Final Fantasy XIII: Experimenteller Meilenstein

Zsolt Wilhelm, 10. März 2010 11:54

Rollenspiel-Epos spaltet die Kritiker - "langweilig" bis "phänomenal"

Am Dienstag ist nach knapp fünf Jahren Entwicklungszeit das Rollenspiel "Final Fantasy XIII" nun auch in Europa erschienen. Die Final Fantasy-Reihe des Herstellers Square Enix gilt mit 92 Millionen verkauften Exemplaren als eine der erfolgreichsten Videospielserien überhaupt, nicht zuletzt deshalb wird das neueste Kapitel besonders kritisch von der Fangemeinde und der Fachpresse beäugt. Es ist auch die erste Installation auf den so genannten HD-Konsolen PlayStation 3 und Xbox 360.

Utopie am Himmelszelt

Mit dem 13. Teil pendeln die Autoren zwischen Utopie und Sozialkritik. Vor 1.300 Jahren gründete ein Fal'Cie namens Orphan zum Schutz der Menschen vor der von Monstern bevölkerten Erdoberfläche (Pulse) eine fliegende Stadt im Himmel (Cocoon). Doch mit den Jahrhunderten hat sich Cocoon von einem Paradies auch zu einer Art Gefängnis für die Millionen Einwohner entwickelt. Obgleich schon lange niemand mehr die äußere Welt Pulse gesehen hat, wird den Menschen die Furcht vor dem Fremden von Kindheit an eingeimpft. Jeder der mit der Außenwelt in Kontakt kommt, wird in Quarantäne gesetzt und anschließend für immer verbannt. Die theokratische Regierung exekutiert dieses Gesetzt mit der seiner stärksten militärischen Macht, PSICOM.

Doch die glänzende Fassade innerhalb des Goldkäfigs beginnt zu bröckeln, als manche Bewohner realisieren, dass sie von den herrschenden Fal'Cie benutzt werden. Fal'Cie haben die Kraft, Menschen ihren Willen aufzuzwingen und sie zu so genannten L'Cie zu machen. Jeder L'Cie hat seine Bestimmung, die er aber erst mit der Deutung von Visionen selbst ergründen muss. Sollte er sie nicht erfüllen können, wird er zu einem Monster verwandelt, hat er Erfolg, wird er zum ressourcenspendenden Kristall für seinen Fal'Cie. Als eine Hand voll der Unterwerfung gewidmeten Menschen rund um Protagonistin "Lightning" sich gegen ihr Schicksal wehren, ist der Widerstand formiert und dem Regime der Krieg erklärt.

Linear und clevere Kämpfe

Im Vergleich zu vorangegangenen Kapiteln ist das Spielkonzept von FF XIII deutlich linearer ausgefallen. Die Welt ist zumindest in der ersten Hälfte des rund 50 Stunden langen Epos nicht frei erkundbar. Die Konfrontationen mit Bestien und gegnerischen Fraktionen basieren auf einem neuen Kampfsystem, das sowohl Echtzeit- als auch rundenbasierte Elemente kombiniert. Das Active Time Battle-System wurde weiterentwickelt und bietet dem Spieler nun die Freiheit mehrere Befehle pro Zug auszuführen. Es bleibt dem Spieler überlassen, ob er die Slots mit einzelnen Befehlen füllt, um mit mehreren aufeinanderfolgenden Angriffen auf eine gegebene Kampfsituation zu reagieren, oder ob er mehrere Slots für eine einzige verheerende Attacke aufwendet.

Gleichzeitig kann man das Kampfgeschehen aber auch aktiv anpassen. Dem Spieler ist es möglich, den Gruppenmitgliedern bestimmte Rollen zuzuweisen, die im Verlauf des Kampfes jederzeit geändert werden können. Die so genannten Paradigmen versetzen den Spieler in die Lage, sich schnell an eine gegebene Situation anzupassen, um das Blatt zu wenden und den Sieg davonzutragen. Dafür kann er die sechs verfügbaren Rollen, die vom Brecher, dem Angriffsexperten, bis hin zum Heiler, dem typischen Heiler, reichen, nach Bedarf kombinieren. Die dritte Ebene stellt das Beschwörungssystem dar. Im "Metamorph-Modus" kämpfen die Charaktere und ihre transformierten Esper als eine Einheit und fügen ihren Gegnern per Knopfdruck verheerenden Schaden zu.

