Budget-Planung

Sanierung "ohne Tabus" schockiert Minister

09. März 2010 12:49
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    Finanzminister Josef Pröll (li.) und Kanzler Werner Faymann planen 500 Millionen Euro aus der geplanten Bankenabgabe ein. Welche Steuern die verbleibenden 1,2 Milliarden Euro bringen sollen, ist noch unklar.

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Faymann, Pröll: "Ausgabenseitig steht alles zur Debatte" - Spindelegger und Berlakovich sehen "tragische", "dramatische" Situation

Die bevorstehende Budgetsanierung wird nicht über die Erhöhung bzw. Einführung neuer Massensteuern geschehen, dafür werde es auf der Ausgabenseite allerdings "keine Tabus" geben, wie Kanzler Werner Faymann (SPÖ) und Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) am Dienstag nach dem Ministerrat bekanntgaben. Wie bereits berichtet, sind Einsparungen sowie zusätzliche Einnahmen von jeweils 1,7 Mrd. Euro geplant.

Was die Ausgabenseite hingegen betrifft, sei "alles willkommen", so Pröll, der Kürzungen in keinem Bereich ausschloss, auch nicht bei der Familienförderung. Faymann sah Einsparungspotenzial bei Doppelgleisigkeiten zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. Hier gebe es eine große Zahl von "Erfindungen", bei denen sich nicht einmal der Finanzminister ganz genau auskenne, so der Bundeskanzler.

Minister schockiert

Einige Minister wirkten vor dem Ministerrat regelrecht schockiert angesichts der ihnen aufgebürdeten Sparbudgets. So kündigte etwa Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) an, sowohl bei Auslandsvertretungen als auch bei Entwicklungshilfe sparen zu müssen. Er sprach sogar von einer "tragischen" Situation. Es seien keine Einsparungen mehr möglich, deswegen werde er bei der Struktur ansetzen müssen. Das werde auch Konsequenzen bei den Vertretungen im Ausland haben sowie bei der internationalen Hilfe. "Österreich ist ein reiches Land, aber ein armer Staat", fügte er hinzu.

Auch Umweltminister Niki Berlakovich (ÖVP) sagte, in seinem Ressort werde "kein Stein auf dem anderen bleiben". Auch er bezeichnete die Situation als "dramatisch". Familienstaatssekretärin Christine Marek (ÖVP) wollte keine konkreten Bereiche nennen, in denen sie Kürzungen plane. Ausschließen wollte sie jedenfalls nichts, auch nicht im Bereich Kindergeld oder Familienförderung. Sie betonte aber, dass ihr Familienförderung wichtig sei.

"Bis zum Herbst Gedanken machen"

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) blieb ebenfalls vage. Die Einsparungsvorgaben des Finanzministeriums seien geringer ausgefallen, und bei den Pensionen wolle er "schauen, was die Kreativität hergibt". Insgesamt sprach er von einem "tragfähigen politischen Kompromiss".

Die beiden Finanzstaatssekretäre Andreas Schieder (SPÖ) und Reinhold Lopatka (ÖVP) wollten sich trotz zahlreicher Fragen freilich auf Aussagen über etwaige neue Steuern bzw. Steuererhöhungen nicht einlassen. Man werde sich bis zum Herbst Gedanken darüber machen, wie man die geplante Budgetkonsolidierung im Detail gestalten werde. Den Vorwurf, die Regierung hätte das Projekt der Verwaltungsreform wieder aufgegeben, wies Lopatka zurück. Die Verwaltungsreform sei nicht dazu geeignet, Einsparungen innerhalb weniger Monate zu erzielen, da gehe es vielmehr um mittel- und langfristige Einsparungen.

Karl und Schmied können mit Vorgaben leben

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) zeigten sich zufrieden darüber, dass die Einsparungen in ihren Ressorts am geringsten ausfallen sollen. "Sie haben Recht, ich bin mit dem Bereich Bildung noch ganz gut weggekommen", so Schmied, die gleichzeitig betonte, dass die Bildungsreform als "Herzstück der Bundesregierung" weitergehen müsse.

