Nach der Kritik durch Oberösterreichs SPÖ-Chef Ackerl will die SPÖ-Geschäftsführerin nichts über die Medien ausrichten
Wien/Linz - Verstimmung herrscht in der SPÖ nach der harschen Kritik des oberösterreichischen SP-Chefs Josef Ackerl an der Bundesparteizentrale in der Löwelstraße in Wien. Ackerl hatte die Parteizentrale im Interview mit dem Standard als "einfach inkompetent" bezeichnet. Die Koordination des laufenden parteiinternen Reformprozesses "Österreich 2020" sei für Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas eine "einmalige Bewährungschance, zu zeigen, wie gut sie ist" .
Die dermaßen unter Druck gesetzte Bundesgeschäftsführerin wollte sich auf Anfrage des STANDARD nicht dazu äußern. Was sie Ackerl zu sagen habe, werde sie ihm nicht über die Medien ausrichten. Dem Vernehmen nach habe sie Ackerl aber unmittelbar nach erscheinen des Interviews angerufen und ihm ihre Meinung mitgeteilt. Ackerl habe sein Bedauern ausgedrückt.
Aus den Bundesländern wird immer wieder Kritik an der Parteiführung in Wien geäußert. Ackerl hatte auch beklagt, dass die "durchtriebene" ÖVP mit der "naiven" SPÖ allzu leichtes Spiel habe. (red/DER STANDARD-Printausgabe, 9.3.2010)