Telekom-Chef Ametsreiter

Aus Telefonzellen sollen Strom-Tankstellen werden

9. März 2010, 13:56
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    foto: apa

Interne Probleme: Auch wenn 887 Mitarbeiter vom Dienst freigestellt sind, "meldet sich niemand" für 600 freie Posten

Wien - Die Telekom Austria kämpft mit einem Personalüberhang von beamteten, unkündbaren Mitarbeitern, hat aber gleichzeitig Probleme, Jobs intern nachzubesetzen. 887 Mitarbeiter sind derzeit freigestellt - drehen also bei fast vollen Bezügen Daumen. Gleichzeitig werden hausintern 600 Jobs angeboten, aber dafür "meldet sich niemand", so Telekom-Chef Hannes Ametsreiter am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Auch an einem Wechsel in den Verwaltungsdienst der Polizei gebe es bisher eher wenig Interesse.

50 Prozent der Kosten entfallen auf das Personal, jährlich steigen die Ausgaben dafür um 20 bis 30 Mio. Euro, rechnete Ametsreiter vor. Von 2008 auf 2009 wurden 381 Mitarbeiter abgebaut, zu Jahresende 2009 zählte die Telekom mit ihrer Mobilfunktochter Mobilkom und deren Auslandsniederlassungen in Südosteuropa 16.573 Beschäftigte. Im Festnetz waren 678 Posten verschwunden, bei der Mobilkom in Österreich 1 Job. Im Ausland wurden hingegen 297 Arbeitsplätze aufgebaut. Durch die Fusion von Festnetz und Mobilfunk zu A1 Telekom Austria wird der Markenname Mobilkom verschwinden. Die getrennte Markenstrategie Telekom Austria, A1 und Bob bleiben aber aufrecht.

Der Fokus heuer liege bei zwei Punkten: Marktanteile steigern und Kosten senken, betonte Ametsreiter. Für Sorgenfalten gebe es aber keinen Grund, es gebe "keinerlei Liquiditätsprobleme". Dementsprechend könne es sich die teilstaatliche börsenotierte Telekom auch leisten, eine attraktive Dividende von 75 Cent je Aktie zahlen. Ein Zukunftsmarkt sei die Abrechnung von intelligente Stromnetzen, sogenannten Smart Grids. So prüft die Telekom gerade, Telefonzellen in Stromtankstellen für E-Autos umzuwandeln. Die Telekom hat noch rund 14.000 Telefonzellen in Betrieb. Ein weiterer künftiger Markt sei die Steuerung des eigenen Haushalts. Ametsreiter steuert mit seinem Handtelefon die Heizung zu Hause.

Gut aufgestellt

Für die Zukunft sieht Ametsreiter das Festnetz gut aufgestellt, denn die mobilen Internetnutzer würden bereits merken, dass durch den Boom bei UMTS-Datenkarten in den Abendstunden das Handynetz deutlich langsamer werde. Daran werde auch die nächste Mobilfunkgeneration LTE ("Long Term Evolution") nur bedingt was ändern, da es sich ja nur um eine Technik für die Luftschnittstelle handle und die Masten eine Kabelanbindung hätten. Und hier profitiere die Telekom vom Glasfaserausbau. Sollten die Mitbewerber im Mobilfunk künftig auch Festnetz für den extraschnellen Internetzugang wollen, seien sie eingeladen, die Infrastruktur der Telekom zu nutzen, so Ametsreiter.

Er ging heute auch noch einmal auf die vollständige Übernahme der weißrussischen Tochter Velcom ein, die bereits beim Abschluss des Deals 2007 vereinbart wurde. Demnach wurde 2007 eine Call-and-Put-Vereinbarung für den Kaufpreis der restlichen 30 Prozent in Höhe von rund 300 Mio. Euro vereinbart, welche bereits seit 2007 in den Büchern berücksichtigt ist. "Weiters kommt noch eine Performance-abhängige Kaufpreiskomponente von rund 290 Mio. Euro dazu, die ebenfalls schon in den Büchern berücksichtigt ist", erklärte Ametsreiter. Die Telekom hatte im Herbst 2007 70 Prozent des Mobilfunkers erworben und dafür 730 Mio. Euro bezahlt. Abgegeben werden die Anteile von zwei guten Bekannten der Telekom, dem österreichischen Industriellen Martin Schlaff und dem syrischen Geschäftsmann Ead Samawi, von denen beide 15 Prozent halten. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 78
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keep cool
01
10.3.2010, 14:28
Zu qualifiziert um flexibel zu sein?

