Gläserne Decke aktueller denn je?

9. März 2010, 14:26
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Frauen der Kärntner Landtagsparteien wollten es wissen und diskutierten über Fakten

Über 300 Frauen und Männer wollten gestern wissen, wie die "Gläserne Decke" an die Frauen trotz aller Bemühungen noch immer stoßen, durchbrochen werden kann. Aus diesem Grund lud das Kärntner Frauenrederat zum Internationaler Frauentag 2010.

"Wie können Frauen die 'Gläserne Decke' durchbrechen?" Auf dem Podium diskutierten die Landtagsabgeordneten Wilma Warmuth (FPK), Annemarie Adlassnig (ÖVP) und Barbara Lesjak (Die Grünen) sowie die Bundesratsabgeordnete Ana Blatnik (SPÖ). Weiters hielt Helga Konrad, ehemalige Frauenministerin und OSZE-Beauftragte gegen Menschenhandel, ein Impulsreferat zur aktuellen Situation der Gleichberechtigung.

Die Diskussion über eine Frauenquote in Politik und Wirtschaft, damit in Zukunft mehr Frauen in Führungspositionen vertreten sind, war unter den Diskutantinnen kontroversiell geführt. Kein Verständnis gab es von allen Seiten dafür, dass Frauen noch immer im Durchschnitt um 30 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.

Einigkeit herrschte auch darüber, dass die "Gläserne Decke" aktueller sei denn je und dass zu einer echten Gleichstellung noch viel getan werden müsse. "Noch immer ist die Verletzung von Frauenrechten häufiger die Regel als die Ausnahme", sagte Konrad und ortet eine "verbale Anerkennung der Frau bei gleichzeitiger Verhaltensstarre".

Das Beharrungsvermögen patriarchalischer Strukturen sei sehr groß, so die OSZE-Beauftragte. Daher müssten die Frauen nun bewusst ihre Forderungen stellen. "Erklärt haben wir schon genug", sagte Konrad. Sie plädierte auch für eine Umgestaltung der Arbeitswelten. Wenn man über Vereinbarkeit von Beruf und Familie diskutiere, müssen man von Frauen und Männern reden. "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit mit dem Ziel eines existenzsichernden Einkommens ist der Schwerpunkt des Frauenreferates für dieses Jahr", kündigt Frauenbeauftragte Helga Grafschafter an. Dabei sollen Kooperationen mit Betrieben gesucht und Maßnahmen zur Bewusstseinsarbeit gesetzt werden. (red)

  • Die Teilnehmerinnen beim Verteilen der Zitronen, für frauenfeindliches Verhalten: v.
l.: Frauenbeauftragte Helga Grafschafter, Moderatorin Marion Hasse,
LAbg. Wilma Warmuth, LAbg. Barbara Lesjak, Moderatorin Antonia
Gössinger, Frauenministerin a. D. Helga Konrad, BRin Ana Blatnik, LAbg.
Annemarie Adlassnig
    foto: amt der kärntner landesregierung

    Die Teilnehmerinnen beim Verteilen der Zitronen, für frauenfeindliches Verhalten: v. l.: Frauenbeauftragte Helga Grafschafter, Moderatorin Marion Hasse, LAbg. Wilma Warmuth, LAbg. Barbara Lesjak, Moderatorin Antonia Gössinger, Frauenministerin a. D. Helga Konrad, BRin Ana Blatnik, LAbg. Annemarie Adlassnig

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