Lob für komplexe Schlachten, Kritik für Linearität

Bei den Kritikern schlägt sich gerade das komplexe Kampfsystem positiv nieder, das ebenso anspruchsvoll für die grauen Zellen ist, wie imposant inszeniert wurde. Die radikale Neuauslegung und der Fokus auf einen für Japan-RPGs untypischen linearen Handlungsstrang sorgen bei der Fachpresse hingegen ebenso für Lobpreisung wie für harsche Kritik. "Die geschliffene Struktur schließt potenzielle Längen aus, ohne das Niveau zu senken und das Kampfsystem bildet eine elegante Balance aus Strategie und schnelllebiger Action", bejubelt Games Radar etwa die Neuerungen. Am unteren Ende des Wertungsspektrums empfindet Wired hingegen das Experiment als gescheitert. "Die Tatsache, dass Final Fantasy-Designer gewillt sind zu experimentieren, ist eine gute Sache, weil das das Genre vom Sterben abhält. Aber Final Fantasy XIII sollte als gescheitertes Experiment angesehen werden."

In Summe kann "Final Fantasy XIII" bei 38 eingerechneten internationalen Rezensionen bei Metacritic einen Schnitt von 84 von 100 Punkten erreichen. Auffallend ist die große Bandbreite von Wertungen, angefangen von 60 bis hinauf zu 100 von 100 Punkten.

Technisch bombastisch, Abstriche bei der Xbox 360-Fassung

Die technische Umsetzung wird allseits positiv herausgestrichen. Von den spektakulären Kämpfen, den detailliert animierten Charakteren (vor allem die Haare scheinen es vielen Testern angetan zu haben), bis hin zu den aufwändigen Zwischensequenzen, die die Geschichte filmreif vorantreiben - grafisch und dramaturgisch gäbe es kaum etwas auszusetzen. "Ein phänomenales RPG, bestimmt um als technischer Meilenstein der Serie in Erinnerung zu bleiben", schließt Game Informer sein Fazit.

Allerdings müssen hier interessierte Spieler der Xbox 360-Version mit deutlichen Abstrichen rechnen. Während die PS3-Fassung sich unkomprimiert auf einer 50 GB großen Blu-ray breit macht, wurde die Xbox 360-Ausgabe auf drei DVDs gepresst. Das Resultat seien laut Eurogamer eine deutlich geringere Auflösung (576p statt 720p), teils verschwommene Texturen, sowie stark komprimierte Zwischensequenzen. Die PS3-Version glänze hingegen mit unkomprimierten Sounds und satten 1080p-Videos.

(Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 10.3.2010)

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BAMM der Trollkilla
14.05.2010 08:23
ich will...

...ein RPG mit einer guten fesselnden story ( ff7 ), eine offene welt allerdings mit linearer story (ist geschmackssache ich weiß) ein komplexes kampfsystem wie bei der grandia reihe (seit dem find ich alle anderen langweilig) und eine grafik wie in ffXIII.

wieso bekommen die das nicht hin?

Der_Klingone
22.03.2010 11:54
Seit ich mich damals mit FFVII ...

... infiziert habe, habe ich bis dato jedem Final Fantasy eine Chance gegeben. Und sie waren auch durchwegs alle gut, vom 10. Teil einmal abgesehen, der für mich nur noch 'ne riesige Enttäuschung war.

Und so gut dieser Teil auch ist, so stört mich die Tatsache, daß nun auch Final Fantasy dem "Simplifizierungs-Mainstream" zum Opfer gefallen ist.

Nur noch eine Figur steuerbar, schlauchartige Level, keine offene Welt zum erkunden, Paradigmen (=automatische Steuerung der Mitstreiter), wenig Taktik - stattdessen alles unter Action-Zeitdruck, ein schmuckes aber unübersichtliches Level- und Upgradesystem, keine Rüstungen mehr etc.

Etwas mehr RPG-Anspruch hätte dem Spiel sicher nicht geschadet.

SagServus
23.03.2010 21:38

Eine offene Welt gabs schon ab FFX nicht mehr. Auch da musste man zuerst 90% des Spieles linear abklappern um dann mal etwas freier erkunden zu können.

Das ATB (Active-Time-Battle), also dein Action Zeitdruck, gabs ebenfalls in jedem FF ausser FFX und FFX-2 (da wars aber optional).

Der_Klingone
24.03.2010 12:57
FFX war meiner Meinung nach auch der bislang schwächste Teil!

