Autobesitzer fordern Erstattung des Wertverlustes - Sammelklagen eingereicht
Miami - Auf den Autobauer Toyota
kommen in den USA im Zusammenhang mit den gigantischen Rückrufaktionen neue
Forderungen zu, die den Konzern 3 Mrd. Dollar (2,21 Mrd. Euro) oder mehr kosten
können. In verschiedenen Städten wurden nach einer Umfrage der
Nachrichtenagentur AP inzwischen 89 Sammelklagen von enttäuschten Toyota-Besitzern gegen den Hersteller eingereicht. Die
Fahrer fordern den Ersatz des Wertverlustes, den gebrauchte Toyota-Modelle seit Beginn der Pannenwelle erlitten
haben.
Bei rund 6 Millionen betroffenen Autos und einem Wertverlust von 500 Dollar
pro Fahrzeug könnten Kosten von 3 Mrd. Euro für Toyota entstehen. Nach einer Preisliste für
Gebrauchtwagen sind die Preise für zurückgerufene Toyotas um 350 bis 750 Dollar gefallen. Bisher wurden in
den USA 5,4 Millionen Stück zurückgerufen, weltweit mehr als 8 Millionen Stück.
In der Milliardensumme noch nicht enthalten sind Entschädigungen für Toyota-Fahrer nach Unfällen wegen der fehlerhaften
Bremsen am Modell Prius oder wegen der klemmenden Gaspedale vieler anderer
Modell. Bisher wurden der US-Straßenverkehrssicherheitsbehörde 52 Todesopfer
nach Gaspedal-Unfällen gemeldet.
Der erste Prozess wegen der Wertverluste soll am 25. März vor einem
Bundesgericht in San Diego stattfinden. Die Richter wollen auch darüber beraten,
ob alle Sammelklagen zu einem Prozess zusammengefasst werden. Im Jahr 2008 hatte
Toyota-Konkurrent Ford an 800.000 Besitzer von
Explorer-Geländewagen Gutscheine über je 300 bis 500 Dollar verteilt. Der
Restwert von gebrauchten Explorern war nach einer Unfallserie eingebrochen. (APA/apn)