Auch Karl zeigte sich froh, dass ihr Ministerium als "Zukunftsressort" eingeschätzt worden sei. Strukturelle Maßnahmen, die nun notwendig würden, werde man sich bis Herbst überlegen. Zufrieden gab sie sich darüber, dass das Budget für die Universitäten per Gesetz bereits bis zum Jahr 2012 gesichert sei. Dies sei bereits beschlossen, in die Leistungsvereinbarungen werde nicht mehr eingegriffen, sagte sie.

"Sparziele rechtlich bindend"

Finanzminister Pröll betonte am Dienstag mehrfach, dass die in der Regierung vereinbarten Sparziele für jedes einzelne Ministerium außer Streit stehen und auch rechtlich bindend seien. Er sprach von einmaligen "Disziplinärmaßnahmen der Sonderklasse". Der Bewegungsspielraum sei gleich null, so Pröll. Der Finanzminister gab als Motto der Konsolidierung "Wirtschaftlich vernünftig und sozial verträglich" aus. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 561
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KristallpalastMittelEbeneBewohner1
 
11.03.2010 12:37
na das Thema (Volk bezahlt für Krise und muß sparen)..

war ja wieder schnell weg... ca 1 Tag in den Medien.

andere Themen...
-Sexpriester
-angeklagten Polizisten
-die Rechten
-die Rosenkranz
-die Lindsay Lohan
-der Killer Käse
etc.

sind schon fast 1 Woche in den Medien...

über Griechenland (und die Europaweiten Demos) wird auch immer weniger berichtet...

Augen auf, Ohren auf... Hirn/Verstand an!

Stinkefinger für Pröll
10.03.2010 21:10
arbeitslose

versteckt euch nicht in euren zimmern, sondern laßt es euch gut gehen und habt spaß am nichtstun

...sollen doch die anderen, die supergscheiten schuften und für euch zahlen.

wenn banken zocken können und der steuerzahler alles begleichen muß, dabei noch ausgequetscht, kontrolliert und gedehmütigt werden, transferkonto zwecks kontrolle kommt - legt die schaufeln nieder und laßt es euch gut gehen.

oder bist du nur geboren um für politiker, elite und wirtschaft zu schuften und zu zahlen, damit du dir ein kleines reich aufbauen kannst...

hol dir das geld vom ams und laß die leasingfirmen, sklaventreiber links liegen - lach sie aus.

François Marie Arouet
10.03.2010 17:23
In den ersten 10 Postings hier, sind mehr gute Einsparungsideen....

....als die Regierung nach monatelanger Herumeierei ausgebrütet hat.

DAS sagt alles über die Qualität dieser GroKo-Chaotentruppe!

also dann ...
10.03.2010 14:25
welche pimperl-lösungeg ... diese lolli-truppe hier vorlebt

sagt eh schon alles aus.

nur zum verständnis :
die staatsausgaben liegen bei ca. 137 mrd
d.h. es werden (falls es überhaupt umgesetzt wird)
gerade mal 1,5 % eingespart - PEANUTS !

die grossen brocken wie zb.
s u b v e n t i o n e n = 16 mrd
1 % = eine einsparung von 1,6 mrd...werden nicht mal erwähnt ?

detto die erhöhung der vermög.bez.steuern :
Ö = 0,6 % des BIP, eu 2,1 %, USA 3,1 %, CH 2,4 %.
eine anpassung auf eu-niveau
= 4,2 mrd ( ! ) an einnahmen.
und beide massnahmen wären
- sozialverträglich UND konj. schonend !

und so wird weiter herum-geeiert...
unter dem applaus der "gakuften" wi - forscher.
gehts noch lächerlicher ?!

François Marie Arouet
10.03.2010 13:46
Das sind alles moderate Einsparungen im kleinen einstelligen prozentbereich!

Bei den öffentlichen Ausgaben gehören ganze ministerien zusammengelegt, -10% jedes Jahr sind angesagt, keine homöopathischen Mini-Einsparungen!

