Front-National-Chef versuche, die Bevölkerung gegen Muslime, Franzosen algerischer Abstammung und Algerier aufzuwiegeln
Paris - Wenige Tage vor den Regionalwahlen in
Frankreich ist ein Streit um ein antiislamisches Wahlplakat der
rechtsextremen Front National aufgeflammt. Die Lobby-Organisation SOS
Racisme hat Parteichef Jean-Marie Le Pen wegen Rassismus vor Gericht
verklagt. Le Pen versuche, die Bevölkerung gegen Muslime, Franzosen
algerischer Abstammung und Algerier aufzuwiegeln, heißt es in einer
am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme.
Das Plakat zeigt eine vollverschleierte Frau vor einer
Frankreich-
Karte, die mit der algerischen Flagge unterlegt ist. Auf ihr stehen
mehrere Minarette, die an Raketen erinnern. Das Plakat ähnelt dem,
mit dem in der Schweiz im vergangenen November erfolgreich für ein
Minarettverbot geworben wurde. Die Front National verbreitete das
Plakat mit dem Motto "Nein zum Islamismus" vor allem in der
südfranzösischen Region um Marseille und im Internet. Zwei andere
Anti-Rassismus-Organisationen hatten bereits vergeblich versucht, die
Kampagne zu stoppen.
Die rechtsextreme Partei könnte bei der Regionalwahl an den
kommenden beiden Sonntagen nach jüngsten Umfragen landesweit auf neun
bis elf Prozent der Stimmen kommen. Le Pen setzt darauf, in etwa zehn
von 22 Regionen in die zweite Runde zu kommen. Dafür müsste sie
jeweils mit mindestens zehn Prozent abschneiden. Es wird insgesamt
mit einer schwachen Wahlbeteiligung von weniger als 50 Prozent
gerechnet. (APA/dpa)