Das Problem ist doch, dass jene Jobs, die die 887 Telekom-MA einst ausübten, im Wandel der Zeit und Technologie nicht mehr nachgefragt werden.
Man könnte von beamteten Damen und Herren der Telekom doch mehr Flexibilität erwarten, sich für jene 600 Jobs zu bewerben, die unternehmensintern angeboten werden. Sich durch Fortbildung für aktuell nachgefragte Posten qualifizieren, statt Däumchen drehen und im Selbstmitleid versinken! Jeder private AN muss sich Jahr für Jahr Veränderungen am Arbeitsmarkt stellen und laufend weiter qualifizieren! Leben bedeutet Veränderung und nicht starres Verharren in der Vergangenheit! Wenn euch die angebotenen Jobs nicht gut genug sind, kündigt doch und stellt euch dem höher qualifizierten freien Markt!

Bekka
 
10
10.3.2010, 09:59
was heißt "meldet sich niemand"

ist jemand, der bei der telekom angestellt (!!!) ist für eine freie stelle qualifiziert, dann wird er eben dort, wo er gebraucht wird eingesetzt.

Akka Lightguns
00
10.3.2010, 11:54
bitte tun Sie sich zum Thema

Beamtendienstrecht informieren. Dann ersparen Sie sich und uns unnötige Postings.

Stahl_____666
00
10.3.2010, 10:42
.

Das ist aber bei Beamten a bissi anders...

Tramontana
16
10.3.2010, 08:07
Dieser Artikel

sagt mir eigentlich nur eines: Wie schludrig und unreflektiert beim Standard APA-Meldungen übernommen, mit einer blödsinnigen Überschrift versehen, und dann in Umlauf gebracht werden.

Wie wäre es mit Recherchieren, welche 600 angeblichen Jobs dies sind? Ob die auch nur ansatzweise zu der Ausbildung und Qualifikation der freigestellten Mitarbeiter passen? Oder ob diese erst einmal ein paar Jahre vergehen lassen müssen, ehe sie so viel von ihrem Wissen verloren haben, daß dann endlich für die intern ausgeschriebenen Stellen "qualifiziert" sind.

Jedenfalls sagt mir diese Aussage von Herrn Ametsreiter, so sie in dieser Weise gefallen ist, viel über diesen Herrn. Bei einem Unternehmen, dem dieser Herr vorsteht, möchte ich auch nicht arbeiten.

postfuchs3
00
10.3.2010, 11:02
genauso ist es!!!

es wird gegeifert, ohne, dass korrekt recherchiert wird.
Abgesehen davon drehen die Kolleginnen und Kollegen sicher nicht gerne Däumchen.
Ich kenne einige, die gerne in ihrem alten Job geblieben wären.
Das problem ist, dass die meisten einfach überqualifiziert sind für die offenen Stellen und würden daher nachher auch viel schlechter bezahlt werden.
Wenn jemand in der privatwirtschaft ein Anbot bekommt, wo er finanziell viel schlechter da steht, nimmt er es doch auch nicht an!!

leonidis
01
10.3.2010, 18:46
privatwirtschaft

die Telekom *ist* in der Privatwirtschaft! Ihre Denkweise verrät Ihre Mentalität überdeutlich. Es sind Beamte wie Sie, egal ob sie im Jobcenter verräumt wurden oder noch operativ im Weg rumstehen, die die Gräben innerhalb der TA-Belegschaft weiter aufreissen. Die Angestellten, Leiharbeiter, Externen etc haben nämlich absolut null Verständnis für Ihre abgehobenen Priviliegien.

Willkommen in der Privatwirtschaft!

Akka Lightguns
01
10.3.2010, 11:55
"Wenn jemand in der privatwirtschaft ein Anbot bekommt, wo er finanziell viel schlechter da steht, nimmt er es doch auch nicht an!!"

wenn jemand in der Privatwirtschaft nicht gebraucht wird, wird er entlassen.

postfuchs3
00
10.3.2010, 12:29
aber das habe ich doch gemeint...,

wenn jemand arbeitslos ist, der hoch qualifiziert ist, dann nimmt er doch auch keinen Job an, der viel schlechter bezahlt ist. Also ich kenne niemanden in meinem freundes- und bekanntenkreis.

Jim Kirk
05
10.3.2010, 09:27

Das muss doch povidl sein. Wenn ich unkündbare Mitarbeiter habe können die genausogut fentster putzen als dass sie bei fast vollen bezügen zu hause däumchen drehen. Ist doch unfassbar sowas.

kmmm
10
10.3.2010, 00:14
887:600

bezahlt zu werden, ohne arbeiten zu müssen, ist doch herrlich, oder ?