Und mein "Action-Zeitdruck" ist natürlich eine Frage des Blickwinkels. Die sich aufladenden Balkan gab es auch schon in früheren Teilen. Nur das ich - mehr oder weniger - gemütlich allen Gruppenmitgliedern Befehle erteilen konnte und mir aussuchte, wer welchen Zauber wirkt und wie angreift. Hat auch prächtig funktioniert. Das veränderte sich ab FFX. Und obwohl in FFXII besser gelöst, hat man es nun wieder verschlimmbessert. Ich steuere nur meinen Charakter, die anderen handeln mehr oder weniger vollautomatisch. Und das ganze System hat sich darauf reduziert einfach nur in schneller Folge und wahllos "X" zu drücken, da die Charaktere dann eh automatisch tun, was "richtig" ist. Ihnen mags gefallen. Ich finde es etwas zu simpel und langweilig.

SagServus
24.03.2010 16:11

Ob mir FFXIII gefällt weiß ich noch nicht. Bin erst beim ersten Speicherpunkt :-D

Aber ich finde es immer wieder erheiternd wenn man bei einem neuen FF etwas bemängelt, dazu sagen seit wann sie FF spielen, und das bemängelte auch in den anderen FF Teilen vorgekommen ist.

Der_Klingone
25.03.2010 10:02
Schuldig im Sinne der Anklage ;-)

Ich war wirklich knapp davor zu wiederholen, seit wann ich FF spiele :-)

Und dennoch sollte man meine "Kritik" nicht als Abwertung von FFXIII mißverstehen. Aber die absolute Linearität und das etwas simplifizierte Spielprinzip sind doch negativ aufgefallen. Man erinnere sich an Teil 7 und Teil 8 zum Bleistift. Auch die waren Anfangs - sozusagen in der "Einschulungsphase" - linear und entliesen den Spieler nach einiger Zeit in die offene Welt. So etwas vermisse ich seit Teil 10, auch wenn es im 12er ein wenig besser wurde.

Ausserdem bin ich ja nicht der Meinung, daß Fortsetzungen prinzipiell schlechter sind. Siehe Neverwinter Nights 2, welches um Längen besser war als der erste Teil.

F T L
16.03.2010 11:05
Grand List of RPG clichés

bei der gelegenheit möchte ich (wieder einmal) diese grossartig lustige liste erwähnen

http://digg.com/d3Dqj

rph1
14.03.2010 23:00
hab die jp-version durch....alles relativ!

ich habe mir schon im dezember die jp-version gekauft und war von anfang an begeistert....ich finde es auch ok, dass das spielsystem recht linear ist am anfang, weil die charaktere geformt werden und man von einer welt in die nächste geführt wird.

viel mühsamer finde ich die pathetischen dialoge....keine ahnung wie die englische/deutsche übersetzung ist, aber besonders vanilla ist echt mühsam mit ihrem getue, z.b. die anderen protagonisten aufzubauen etc.

es ist noch immer ein saugutes spiel, egal was man kritisiert! vergleicht es mal mit dem rest an releases! das ist sudern auf hohem niveau!!

Theodor Schule
15.03.2010 13:01

Sie haben recht, alles in allem ist das Spiel ein Hammer.
Die Dialoge sind auch auf Englisch teilweise schwer an der Schmerzgrenze (wenn ich nochmal das Wort "Hero" höre). Vanille ist halt die Yuffi des Spiels. Leider mit Sprachausgabe. Uns wirds ein ewiges Mysterium bleiben, was die Japaner an solchen Charakteren finden.

Vor ein paar Monaten hab ich übrigens wieder FFVII gespielt. Und auch wenn es noch immer ein gutes Spiel ist - manche Sachen verklärt man im Nachhinein ein wenig...

der Zacharias
13.03.2010 15:58
IGNs FF XIII-Parodie

Weil man keinen FF-Artikel ohne diese Links lassen sollte:

http://www.youtube.com/watch?v=nG_Z0rd7eK0
http://www.youtube.com/watch?v=DGaZ-EXH4mc

;-)

Roman01
12.03.2010 17:58

Spiele mittlerweile 6 Stunden daran und bin wiedereinmal begeistert, was da auf den Bildschirm gezaubert wird. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich das auch bei Teil 6,7,8,9,10 un 12 war. Die Frage ist, ob mich der neue Teil auch nach 50 Stunden noch mit Story und Gameplay motivieren kann weiterzuspielen (FF12 hab ich z.B. nie durchgespielt trotz 100+ Stunden Spielzeit).

Im Moment sieht aber alles wirklich grandios aus. Packende Story, von der ich unbedingt wissen will wies weitergeht. Spaßige (aber noch nicht allzu fordernde) Kämpfe, grandiose Grafik auf der PS3 (1080p Cutszenes wow!), und (wie immer) eine Inszenierung die wiedermal neue Maßstäbe setzt.

