Einserkastl guha

O Kanadierinnen

09. März 2010 19:03

Im Unterschied zu den Austriakinnen können die Kanadierinnen auch auf eine söhnelose Textversion ihrer Nationalhymne zurückgreifen

Auch andere Mütter haben schöne Töchter und andere Heimaten große Söhne. Und kanadische Regierungschefs kleine Probleme. Nach nur zwei Tagen, in denen er mit Protesten überschwemmt wurde, gab Stephen Harper entnervt den Plan auf, den englischen Text der Hymne "O Canada" im Parlament einer genderneutralen Anpassung unterziehen zu lassen.

Dabei ging es nicht einmal um eine Neuversion der feministisch beanstandeten Textzeile, sondern um die Rückkehr zur alten Fassung: vom 1914 eingeführten "True patriot love in all thy sons command" (wahre patriotische Liebe gebiete in all deinen Söhnen) zurück zum älteren "True patriot love thou dost in us command" (... gebietest du in uns).

Nicht Antifeminismus, sondern "Haben wir keine anderen Sorgen?" war das Hauptargument der Reformgegner. Es gibt in der Tat Länder, in denen sich's als Frau schlechter lebt als in Kanada - oder als in Österreich. Im Unterschied zu den Austriakinnen können die Kanadierinnen auch auf eine söhnelose Textversion ihrer Nationalhymne zurückgreifen, auf die französische.

Wir nehmen es nicht weiter tragisch - merken aber an, dass das "Haben wir keine anderen Sorgen?" auch den "Thy Sons"-Aktivisten umgehängt werden kann. Welche Energien frei werden, wenn es um die Verteidigung von Anklängen an die gute alte Macho-Zeit geht, ist immer wieder erstaunlich. Transkontinental. Johanna schau obe. (Gudrun Harrer/DER STANDARD-Printausgabe, 10.3.2010)

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22 Postings
GreyPaladin
15.03.2010 14:33

Um was gehts?
Haben wir nicht eine? Spielts ja eh jetzt immer im Fernsehn? und nur das was lebt zählt.

PS:
"Johanna schau obe"
Warum damit Sie über Sie lacht?

"Welche Energien frei werden, wenn es um die Verteidigung von Anklängen an die gute alte Macho-Zeit geht" Dachte hier geht es darum sie in eine noch ältere Version zurückzupferchen? also ja eigentlich noch Patriachaler?

Seio
15.03.2010 10:23
Was bitte sind 'Austriakinnen'?

Den Begriff hab ich bisher noch nirgendwo gehört...

Betreffend der Hymnen-Diskussion: Mir persönlich ist vollkommen egal, von was bei der Bundeshymne gesungen wird. Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob ein historischer, vom damaligen (heute veralteten!) Zeitgeist geprägter Text ohne Zustimmung des Künstlers abgeändert werden sollte, das erscheint MIR nicht richtig, da es sich dabei in meinen Augen um das Gedankengut des jeweiligen Künstlers und nicht um jenes des Staates handelt, der diese Hymne verwendet. Daher bin ich der Meinung, dass man eine Hymne endweder lassen soll wie sie ist (und daran denken, dass sie schlicht ein Relikt einer veralteten Denkweise ist) oder gleich eine komplett Neue schreiben sollte.

Chris_SM
10.03.2010 20:03
Eine unbequeme Wahrheit (so unbequem, dass sie der Standard gleich zensuriert)

Die nach wie vor mangelnde Gleichberechtigung der Geschlechter hängt ursächlich damit zusammen, dass die feministischen Aktivistinnen ihre Zeit und Energie mit Symbolismen wie gendermaingestreamte Hymnen oder Sprachvergewaltigungen orwellschen Ausmaßes wie dem Binnen-I vergeuden, als sich mit den wirklichen Problemen auseinanderzusetzen.

Chris_SM
10.03.2010 14:53
Meiner Meinung

hängt die nach wie vor mangelnde Gleichberechtigung der Frauen ursächlich damit zusammen, dass feministische Aktivistinnen ihre Energie für Symbolismen, sei es "gendermaingestreamte" Hymnen, Sprachvergewaltigungen orwellschen Ausmaßes wie das Binnen-I, und ähnlichem vergeuden, anstatt sich sich mit den realen Problemen auseinanderzusetzen.

Doris Altmann
10.03.2010 14:15
Österreich muss nicht bei jeder Hausmeisterei dabei sein.

accuser
10.03.2010 10:44
Gibts keine slowenische Version von der österreichischen?

Und wenn ja: ist die gegendert? Und wenn sie nicht gegendert ist, irgendwie auch egal.

Wir könnten überhaupt einmal auf diese lächerlichen nationalstaatlichen Symbole verzichten und "Hymnen" und weiß der Teufel was abschaffen. Immer dieser hysterische Patriotismus.

Mucosaprolaps
10.03.2010 17:41

Naja: 99.9% aller bisher lebenden Homo Sapiens lebten, AFAIK, in kleinen Gruppen oder Sippen oder Dörfern... wobei nahezu jede dieser Gruppen Kriege gegen ihre Nachbarn führte.

