Zickzack: Die Wirtschaft bewog zur Wende

09. März 2010 19:05
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    Foto: standard/fischer

    Lesern und Kunden mit Rosenkranz davongezogen: "Krone"-Chef Hans Dichand.

Mehrere tausend Abonnenten wollten wegen der Wahlwerbung für Rosenkranz ihre Abos kündigen - "Besonders dunkle" Tage

Wien - Nie weiter als "eine halbe Nasenlänge" wollte Krone-Boss Hans Dichand seinen Lesern voraus sein, höchstens eine ganze. Mit der Wahlempfehlung für die FP-Kandidatin Barbara Rosenkranz ging der 89-Jährige zu weit, signalisierten Proteste von tausenden Lesern, Abonnenten, auch Anzeigenkunden. Das erklärt den Zickzackkurs der Krone.

"Die Vielfalt der Meinungen ihres Herausgebers und der Redakteure" bestimmt laut Impressum die "Richtung" der Kronen Zeitung. Wer nicht der Meinung des Herausgebers ist, fügt sich und schweigt, sagte Außenpolitiker Kurt Seinitz noch in der legendären Krone-Dokumentation Tag für Tag ein Boulevardstück.

"Dunkle Woche" 

Doch nun haben Krone-Journalisten den so bestimmenden Herausgeber nach Standard-Infos aus mehreren Quellen umgestimmt. Krone-Journalisten sprachen wegen Rosenkranz von "besonders dunklen" Tagen, um sich mit ihrem Medium zu identifizieren, und vom "Schämen". Als Wortführer des internen Protests kolportiert: der sonst nicht gerade als Widerstandsgeist bekannte stellvertretende Krone-Chefredakteur und -Wirtschaftschef Georg Wailand, nebenbei Herausgeber und Eigentümer des Gewinn.

Nicht mit Scham sollen Wailand (und andere Redakteure) Dichand senior überzeugt haben: Mehrere tausend Abonnenten wollten in relevanter Zahl wegen seiner klaren Wahlwerbung für Rosenkranz ihre Abos kündigen. Auch Werbekunden sollen deshalb mit Stornos gedroht haben.

Wirtschaftliche Gründe

Nach diesen Informationen steckten also wirtschaftliche Gründe hinter Catos Schwenk vom Freitag, als er plötzlich per Kolumne von Rosenkranz forderte, sie möge sich "von allen nationalsozialistischen Gedanken eidesstattlich distanzieren". Was die FPÖ-Kandidatin Montag pflichtschuldig apportierte.

Weder Wailand noch der Chefredakteur und Sohn des Krone-Herausgebers, Christoph Dichand, riefen zurück. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 10.3.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 123
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-_-
10.03.2010 17:22
ach ja der Dichand

steht halt zu seinen Überzeugungen...

sw16
10.03.2010 17:00
Sammelsurium der Peinlichkeiten

Starthilfe für Dichand´s und Falk´s KRONE von Franz Ohla, der kurzerhand die Gewerkschaftskassa dafür bemühte (wurde verurteilt). Das obskure "Täglich Alles", nachdem der herrlich chaotische Falk vor die Türe gesetzt wurde. Der inzwischen senile Dichand mit 4 Mill.€ Jahresgage von der WAZ als Lokalkaiser den alle unsere Politkasperln hofieren. Gott schütze Österreich!

roterbruder1
11.03.2010 16:35

8,4 mille jährlich waren es bis ende 2009

Stan Laurel
10.03.2010 16:33
Hetzerei

Und wo blieb der Aufschrei wie Dichand den Faymann und Martin unterstützte?

mirko burijan
10.03.2010 16:32
cato macht punkterln und weiter

cato ist nicht wirklich reuig. auf seite zwei der heutigen ausgabe ist ein hofburg-photo mit einmontiertem, eingekasteltem fischer-kopf links und mit rosenkranz-kopf rechts. daneben tönt cato unter dem titel: "Fehlende Grenzen ..."

ein land ohne grenzkontrolle! jeder kann "zu uns" kommen! und daran, dass man "den EU-Vertrag, den unser Bundespräsident unterschrieben hat", weder korrigiert noch die völlige grenzöffnung aufgehoben hat, werde "man sich bei den wahlen erinnern ..."

ich finde zum kotzen, dass cato mit steuergeld und regierungsinseraten gefördert wird.

danke jedenfalls für die geschichte.

Mike Webman
10.03.2010 16:24
Onkel Hans soll selbst antreten...

...und als Senior-Alpen-Berlusconi den roten Heinzi herausfordern ;<) Oder traut er sich nicht ?

tramezzino
15.03.2010 13:24

na ja. er verdient im monat doppelt so viel wie der bp im ganzen jahr. würd ich auch nicht machen...

PickaBall
 
10.03.2010 15:53
…das Problem der Puppet Master


…beim Salto rückwärts verheddert sich jede Puppe

Donald Duck
10.03.2010 14:56
Hat denn Herr Dichand jemals ...