BBSS
10.03.2010 12:18
Folgende Tabus bleiben bestehen

Anzahl der Abgeordneten: Diese wird nicht auf 120 oder weniger gekürzt.
Der Bundesrat: Dieser wird nicht abgeschafft
Alle Landtage: Diese werden nicht abgeschafft
Die Parteienförderung: Diese bleibt auf dem euopäischen Rekordniveau
Die Wahlkampfförderung: Diese belibt ebenfalls auf Rekordniveau
Gehälter im öffentlichen Dienst: Bei diesen wird nicht ein Unkündbarkeitsabschlag eingefordert, von mindesten 30%
Die Pensionen, insbesonders die Beamtenpensionen: Diese werden nicht auf 85% der derzeitigen ASVG-Höchstpension gekürzt.
Österreich bleibt seinem Weg nach Süden treu.
Iasu Ellas

Felix Österreicher
11.03.2010 09:26
Österreich hat ein ausgeglichenes Budget nicht notwendig

Weil

1. Wir haben Erdöl gefunden, ich glaube genau dort wo das Hypo Alpe Adria Gebäude im Süden steht?

2. Die Beamten sind eh´so wenige und unterbezahlt ?

3. Das Volk der arbeitenden halt eh´den Mund und zahlt brav immer höhere Steuern (inflationsbedingt) und sind sonst auch streng katholisch u untertänigst....?

4. Eine demokratisch liberale Opposition die etwas von Wirtschaft versteht und sich für steuerliche Gerechtigkeit f d arbeitenden einsetzt brauchen wir nicht, deswegen haben wir so etwas nicht?

usw usf

François Marie Arouet
10.03.2010 13:47
Das beste Posting seit langem!

Die unverschämt hohen Pensionen der Politiker würde ich noch gerne hinzufügen.

Bei den Verwaltungsausgaben sind -10% JEDES JAHR bis 2020 angesagt!

immofuchs
10.03.2010 11:23

Bei der Familienförderung kann man sparen, bei den Pensionisten ist Kreativität gefragt?????????? ( wie man nächstes Jahr wieder höhere Abschlüsse als alle Aktiven kriegt -- oder was?)
Bei Bildung, Unis,.. sparen die Brüder, bei der Landes-, Bundes- und Gemeindeverwaltung nicht. Die ÖBB wird um wieviel gekürzt?

reiches land armer staat
10.03.2010 11:02
keine guten Aussichten

irgendwie stellt sich die Frage, was die Bevölkerung die jetzt gerupft werden wird, mit der Krise zu tun hat, die ja eigentlich wieder die Ursache des Sparpaketes ist? Die Politiker selbst wird es ja wohl nicht sehr betreffen, weil die können es sich ja richten. Als nächstes werden wir auch noch für Griechenland gerade stehen müssen ist zu befürchten. Geben wir halt wieder was von unserem Wohlstand her, bis uns selbst auch nicht mehr viel bleibt. Im Alter wird es sowieso trist ausschauen, wenn es mit den Pensionen so weiter bergab geht.

Hanuman Petrol
10.03.2010 10:57

In diesem Bild träumt er gerade von dem grössten Burger den er sich gleich auf Kosten des Steuerzahlers reinschmeisst!!!! Wenn man genau hinschaut sieht man sogar das aus den Mundecken schon das Wasser rauskommt, da Faymann hingegen zählt die Dauben!

Till Ulenspygel
 
10.03.2010 10:26
Wer gestern Pröll gesehen hat

weiß nun was der niederösterreichische Bauernbund vom Volk hält!

Hanuman Petrol
10.03.2010 10:17

Wenn der Pröll weniger Fressen würd hätt ma die Milliarde goarned ausgeben!!!

ninedevils
10.03.2010 09:31

"...trotz zahlreicher Fragen will ich mich freilich auf Aussagen nicht einlassen. Strukturelle Maßnahmen die nun notwendig sind, werde ich mir bis Herbst überlegen. In der Zwischenzeit Bund- und Landesregierungen um 50% reduzieren und die Verantwortlichen für Industrie, Finanzen, Energie, Bildung und den moralischen Verfall (ÖBB, Hypo K und NÖ, ORF, AUA, Post und gleich die kath. Kirche) in die Wüste schicken.

Der Unbekannte
10.03.2010 09:22
Und

wieder will er bei Wissenschaft sparen. Wie dumm ist eingentlich unser Pest-Minister ? Gerade die Jugend und die Wissenschaft sollten stark gefördert werden. Immer weniger gute Leute kommen jetzt schon raus aus den UNIS. Was ist bloß los mit dem Finanzminister ? Gekauft ?

xerxes
10.03.2010 08:55
Ohne Tabus ?

