Wegfall der Kulturhauptstadtgelder "ein großer Rückschritt" bei gleichzeitig ungebrochen hoher internationaler Erwartungshaltung und Anklang bei Publikum
Linz - Das internationale Festival Crossing
Europe muss bei seiner siebenten Auflage mit rund
440.000 Euro - deutlich weniger als im Vorjahr - auskommen. "Für uns
ist das ein großer Rückschritt", sagte Intendantin Christine
Dollhofer bei der Programmpressekonferenz wie schon bei einer ersten Vorschau Anfang März. Eine Kompensation der heuer wegfallenden Gelder aus dem
Kulturhauptstadtjahr 2009 konnte durch andere öffentliche Fördermittel
nicht ausreichend realisiert werden. Linz09 habe Crossing Europe geholfen, eine gute Basis aufzubauen,
mit den heurigen Mitteln komme es
freilich zu keiner Expansion, sondern zu einem Erhalt des Status quo.
Im Vergleich zu anderen Festivals sei Crossing Europe ohnehin schon
immer unterfinanziert gewesen. Gleichzeitig sei die internationale
Erwartungshaltung sehr hoch, und alles werde teurer. Dollhofer verwies darauf, dass sich andere Festivals auf einem anderen
Level bewegen würden: "Wir stellen für ein sehr kleines Budget sehr
viel auf die Beine." Zudem müsse das
Linzer Festival, "eines der wenigen europäischen Projekte in
Oberösterreich", für die Ausstrahlung jedes Films - einzig die Local-Artists-Schiene
ausgenommen - zahlen, erläuterte die Intendantin. Und man dürfe nicht vergessen,
dass die Crossing-Europe-Veranstalter das Doppelte der regionalen
Fördergelder vor Ort hier ausgeben würden.
Der internationale Wettbewerb ist
einmal mehr mit 10.000 Euro dotiert, der Publikumspreis mit 5.000
Euro. Der beste Local Artist - oberösterreichische Filmschaffende sind
heuer mit
insgesamt 46 Arbeiten vertreten - darf sich über 6.000 Euro freuen. Neu
sind der Award European Documentary, der den Ankauf der
Ausstrahlungsrechte des Preisträgerfilms durch den ORF beinhaltet,
und der Atelierpreis, der die zwölfmonatige Nutzung eines Raumes
ermöglicht. Die Verleihung der Awards geht am 24. April über die
Bühne.
"Alle wollen das Festival", verwies Dollhofer auf die stark anwachsende Akzeptanz durch das Linzer Publikum. Das Bewusstsein für die Kosten sei aber nicht zur Gänze
vorhanden. Trotz Einsparungen werde Crossing
Europe 2010
jedenfalls mit seinen 117 Filmen von "gewohnter Qualität" sein. In den kommenden jahren wäre allerdings ein Budget von einer halben
Million Euro nötig, somit eine
ähnliche Höhe wie im Kulturhauptstadtjahr 2009. (APA/red)