Inno Vision
 
01
Heimat großer Söhne im Schlick

Die 4 da - Reicher leben mit Martin Schlick (part1 -4)
http://www.youtube.com/watch?v=P1-dr_zqQyA
http://www.youtube.com/watch?v=o0C5qb6rgOs
http://www.youtube.com/watch?v=mX_qsc18QXw
http://www.youtube.com/watch?v=ZXHs7cy2rI8
Endlich einmal ein guter Bildungs Film, der Laien schnell und präzise zum nötigen Weitblick in die tägliche Praxis von Geldvermehrung verhilft.
Gerade die Sozialschmarotzerdebatte, die meist auf dem Rücken der kleinen Leute ausgetragen wird, die gerade das nötigste zum Über Leben haben, erscheint so in einem besseren Licht, als gemeine Versklavungsversuche von krankhaft Raffgierigen und korrumpierbaren Helfershelfern.
Wie viel mutmaßliche Korruption auch in Österreich zu passieren scheint, kann so anschaulich

radikal
01
und was soll damit beströmt werden?

tragbare fernseher oder so?

die paar verbliebenen telefonhäusln
sind meistens an für autos unzugänglichen stellen

Teufel
02
Telekommitarbeiter

Für jeden Beamten, den die Telekom nach Hause schickt kommt ein Leasingarbeiter als Ersatz.
Der Beamte wird dann als Sachaufwand von der Steuer abgeschrieben und ist somit nur mehr eine Sache und kein Mensch mehr!

Jim Kirk
01
10.3.2010, 09:28

Was soll denn der blödsinn mit dem sachaufwand? Glaubst gehälter sind nicht vom gewinn abzuziehen?

mmtl
00
10.3.2010, 09:08

Sowohl Gehaltskosten als auch operative Aufwendungen für Leassingkräfte sind abzugsfähig. Nur ist der Gewinn halt kleiner bei zusätlichem Aufwand. Also ein schlechtes Argument.

das ist fix
01


IRRE

"887 Mitarbeiter drehen bei fast vollen Bezügen Daumen - gleichzeitig werden hausintern 600 Jobs angeboten.

Derfdeswoarsein
 
00
10.3.2010, 08:48
Aber niemand weiss etwas genaues

Vielleicht ist es so, dass, wuerde er einen anderen Job annehmen, er Gehaltseinbussen hat. Also warum sollte er das dann tun?

Inno Vision
 
21
Dafür sind die Jungen nicht arbeitslos

und der Staat muss um das weniger zahlen. Und wenn die Telekom Geld hat , in Osteuropa um Milliarden einzukaufen und wenn dabei auch noch 100e durch gewievte Geschäftsleute im Dunste der Bekannten abfallen, dann braucht sich der Steuerzahler nicht aufregen.

Tschupp
12
10.3.2010, 08:17

Gehören Sie auch zu diesen faulen Schmarotzen?

postfuchs3
00
10.3.2010, 12:31
Informieren Sie sich

bitte, bevor Sie Situationen und Menschen vorverurteilen.
Schließlich sind wir nicht im kroneforum

Peter_23
22
Aha, und der Strom für die Strom-Tankstellen

kommt aus Atomkraftwerken, Gaskraftwerken oder Kohlekraftwerke.

Welches pseudo Grünmascherl wird dem Ganzen umgehängt? Etwa ein paar Solarzelle auf die Telefonzelle?

Mazzesinsulaner
 
00
18.4.2010, 21:44

In Wien kommt ca 45 % des Stromes aus dem Gaskraftwerk Leopoldau. Der Wiener Strom ist daher relativ hoch indirekt mit Co2 belastet.

Mazar
03
10.3.2010, 08:10
Warum immer alles so madig machen?

Der Strombedarf für E-Mobilität ist nicht so hoch wie sie vielleicht denken. Würden wir 50% aller Autos auf E-Autos umstellen wären das ca. 10% mehr Strombedarf! (Jährlicher Zuwachs ohne E-Mobilität liegt bereits bei ca. 3%). Die CO2 Einsparungen mit dem jetzigen österreichischen Strommix liegen im Durchschnitt bei ~75%! Und viele fordern (zurecht) das der zusätzlich benötigte Strom für E-Mobilität aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen wird... Hier ist die Politik gefragt.

Fazit: Energetisch sind Elektroautos einfach effizienter. Gerade in Österreich ist der Strommix schon nicht schlecht und wird immer besser. Es löst zwar nicht alle Probleme, verbessert aber Vieles enorm.

Teufel
12
Telekommitarbeiter

Dann versuch es mal als Polmitarbeiter dich um einen Job zu bewerben?
Das geht nicht!
Es lautet der interne Auftrag von oben , bei Ausschreibungen darf kein Polmitarbeiter genommen werden! Ich glaube Hr. Ametsreiter weiß nicht wovon er spricht, oder vergisst er ziemlich schnell die Anweisung Polmitarbeiter dürfen bei Ausschreibungen nicht genommen werden!
Die Öffentlichkeit gehört mal genauer informiert was bei der Telekom läuft!

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