... etwas gegen seine wirtschaftlichen Interessen gemacht? Wenn's ums "Gerschtl" geht, wird er notfalls sogar liberal ...

Moskito, ergo summ
10.03.2010 17:02
liberal?


Ein Herr mit allgemein bekannter Einstellung fordert von einer Frau mit allgemein bekannter Einstellung eine notariell beglaubigte Erklärung, dass sie ihre allgemein bekannte Einstellung leugnet?

TheLaw
10.03.2010 14:39
Sogar meine Oma hat jetzt die Kronen Zeitung abbestellt. Ihre Worte " Der Dichand hat die Rosenkranz als Leserin gewonnen aber ich will mit dem Blattl nichts mehr zu tun haben". Mind. 500.000 sollten ihr folgen

Towanda
12.03.2010 11:08

Ein Bravo der Oma! Vielleicht schenken Sie ihr ein Standard-Abo.

h k
10.03.2010 15:47
Herzliche Grüße an Ihre Oma

sturmy
10.03.2010 14:28
Leute, Leute, der Dichant-Fetzen bindet ganz schön Energie...

Alkolix
10.03.2010 14:17
das ist unsere form

der zensur

hat auch noam chomsky mit seinem propagandamodell schön erklärt

cannery row
10.03.2010 12:31
ich glaub..

da hats sogar dem weinpolter die sprache verschlagen..

Das Land steuert auf eine Katasrophe zu!
10.03.2010 12:23
Leise rieselt der Kalk!

sozusagen
10.03.2010 12:16
Der Bevölkerung fehlt jede Medienkompetenz

Tatsache ist, dass dem Nachwuchs der Umgang mit Medien nirgendwo ausreichend beigebracht wird. Selbst in den meisten höheren Schule ist das (vermutetermaßen) ein Randthema.

Wer sich nicht selbst damit befasst, von welchem Stamm die Tageszeitungen fallen und wie die politischen Abhängigkeiten jener historisch bedingt sind, greift zu guter Letzt auf das einfach zu lesende und handzuhabende Massenblatt zurück, das von allen gelesen wird. Die Indoktrination durch diese Beliebigkeit der Informationszuführung wird sich noch viele Generationen fortpflanzen, selbst wenn im Schulunterricht das Analysieren der Medienwirkung zum Usus avancierte, oder der Altvater Dichand zu den Erdäpfeln wandert.

ich bin sooooo kreativ
14.03.2010 06:44

ernsthaft:
bitte material zur erlangung der von ihnen angesprochenen medienkompetenz zu verfügung zu stellen. Hyperlinks willkommen.
Dankeschön.

Mucosaprolaps
10.03.2010 14:46

Die Krone richtet sich eindeutig an Leute, die sich mit dem Lesen schwer tun; das kann man anhand von Satzlänge und Wortgebrauch recht eindeutig festmachen.

Und einem Semi-Analphabeten, der beim Lesen die Lippen mitbewegt und 5 Minuten braucht, um ein Wolfmartingstanzerl zu verstehen, wird man auch nicht viel weiter kommen, wenn Hauptschullehrer dann 2 Stunden lang was von "critical reading" erzählen.

oh yeah, just eat 'em!
10.03.2010 16:37

Das ist schon ein bissi überheblich, gell. Ich mag die Krone und das, was sie repräsentiert, nicht (habe allerdings auch mal dort gearbeitet). Die Schreibweise ist jedoch ziemlich genial für das, was es sein soll. Man muss sich da eben am Publikum orientieren - und eine einfache, klare Ausdrucksweise ist KEINE Schande. Eigentlich ist sie sogar eine viel größere Kunst, als endlose Schachtelsätze gespickt mit Fremdwörtern zu schreiben. Ein Gedanke pro Satz, kurz, bündig, lesbar.

Das ist übrigens nicht meine Privatmeinung, das lernt man in jeder Kommunikationsschulung am ersten Vormittag.

molekühl
10.03.2010 15:59

Guter Journalismus zeichnet sich immer durch kurze, leicht lesbare Sätze aus. Das Qualitätsmerkmal "möglichst geschwurbelt" gibts nur im Paralleluniversium der GeiWi.
Wenn es ums Besch.... und Lügen geht, schenken sich Boulevard und "Qualitätszeitung" üblicherweise nichts; und beide Enden des Spektrums sind genauso keine Informationsvermittler ("Medien"), sondern eh nur lobbygesteuerte Meinungsmultiplikatoren, da sehe ich auch keinen großen Unterschied. Der Kundenkreis ist halt unterschiedlich. Aber wenn es ihrem Ego gut tut, sei ihnen diese Illusion gegönnt.

stormy andy
 
10.03.2010 12:08
die krone ist keine zeitung, sondern gefaltetes altpapier!

h k
10.03.2010 15:46
kleine Korrektur

Klo-Papier

stormy andy
 
12.03.2010 13:11
das ist mir zu unappetitlich

für meinen hintern!

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