Warum ich keine Maroni mag

9. März 2010, 12:16
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Die Kastanie verbindet die zwei Heimatstädte und Seelen, die in meiner Brust schlagen

Die Kastanie, egal in welcher Größe, zaubert immer ein Lächeln auf mein Gesicht. Die stachelige kleine Frucht verknüpft die zwei Nationalitäten (und Seelen), die in meiner Brust schlagen. Das polnische Breslau, die Heimat, in die ich hineingeboren wurde, geizt nicht mit Kastanienalleen. Auch in meiner Kindheit im transdanubischen Wien waren Kastanienbäume direkt vor der Tür. Wann immer ich also Kastanienbäume vor mir sehe und den typischen Geruch wahrnehme, sagt mir mein Gehirn: "Du bist zuhause".

Überall Kastanien!

Was viele vielleicht nicht wissen, ist eine Sprach-Kuriosität, die in der Zeit der Migrationswellen in den 80-er Jahren entstand. Den polnischen Einwanderern fielen die Kastanienbäume in Wien auf, von denen es verglichen zu Polen scheinbar überdurchschnittlich viele gab. Unfassbar, aber wahr - so berichtete man den Verwandten im Heimatland - sie essen sie auch noch! So kam es dazu, dass Österreicher von den Polen "Kasztany", also Kastanien genannt werden.

  • Babykastanie in der Hand von Wojtek, Prag 2005
    foto: eva zelechowski

    Babykastanie in der Hand von Wojtek, Prag 2005

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