Theodor Schule
12.03.2010 12:16
Ersteindruck

Ich habe jetzt 5 Stunden mit dem Spiel verbracht. Vollkommen glücklich bin ich nicht.
Grafisch ist es toll, storymäßig das übliche esoterische, theatralische Geschwurbel.
Das Kampfsystem finde ich allerdings eher misslungen. Ich kann nur einen Charakter steuern, meine Teamkollegen hauen nicht nacheinander drauf sondern während ich meine Züge ausführen. Grundsätzlich gehts mir zu schnell und VIEL zu wenig taktisch.

Die Charaktere sind für ein japanisches RPG erträglich. Nur Vanille möchte ich wehtun. Richtig arg wehtun. So wie sie mir wehtut.

Ilvaro Airen
13.03.2010 12:20

Kann ich einfach so mal unterschreiben ;)
Wobei ich FF 12 nur 2 Stunden gespielt hab (Das Kampfsystem fand ich zum kotzen... echt schrecklich...) und FF6 garnicht kenne...

FF13 ist ein fantastisches Spiel!

Roman01
12.03.2010 18:00

Schon probiert den ATB Balken in den Einstellungen auf langsam zu setzen? Das hab ich gemacht. Auf Standard waren mir die Kämpfe auch zu hektisch und schnell.

Theodor Schule
13.03.2010 00:14

Danke für den Tip. Kein Vergleich zu der Hetzerei auf "Normal". Und dennoch - ich würd gerne alle Gruppenmitglieder steuern....

King Of Kronenzeitung
12.03.2010 11:38

Da spiel ich lieber zum fünfzigsten mal Terranigma aus.

Makro 24/7
12.03.2010 21:58

dieser verdammte wald vor stockholm ... oder war es die geisterstadt?

=)

King Of Kronenzeitung
13.03.2010 10:26

Genau! Der Norfesta Wald vor Storkholm den man nur mit der Hermesglocke richtig durchwandern kann! :-D

Das beste Spiel aller Zeiten!

Rautha
12.03.2010 13:45

oder FFXIV Beta ;-)

Patrick_Bateman_1
12.03.2010 09:53

bevor ich nicht eine Demo spielen kann wird sowieso nicht gekauft ;-)

zuendapp
12.03.2010 08:36
Gähnn...

Keine Frage: das Spiel ist schön aufgemacht, weist aber eine seichte und lineare Story, ein langweiliges Kampfsystem und sehr eindimensionale Protagonisten auf. Mit den massenmarkt-tauglichen Vereinfachungen des früher einmal faszinierenden Spielprinzips hat SquareEnix den Fans der FF-Serie keinen gefallen gemacht. Neueinsteiger werden ihre Freude haben, FF-Veteranen wohl kaum..

Paipai
12.03.2010 08:52

Für den westlichen Markt musste man halt einfach ein etwas "zugänglicheres" Spiel rausbringen :D

Ringweltler
11.03.2010 18:59

Das Spiel hat eine tolle Aufmachung - die Grafik sieht auch super aus. Allerdings das Gameplay kann mich nicht begeistern. Werde es mir vielleicht mal kaufen, wenn es wesentlich billiger ist.

zu den ganzen Xbox360 vs. PS3 kämpfen will ich anmerken, dass es mich freut, dass die ps3-leute auch mal eine bessere grafik haben - allerdings ist das ganze minimal ... viel zu viel wind ... solange ff13 sich nicht so ruckelig wie Dragon Age auf der ps3 spielt, ist alles okay.

Paipai
12.03.2010 08:52
Sogar

Dragon Age konnte gespielt werden (habs selber 2 mal durch). Natürlich ists ne Plagerei, wenn das nicht ordentlich gemacht wird aber man konnte es spielen. Diese Fragen stellen sich in Zukunft ohnehin nicht mehr. Irgendwann wird MS die ganze Kohle aus den Entwicklerstudios ziehen und dann bin ich mal gespannt, wofür dann primär produziert wird. Meines Erachtes war die XBOX ein Schnellschuss (musste halt vor der PS3 auf den Markt) und wenn da nicht eine total neue Konsole kommt haben Sie in 2 Jahren verloren.

Ringweltler
14.03.2010 12:48

wow du scheinst dich auf dem Sektor ja total gut auskennen, wenn du das alles schon sagen kannst. aja wenn du schon redest, dann richtig. sie heißt Xbox360 ... die erste Xbox wurde nur Xbox genannt.

was redest du da überhaupt von "verloren"? wie kann man verlieren? Momentan ist die Xbox360 an 2. Stelle. die Wii-Copy-Station 3 ist momentan schlusslicht. schon bald kommt eine neue Wii und ne neue Xbox360 raus ... da werden dann die karten sowieso völlig neu gemischt.

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