Einkaufsverhalten 2009

Mehr Bio, Butter, Fleisch und Aktionen

09. März 2010 14:49

Die Österreicher haben wieder mehr Fleisch und Butter eingekauft - ein Beweis dafür, dass wieder mehr zu Hause gekocht wird

Wien - Das wirtschaftlich schwierige Jahr 2009 hat der heimische Lebensmittelhandel bekanntlich nahezu unbeschadet überstanden. Wie nun auch die Marktanalyse der Agrarmarkt Austria (AMA) zeigt, haben die Österreicher bei den Grundnahrungsmitteln nicht gespart. Der Umsatz in den Frischemärkten (außer Brot) blieb mit 5,3 Mrd. Euro 2009 fast stabil (-0,7 Prozent).

Im Einkaufsverhalten und den Strategien des Handels ist es aber dennoch zu einigen Veränderungen gekommen: So gab es 2009 deutlich mehr Aktionen, das Biosegment hat sich merklich vergrößert. Zudem haben die Österreicher wieder mehr Fleisch und Butter eingekauft - ein Beweis dafür, dass wieder mehr zu Hause gekocht werde, sagte der Geschäftsführer der AMA Marketing, Stephan Mikinovic, am Dienstag bei der Präsentation der heurigen RollAMA.

Bauernmarkt und Diskonter

Nach den Aufzeichnungen von 2.400 Haushalten, die in der Marktanalyse der AMA, der sogenannten RollAMA, ausgewertet werden, entfallen zwei Drittel des Umsatzes mit Frischeprodukten auf den Lebensmitteleinzelhandel. Die Diskonter Hofer und Lidl kommen auf einen stabilen Anteil von einem Fünftel. Der Rest der Frischeprodukte wird auf Bauernmärkten gekauft.

Wie die Analyse zeigt, hat sich vor allem bei Fleisch und Joghurt die Zahl der Aktionen gegen Jahresende 2009 deutlich erhöht. 40 Prozent der Menge wurden im dritten Trimester in den Produktkategorien Fleisch/Geflügel und Bunte Palette verbilligt verkauft (im Vorjahr waren es 34 bzw. 37 Prozent). "Die großen Handelsketten versuchten, sich über Aktionen gegenseitig Marktanteile wegzunehmen", erläuterte die Leiterin der AMA-Marktforschung, Micaela Schantl.

Mehr Bio-Produkte

Während der Bio-Anteil im Jahresvergleich konstant blieb, zeigt sich in den letzten vier Monaten 2009 ein starkes Plus in diesem Segment in allen Bereichen. Zurückzuführen sei dies auf die Erweiterung der Bio-Produktpalette bei den Diskontern, so Schantl. Zudem seien Bio-Produkte im Vorjahr auch billiger - und damit für mehr Konsumenten leistbarer - geworden.

Konkret erhöhte sich von September bis Dezember 2009 der Marktanteil von Bio-Produkten im Frischebereich auf 6,5 Prozent (+18,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008), der Bio-Marktanteil betrug im Gesamtjahr 2009 rund 6 Prozent. Der Bio-Umsatz im Handel erreichte 2009 ein All-Zeit-Hoch von 5,5 Prozent, nach 5,1 Prozent 2008. Besonders stark entwickelte sich der Anteil der Diskonter am Bio-Markt, von 28 Prozent im ersten Trimester auf 37 Prozent gegen Jahresende. Wertmäßig lag der Bio-Anteil der Diskonter 2009 bei 25,5 Prozent (nach 21 Prozent 2008).

ESL-Milch drängt Haltbarmilch zurück

Bei Milch hat die länger haltbare ESL-Milch ihren Siegeszug im Vorjahr - zu Lasten der Haltbarmilch - fortgesetzt und kommt mittlerweile auf einen Marktanteil von einem Drittel. Der Frischmilch-Anteil ist mengen- und wertmäßig erstmals unter 50 Prozent gesunken.

Stark rückläufige Preise haben bei Butter 2009 zu einem deutlich höheren Absatz geführt. Laut AMA ist Butter seit 2007 um 20 Prozent billiger geworden, Margarine dagegen blieb im Preis nahezu unverändert. Der Anteil von Butter bei den gelben Fetten liegt nun bei 60 Prozent, 40 Prozent entfallen auf pflanzliche Fette. Bei Käse hat sich der Trend zu Hartkäse - nicht zuletzt aufgrund von zahlreichen Aktionen - weiter fortgesetzt. Emmentaler dominiert den Hartkäse-Absatz, wobei der Aktionsanteil hier von 16 auf 20 Prozent zugenommen hat. Das Produktsegment Fleisch hat laut AMA auf allen Linien gewonnen, wobei Rindfleisch mit plus 9 Prozent eine besonders positive Entwicklung genommen hat. (APA)

Kommentar posten
11 Postings
Möchtegern der goldenen Zeit
10.03.2010 14:18
Positionen von Verbraucherschützern

http://de.wikipedia.org/wiki/ESL-Milch


NEIN, NEIN, NEIN!

Herzerzog Johann
10.03.2010 09:33
Alles, das mehr kostet als das Billigste ...

... ist hinausgeworfenes Geld.

platz, hirsch!
10.03.2010 14:34
na dann lassen sie es sich gut schmecken!

Möchtegern der goldenen Zeit
10.03.2010 14:11

red' ma mal drüber, wenn Sie 70 sind (falls Sie so alt werden...)

Poldi Fesch
10.03.2010 15:53
da hat er schon

recht, nur vergessen dazuzusagen, dasz auch nicht Eszbares, als Ezbares getarnt, in den Kuehlregalen versteckt u. nur am Preis erkennbar ist

normal citizen
10.03.2010 09:21
Die Österreicher haben bei Grundnahrungsmittel

nicht gespart ?????????

Was hätte der Autor für eine Alternative anzubieten ?
Luft und Liebe ?

mundll
12.03.2010 07:38

Nachdem fast 50 % übergewichtig sind, wäre da einiges noch möglich.

Meine Wenigkeit mit viel Senf
10.03.2010 07:55
ESL-Milch,

Diskonter, Fleisch...

Die Leute wissen einfach nicht mehr, was gut und gesund ist!

Bei der ESL-Milch wird's aber eher daran liegen, dass die meisten den Unterschied nicht kennen bzw. schmecken (wollen) und die ESL-Milch oft billiger als Frischmilch ist. (No na, denn längere Haltbarkeit ermöglicht auch längere Transport- und Lagerzeiten und geringeren Aufwand dabei...)

Boetius
10.03.2010 06:00
"ja natürlich" und "zurück zum Usprung" sind tolle Marken mit einem guten Preis/Leistungs Verhältnis!!!

Weiter so!!

Cogito Ergo Dumm
10.03.2010 15:04
Bei "Zurück zum Ursprung"

fällt mir immer spontan ein: "Staub zu Staub, Asche zu Asche"...

Boetius
10.03.2010 17:02
Wen Sie meinen!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.