Budgetsanierung

Schongang

9. März 2010, 19:03

Als "disziplinäre Maßnahmen der Sonderklasse" bezeichnete Josef Pröll die geplanten Ausgabenkürzungen

Als "disziplinäre Maßnahmen der Sonderklasse" bezeichnete Josef Pröll die geplanten Ausgabenkürzungen in den kommenden Budgets. Der Vizekanzler versuchte nach dem Beschluss des Finanzrahmens bis 2014 im Ministerrat verzweifelt, den Wert der Einsparungen hervorzuheben und damit gleichzeitig das Drehen an der Steuerschraube zu rechtfertigen. Doch bei näherer Betrachtung erweist sich auch dieser Versuch der Schadensbegrenzung als Schimäre, nachdem sich zuvor schon der propagierte Verzicht auf höhere Belastungen in Luft aufgelöst hatte.

Schwer zu sagen, was den Finanzminister zum Kurswechsel veranlasst hat, der ihm jetzt auch ziemliche interne Probleme bereitet. Pröll gibt vor, er wollte einen "Kahlschlag", ein "Kaputtsparen" vermeiden. Die vorgelegten Zahlen weisen denn auch auf einen Schongang hin.

So steigen die Ausgaben in absoluten Zahlen weiter, es handelt sich also mehr um eine Dämpfung der Zuwächse als um einen strikten Sparkurs. Das lässt sich auch daran erkennen, dass die Ausgabenquote in knapp vier Jahren deutlich über jener des Vorkrisenjahres 2008 liegen wird.

Offenbar hatte der Kanzler ein gewichtiges Wörtchen mitzureden, und Pröll opferte seine Glaubwürdigkeit dem Koalitionsklima. Die Volkswirtschaft hat den doppelten Schaden: keine Strukturreform, dafür höhere Steuern. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, Printausgabe, 10.3.2010)

Toni Meister
00
10.3.2010, 13:45
Wirtschaftsjournalismus in der Krise - Zum massenmedialen Umgang mit Finanzmarktpolitik

http://www.otto-brenner-stiftung.de/fileadmin... assung.pdf

Toni Meister
00
10.3.2010, 18:59
Ergänzung: Journalismus und die Finanzkrise

http://www.spiegelfechter.com/wordpress... inanzkrise

Doris Altmann
15
10.3.2010, 07:22
Unfassbar. Die Abgabenquote in Österreich liegt mittlerweile bei ca. 47-48 % des BIP

und sie liegt damit deutlich über dem hohen EU-Schnitt von 40%. Österreich ist hier also fast Weltmeister (denn die EU liegt natürlich auch in der OECD an der Spitze)!
Übrigens: Auch eine Steigerung der Vermögensbesteuerung in Ö. von jetzt 0,55 % des BIP auf den OECD-Schnitt von 1,92 % des BIP kann daher keine ausreichende Entlastung der Steuern auf Arbeitseinkommen erreichen. Abgabenquote und Sozialquote in Ö. müssen endlich insgesamt von ihren Weltrekordniveaus herunterkommen!

miles a head
22
10.3.2010, 09:54
unfassbar

österreich ist eines der wohlhabensten länder der welt. das hat wohl auch etwas mit der abgabenquote zu tun (siehe auch joseph stiglitz).

Toni Meister
00
10.3.2010, 18:57
Leicht Fassbar

Das Land Österreich ist reich (wenige privat ) , der Staat ( der Bund, Masse der Bürger ) hingegen ist weniger reich bis arm.

er t
01
10.3.2010, 09:40
Großartig auch die ÖGB aussage

daß neue Steuern der "richtige Weg" sind...

+DieMeinung+
04
Was soll man denn sonst erwarten ...

Wenn Stan Laurel und Oliver Hardy Politik machen.

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