Das war im EU-Mittelalter so, und in der frühen Steinzeit wohl kaum anders:
Im Herbst wird geerntet, im Winter gehungert und gefroren. Im Frühjahr sät man aus, dann geht man auf Raubzug, mordet, stiehlt und vergewaltigt, und vor der Ernte muss man wieder zuhause sein.

Irgendwann wurden aus Sippen Städte, und Grafschaften zu Ländern. Aus Untertanen, Pack eben, Nichtadelige, die sich zu einem Herrn zu bekennen hatten, wurden plötzlich "Bürger", die an "Nationen" glauben.

Das Grundkonzept ist dasselbe: Hass auf Nachbarn.

Der Kiebitz
10.03.2010 11:12
wir koennten tatsaechlich..

..auf hymnen verzichten.auf hymen uebrigens auch.

°!!°
10.03.2010 18:30
harrr!

mika33
10.03.2010 10:23
Recht hams die Kanadier ...

Ausgeflippter Lodenfreak
10.03.2010 09:55

Was die großen Widerstände erzeugt ist, dass man bei Frauenförderung mittlerweile extrem aufpassen muss wie weit sie geht und was die Feministinnen behaupten. Viele echte Missstände wurden beseitigt und es gibt auch noch Bereiche wo etwas zu tun ist. Allerdings kämpfen viele Feministinnen mittlerweile auch für Dinge, die gar nichts mehr mit Gleichberechtigung sondern mit Bevorteilung von Frauen und Benachteiligung von Männern zu tun haben. Außerdem versuchen Sie Veränderungen durchzupressen, die ihnen nicht zustehen, wie bei den Hymnen oder der Sprache. Die Hymnen/Sprache gehört allen Staatsbürgern und nicht einzelnen Interessenvertretungen.

Nevim
10.03.2010 10:42

In manchen Dingen haben Sie Recht. Aber gerade weil die Hymne allen gehört (und nicht nur den Söhnen), sollte es doch kein Problem sein, das im Text auch sichtbar zu machen. Und Sprache wandelt sich ständig, auch unter dem Einfluss von einzelnen Interessensvertretungen. Es ändert sich zum Beispiel, welche Ausdrücke als rassistisch empfunden werden, oder als sonst irgendwie geartete Beleidigung. Das ist in Ordnung, finde ich.

Popolopos Kikeriki
11.03.2010 06:39
Lest mehr Esther Vilar

Apropos Rassismus und Beleidigung, ich empfinde Ihre sexistische Einstellung als feminazistisch und Ihre Unterstellung des Rassismus als Beleidigung aller Rassismus-Opfer.

Ausgeflippter Lodenfreak
10.03.2010 12:29

Es können aber nicht kleine Gruppen politisch aktiver, die sich oft nicht einmal einer Wahl stellen, Vorgaben für die gesamte Gesellschaft machen. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Gruppen immer wieder Maximalforderungen stellen und über das Ziel hinaus schießen weil ihnen eine bestimmte Sache wichtiger ist, als den meisten anderen Menschen und sie deshalb auch eine andere Sicht darauf haben. Wenn allen diesen Forderungen nachgegeben wird, hat das für viele Menschen Nachteile, bzw. bestimmen diese Gruppen dann ohne demokratische Grundlage über die Bevölkerung.

Ava Tar
10.03.2010 08:03
klingt voll schw ülstig, die kanadische Hymne

Bin aber einverstanden, statt die Söhne zu singen eben die Frauen zu commanden ... wenn denen das lieber ist ;o)

gr.ado
 
10.03.2010 07:07

... wozu einen Text, wozu überhaupt eine Hymne? ...

GreyPaladin
15.03.2010 14:29

Stimmt.. wozu musik die von irgendwas handelt....

Mazzesinsulaner
 
10.03.2010 08:10

die Spanier haben ja auch keine Hymnentext. Nur Melodie, kein Text.

ama2deus
 
10.03.2010 00:29
"haben wir keine anderen sorgen"

warum dann immer soviel aufregung wenn hymnen gendergerecht geändert werden sollen?
wenns doch eigentlich eh wurscht is, warum soviel tamtam? offensichtlich gehts gar nicht um die "anderen sorgen".

H.F.1
09.03.2010 20:20
"haben wir keine anderen sorgen?"

..eben.
ist so etwas eines guha-kommentars wuerdig?

Susanne_B
10.03.2010 07:52

Haben wir keine anderen Sorgen? Eben, warum also das Theater, wenn man 2010 endlich eine gendergerechte Hymne singen möchte? Manche gebärden sich ja, als ginge die Welt unter, wenn die Heimat großer Töchter besungen wird.

politisch verfolgt
10.03.2010 16:28
"man"

wer ist "man"? eine handvoll extremistinnen, die es sich seit jahrzehnten anmaßen, für alle frauen österreichs zu sprechen. was die wollen, interessiert niemanden und das ist gut so.

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