sie platzieren und bauen müssen....
Das habe ich bei meinem Sohn beobachtet. Auf dem PC ist er mir in 3D Spielen haushoch überlegen, weil ich kaum spiele - beim Wohnungseinrichten oder Gegenstände einordnen kann er mir das Wasser noch lange nicht reichen und bei der Orientierung im Gelände verbessert er sich durch Übung ständig.
3D Orientierung ist nicht naturgegeben gut oder schlecht - sie ist durch das intensive Beschäftigen mit der Materie stark ausbaufähig.

Bodo Steinbrech
 
10.03.2010 14:31
Ein Gehirn kann lernen !?!

Welch große Überrachung!

Kaum trainiert man das Gehirn auf eine bestimmte Tätigkeit, schon kann es diese besser erfüllen - eine wahrhaft neue Erkenntnis.

Auch dass Männer im Schnitt ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen haben ist ja nicht sooo neu.
Wie wärs mal mit Farbvergleichen?

Ein Mann kommt mit 16 Farbe locker aus - eine Frau kennt zig davon.

mimes
10.03.2010 10:43
von verschiedenen planeten

...die frau, das defizitäre wesen vom anderen stern. der mann, das maß aller dinge.
jedes jahr um diese zeit die selben biologismen im standard.
dabei ist gerade die frage nach unterschieden in der raumwahrnehmung ein uralter hut (kognitionsstudien an jugendlichen gibts bitte nicht erst seit pisa!), der einfach immer aus dem schrank genommen wird, wenn wir mal wieder ein bisschen geschlechterhierarchisieren oder zumindest -trennen wollen/müssen. gähn.
und dann wird aber auch gleichzietig entrüstung ob der niedrigen forscherInnen-quote zelebriert. ja wenns die weiberleut halt nun einmal nicht bringen! ist ihnen halt nicht in die wiege gelegt worden.

und ist das jetzt eigentlich wissenschaftsjournalismus?

leaping frog
10.03.2010 09:09
in der wiege gelegt oder weniger interesse

was passiert zw dem 13. & 18. lebensjahr? pubertät!!!

somit ist es auch möglich, dass die jugendlichen einfach mehr auf ihre geschlechtsrollen konzentrieren.

auch bin ich der meinung, dass männer eine sehr schlechte farbvorstellung haben.

Bodo Steinbrech
 
10.03.2010 14:28

Ein Mann weis ob eine Couch in die Wohnung passt - von den Dimensionen her.
Eine Frau weis ob eine Couch in die Wohnuing passt - von Farbe / Stil her.

So Nina
11.03.2010 10:51
Ja, wirklich?

ein Mann weiß...von den Dimensionen her... - und dann sind es genau ein paar cm (ums **sch-lecken) zuviel.

Frau weiß auch, ob die Couch von den Dimensionen her in die Wohnung passt (und nicht nur die Couch...), misst aber lieber zur Sicherheit noch einmal nach...

Ich habe bei meinen vielen Übersiedlungen immer die Möbel selbst ausgesucht und platziert - und solange mich kein Mann dabei gestört hat, hat alles immer gepasst...

leaping frog
11.03.2010 07:38
genau so gehen ich und meiner frau einkaufen.

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