Na gut, starten wir endlich in eine demokratische Zukunft:

1) Überfällige Föderalismusreform
2) Bundesrat abschaffen
3) NR-Mandate verringern
4) Parteienförderungen auf ein internationales Mittelmaß reduzieren (z.B auf 1/10)
5) Gerechtes, einfaches Steuersystem
6) Staatliche Pensionszuschüsse ja - aber für jeden Staatsbürger gleich viel
7) Sozialleistungen ja - aber treffsicher und nicht mit der Gießkanne
8) Verantwortung von Managern und Volks[ver]tretern endlich einfordern
9) bildung und Ausbildung fördern - das ist unsre Zukunft !

p.s. es gibt auch machmal Tagträume...

Hanuman Petrol
10.03.2010 10:19

nur komisch das soviele, mich eingeschlossen, den gleichen Traum träumen


bin dafür!!! : )

Clemo
10.03.2010 09:40

Nachschlag - auch ich bin Tagträumer ;-)
10) Pragmatisierung abschaffen
11) Beamtendienstrecht de-facto abschaffen
12) Rückzug des Staates auf seine Kernaufgaben, die dafür aber richtig (warum muss der Staat einige Spitäler betreiben, in einigen Gemeinden die Müllabfuhr machen und so weiter)
13) Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit (Einbruchserien)
14) Justiz- & Exekutivreform
Wir brauchen erstklassige Staatsanwälte, Richter, Steuerfahnder, Baupolizei, Finanzpolizei etc - siehe Reform Dienstrecht
15) mehr Forschung
gehört eventuell zu Ihrem Punkt 9)
16) Gesundheitsreform
Förderung von Prävention, gleiche Basisversorgung für alle, Selbstbehalte für alle
17) Reform der Bebauungspläne
18) Anhebung Pensionsantrittsalter

t-bonesteak
10.03.2010 10:47
den meisten ihrer forderungen kann ich zustimmen

abgesehen von 10) und 12)

ad 10) die pragmatisierung von beamten ist im sinne der kontinuität der verwaltung nach regierungswechseln sehr vernünftig

ad 12) ich halte ihre beispiele (müllentsorgung und spitäler) für etwas, was der staat sehr wohl machen kann und soll

ad 16) gleiche basisversorgung für alle - die gibt es ja

François Marie Arouet
10.03.2010 13:50
Oh, es schreibt ein Pragmatisierter!

wegen der Regierungswechsel *lächel*
also noch fadenscheiniger gehts ja wohl nicht mehr, dieses Relikt aus der Zeit Maria-Theresias irgendwie zu rechtfertigen.

t-bonesteak
10.03.2010 14:51
har, har, ein guter witz, echt.

können sie ihre scheuklappen ablegen bevor sie sich zu einem thema äußern?

Österreich neu gründen
10.03.2010 10:18
Wir wäre es, wenn wir - das vielzitierte Volk - von dem ja in einer Demokratie angeblich alles ausgeht - den Spieß umdrehen:

So lange diese Maßnahmen nicht umgesetzt sind, verweigern wir diesen Armleuchtern den Gehorchsam - sprich Generalstreik. Andere Länder machen es vor . Wir sind zu dumm dazu.

François Marie Arouet
10.03.2010 13:49
STEUERSTREIK wäre angesagt!

Da aber - zumindest den Unselbstständigen - das Geld vom Staat weggenommen wird, ehe es der Bürger sieht, ist das schwierig.....

gebe Ihnen aber vollkommen recht!

xerxes
10.03.2010 09:50

Ja, es gäbe viele Aufgaben für unsere Volks[ver]treter...

OttotheBusdriver
10.03.2010 08:51
Wozu Politiker?

Wenn Budgetdefizit => MÖSt.erhöhung, dann brauchen wir den ganzen aufgeblasenen Apparat nicht. Das kann ein Computer auch.

So eine sinnlose Pseudodemokratie!
Der normale Bürger hat leider keinen Lobbyisten.

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