96 Festnahmen nach Massaker - Angst vor neuer Gewalt

10. März 2010, 13:31

Nationaler Sicherheitsberater entlassen - Polizei setzt Zahl der Opfer herab - Untersuchung und Schutz der Zivilbevölkerung gefordert

Nairobi/Abuja - Nach dem Blutbad mit Hunderten Toten in Nigeria haben Schüsse am Dienstagabend Angst vor neuer Gewalt geschürt. Mehr als 100 Menschen, vor allem Frauen und Kinder, suchten in der Stadt Jos in einerKaserne Schutz, nachdem in den Straßen Gewehrfeuer zu hören war. Die Behörden erließen ein nächtliches Ausgehverbot. Menschenrechtsgruppen forderten eine unabhängige Untersuchung der Gewalt zwischen Muslimen und Christen.

Inzwischen hat sich die Lage in der Region wieder beruhigt. Die Einwohner des Vorortes Bukka Uku seien am Mittwoch wieder in ihre Häuser zurückgekehrt, sagte eine Bewohnerin der Nachrichtenagentur AFP. Der Frau zufolge schossen Polizisten in die Luft, um eine Gruppe Christen auseinanderzutreiben. Die verängstigten Bewohner hätten zunächst aber an einen Schusswechsel gedacht.

96 Festnahmen, Opferzahl nach unten korrigiert

Nach dem jüngsten Massaker haben Polizei und Militär fast 100 mutmaßliche Täter festgenommen. Ein Polizeisprecher berichtete, 96 Männer vom muslimischen Nomadenstamm der Fulani Hausa seien festgenommen worden. Bei dem Überfall auf drei christliche Dörfer im zentralnigerianischen Bundesstaat Plateau waren in der Nacht zum Sonntag etwa 500 Menschen getötet worden, wie es ursprünglich hieß.

Inzwischen hat die Polizei die Zahl der Opfer aber deutlich nach unten korrigiert. Bei dem Überfall seien 109 Menschen getötet worden, teilte der Polizeichef des Bundesstaates Plateau, Ikechukwu Aduba, am Mittwoch mit. Diese Zahl sei "authentisch und unstrittig". Frühere Angaben der Behörden seien "gefälscht" gewesen. Vertreter der örtlichen Zivilgesellschaft hatten von 200 bis 400 Todesopfern gesprochen.

Der amtierende nigerianische Präsident Goodluck Jonathan entließ als Konsequenz den nationalen Sicherheitsberater. Zum Zeitpunkt des Massakers galt eigentlich eine Ausgangssperre, und Soldaten hätten die Region patrouillieren sollen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch appellierte deshalb an Präsident Jonathan, die Polizei und das Militär zum Schutz der Dorfbewohner zu verpflichten. Erst im Jänner waren mehr als 300 Menschen bei Unruhen zwischen Christen und Muslimen getötet worden.

Mehrere hundert Opfer des Angriffs vom Wochenende wurden noch am Montag in Massengräbern beigesetzt, wie die Zeitung "Vanguard" berichtete. In den Dörfern wurden Soldaten stationiert, um weitere Übergriffe und Plünderungen zu verhindern. (APA)

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caranx
28
10.3.2010, 08:02
"Unruhen zwischen Christen und Muslimen"

Wollen wir das doch präzisieren:
Es gab keine Unruhen zwischen Moslems und Christen.
Es wurden Christen überfallen und massakriert.
Inwieweit von den Behörden Vorschub geleistet wurde, ist noch zu klären.
Der kleine, aber feine Unterschied machts.

DieBo
00
12.3.2010, 13:30
sie tun so als wären sie dabei gewesen.

Nickel Surfer
12
10.3.2010, 12:13
"Erst im Jänner waren mehr als 300 Menschen bei Unruhen zwischen Christen und Muslimen getötet worden."

lesen Sie mal welche Ethnie da den Überfall und Massakar angerichtet hat...

ProEvo84
126
Rohstoffe

Lt. Wiki:

- Sechstgrößter Ölproduzent innerhalb der OPEC
- 80% der Staatseinnahmen aus Erdölförderung

ist wohl auch der Grund weshalb Fr. Clinton gefordert
hat Zitat: "dass die Verantwortlichen für die Gewalt zur Rechenschaft gezogen werden und die Menschenrechte geachtet werden"

Der Waehlerwille
 
11
aktuell grösster ativer interessent in der region ist übrigens china

übrigens .. sind ölkonsumierende nationen gemeinhin daran interessiert mit friedlichen nationen rohstoffhandel zu betreiben.

zebrafuss
00
und mit frankreich

wurde in einem joint venture (das ist etwas neues in nigeria) vor etwa drei wochen ein neues ölfeld - dem vernehmen nach off-shore - eröffnet.

und china dealt ordentlich. mit chinesischer unterstützung sollen vor allem infrastrukturprojekte (elektrizitätswerk, straßen) realisiert werden und natürlich gegen öl.

