Kleines Insekt soll Briten vor Eindringlingen retten

9. März 2010, 18:01
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    foto: archiv

    Der japanische Blattfloh Aphalara itadori soll auf den britischen Inseln den Staudenknöterich eindämmen.

Blattfloh aus Japan wird gegen den schädlichen eingeschleppten Staudenknöterich eingesetzt

London - Ein kleines Insekt soll Großbritannien vor unliebsamen Pflanzeneindringlingen retten. Der japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica) ist eine ausdauernde und schnellwüchsige Pflanze, die seit ihrer Einfuhr als Zierpflanze jährlich Schäden von bis zu 180 Millionen Euro anrichtet. Forscher meinen nun, dass ein japanischer Blattfloh namens Aphalara itadori die Invasion stoppen könnte. In der EU ist es das erste Mal, dass ein natürlicher Fressfeind gegen eine invasive Pflanze eingesetzt wird.

Aphalori sorgt nämlich auch in Japan dafür, dass der Staudenknöterich sich nicht ungehindert ausbreiten kann. Mit ihrem sägeförmigen Legestachel legen die Weibchen ihre Eier in die Pflanze; die schlüpfenden Larven saugen an den Pflanzen und leben dann auch dort.

Von der Zierpflanze zur Plage

Ursprünglich wurde der Staudenknöterich im 19. Jahrhundert als Zierpflanze für Gärten und Parkanlagen eingeschleppt. Schon sehr bald danach war die Pflanze, die bis zu einen Meter im Monat wächst, auf der ganzen Insel Großbritannien weit verbreitet. Heimische Arten wurden durch die Staudenpflanze verdrängt. Erschwerend kommt hinzu, dass der Eindringling auch unter widrigen Bedingungen wächst und Beton- oder Teerbeläge aufbricht.

Bisher ist es den Behörden nicht gelungen, die Pflanze an ihrem Feldzug zu stoppen. Nun haben Forscher der Non-Profit-Organisation für Landwirtschaftsforschung Cabi nach Lösungen gesucht und insgesamt 200 pflanzenfressende Insekten und 40 Pilze getestet, die als eventuelle Feinde die weitere Ausbreitung des Staudenknöterichs verhindern könnten. Ziel war es auch, einen Nahrungsspezialisten zu finden, der andere Spezies nicht oder kaum beeinträchtigt.

Erste Freilassung in wenigen Wochen

Mit Einsetzen des Frühlings soll an einigen Stellen mit der Aussetzung von Aphalori begonnen werden. "Diese kleinen Insekten, die sich in erster Linie vom Japanischen Staudenknöterich ernähren, wird die lokalen Behörden und Industrie davon befreien, etwas gegen die Ausrottung der schädlichen Pflanze zu unternehmen", gibt sich Naturschutzminister Huw Irranca-Davies überzeugt. Bei der International Conservation Union wird die Pflanze als eine der 100 schlimmsten invasiven Arten genannt. (red/pte)

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15 Postings
Bluestone
00

Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.

Flo S.
00
Der ärgerlichste "Invisiator" ist die Stubenfliege...

...dieser aus Afrika stammende Quälgeist ärgert mich im Sommer immer wieder...;-)

das ist fix
01
18.3.2010, 19:45


Hmmm, hat man die Aga-Kröten nicht auch nach Australien gebracht um andere Schädlingen zu bekämpfen *grübel*

standardabweichung
00
10.3.2010, 12:18
lauter kapazunder

eingeschleppt? feldzug stoppen? interessante wortwahl

Gilgamesh
07
10.3.2010, 08:58

Erinnert an die Simpsons, Text ergoogelt:
(eingeführte Eidechsen fressen Tauben)

Skinner: "Tja, ich habe mich geirrt, die Eidechsen sind ein Gottesgeschenk."

Lisa: "Tut mir leid, ist das nicht etwas kurzsichtig? Was ist, wenn die Eidechsen zur Plage werden?"

Skinner: "Kein Problem. Dann führen wir je nach Bedarf chinesische Nadelschlangen ein. Die werden die Eidechsen ausrotten."

Lisa: "Aber sind die Schlangen nicht noch schlimmer?"

Skinner: "Doch. Auch darauf sind wir vorbereitet: Wir haben einen Gorilla gezüchtet, der ist verrückt auf Schlangenfleisch."

Lisa: "Dann wissen wir nicht, wohin mit den Gorillas."

Skinner: "Doch, das ist ja das Wunderbare dabei: Wenn der Winter kommt, erfrieren die ganz einfach und sind tot."

^^

worry1
09
Das kann nach hinten losgehen

Es passiert oft, daß sich diese Tiere dann andere Bereiche erobern und damit die Situation noch verschlimmern - wir können solche Dinge einfach von der Komplexität der der Kreisläufe gar nicht abschätzen.

HomerJ
00
10.3.2010, 00:34

dann wird einfach einen andere art eingeführt die diesen frisst

g. simb
00
richtig!

sowas ist schon viel zu oft passiert. warum gibt es wohl in österreich seit ein paar jahren wahre massen an Harmonia axyridis... Exoten einzuführen ist immer ein Risiko!

Meine Wenigkeit mit viel Senf
00
10.3.2010, 07:49
Da sind Sie 1000 Jahre zu spät dran...

50 % der heute wild in Österreich lebenden Pflanzen- und Tierarten waren ursprünglich hier nicht heimisch und wurden von Menschen eingeschleppt.

Wussten Sie z.B. dass der allseits beliebte Kastanienbaum dazu gehört? Oder das Rotwild?

postinger tom
01
23.5.2010, 12:26
Rotwild?

Was meinen Sie mit Rotwild genau? Nach meinem Verständnis handelt es sich dabei im den Rothirsch - und der ist wohl nicht durch den Menschen nach Österreich gebracht worden.
Woher haben sie die Zahl von 50%?

Michael B
00
Von einer Kastanienplage hat man hierzulande aber noch wenig gehört...

Gilgamesh
00
10.3.2010, 09:00

Mit dem kleinen Unterschied, dass auch die Feinde nachkommen.

Kommt jedoch ein Tier von einem anderen Kontinent, dann wird es eng, siehe Kaninchen in Australien.... ;)

sturmy
00
Und wenn der Staudenknöterich gefressen ist...

twertwert
05
...steht der Weltherrschaft nichts mehr im Wege.

rompitasche
01

hoffentlich wird das Insekt nicht nach Ö eingeschleppt - meine Fallopia möchte ich behalten.

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