österreicher (strabag - kennt im übrigen jeder nigerianer(!) - oh virtuelle heimat, omv), haben sich meines wissens nach, aus nigeria schon seit längerem zurückgezogen.

tom krishan1
 
22

wie sieht`s eigentlich in nigeria mit rohstoffen aus? hat einer ahnung?

Karl Labruni
75
Zwischen den Zeilen lese ...

... ich hier eher einen Konflikt zwischen Sesshaften und Nomaden heraus - die "zufällig/geschichtlich bedingt" auch Christen bzw. Muslime sind. Aber zugegeben ich kenn mich in der Region nicht aus. Ein wenig Vorsicht mit dem "Religionsstempel" halte ich aber allemal für angebracht.

caranx
01
10.3.2010, 08:04
Da lies mal andere Zeitung.

Da drückt man sich klarer aus.

omar chamra
24
500 Christen wurden umgebracht und noch immer

gibt es keine Solidaritaet mit den Opfern und man versucht die Sache wegzuerklaeren.
Doch die Tatsache bleibt. Muslime massakrieren Christen, hauptsaechlich Frauen und Kinder und da denkt man zehnmal bevor man die Moerder verurteilt, denn von Muslimen erwartet man ja ein solches Verhalten.

Spaceman Spiff
21
10.3.2010, 10:19

Wenn moslemische Zivilisten umgebracht werden, dann ist es ein Kollateralschaden. Wenn christliche Zivilisten umgebracht werden, dann ist es ein Massaker.

Der Waehlerwille
 
00
11.3.2010, 18:12
ausser Ihnen behauptet das niemand.

anders and
 
11
"Christen massakrieren Juden"

ist eine mögliche Sichtweise des Holocausts. Aber ist es die passendste?

joh_14
01
welcher CHRIST hat in der Shoa gemordet?

Waren wohl doch eher GOTTLOSE ...

Spaceman Spiff
20
10.3.2010, 10:24

Die Vernichtung der Juden wurde mit dem christlichen Gott begruendet. Die ueberwaeltigende Mehrheit der Moerder waren Christen.

joh_14
00
10.3.2010, 22:38
Sie meinen Personen

die sich Christ nennen, aber sind sie tatsächlich Christen? Die Zugehörigkeit zu einer Konfession heißt nicht automatisch, dass man Christ ist.

anders and
 
11

Sie könnten einmal unter "ratlines" und "Hudal" nachschauen, welche Lagerkommandanten von der katholischen Hierarchie in Sicherheit gebracht wurden.

mika33
24
Warum kann man den islamischen und den christlichen Teil des Landes nicht trennen?

Die hassen sich bis aufs Blut. Wäre eine 2Staatenlösung nicht das beste für alle Beteiligten??

Erwin Brandstetter
01
10.3.2010, 03:32
Radikale Schlüsse auf Basis von information aus dritter Hand ..

Sie müssen davon ausgehen, dass wir keine Ahnung haben, was wirklich läuft. Irgendwelche Nachrichtenagenturen kolportieren das als "Christen gegen Muslims", weil halt der Topos in den Medien gut etabliert ist.
Das heißt erst mal gar nichts.

¤
01

Wollen sie dann in 30 Jahren Österreich auch in Westösterreich und Ostösterreich trennen?

Spaceman Spiff
00
10.3.2010, 10:25

Ein atheistischer und ein katholischer Teil?

Malkaye
42
naja für die dort lebenden menschen wäre es sicher besser.

aber der versuch von nigerianern selbst, das land zu teilen, wurde von ein paar westlichen ländern verhindert (andere waren auch dafür).

ein sich selbst hassendes chaos-land, kann man besser plündern (erdöl). keine funktionierende regierung -> korruption à la carte -> keine vernüftigen verträge über rohstoffausbeutung.

socratimp
02
ich schätze einmal..

.. dass hier auch um die resourcen geht. 80% der einnahmen kommen aus dem öl-geschäft.
http://de.wikipedia.org/wiki/Nige... aftszweige

tom krishan1
 
00

na da habens wir ja. ist doch klar wo dann der hund begraben liegt. das selbe spielchen immer wieder und immer mit den selben methoden.

ProEvo84
22

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Staat
der von muslimischen Hirten (die gerade Frauen, Kinder und Greise zu Tode gehackt haben) geleitet
wird besonders wünschenswert wäre.
Außerdem müsste es doch möglich sein, dass Menschen verschiedener Religionsgruppen in einem
Staat zusammenleben - Trennung fördert nicht unbedingt die Toleranz.

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