Entwickler mit Browser-Auswahl unzufrieden

9. März 2010, 11:12
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Kleinere Browser würden benachteiligt - Opera und Firefox berichten bereits über steigende Downloadzahlen

Nach langem Hin- und Her hat sich Microsoft mit der Europäischen Kommission geeinigt und bietet europäischen Internet Explorer-Usern im Lauf des März ein Auswahlfenster, über das sie alternative Browser auswählen können. Doch das Auswahlfenster ist bei einigen Entwicklern noch immer umstritten, da sie sich gegenüber anderen benachteiligt fühlen. Und so trudelte in Brüssel nun erneut eine Beschwerde ein, wie Spiegel Online berichtet.

Benachteiligung durch seitliches Scrollen

Das Auswahlfenster stellt die bekannten Browser Firefox, Opera, Safari, Chrome und Internet Explorer in zufälliger Reihenfolge zur Auswahl. Die kleineren Browser Avant, Flock, Maxthon, Slim Browser, Green Browser, Sleipnir und K-Meleon sind erst erreichbar, wenn man in dem Auswahlfenster seitlich scrollt. Das ist den Entwickler jedoch zu versteckt, da seitliches Scrollen im Web ihrer Meinung nach nicht gängig sei. Wer das Auswahlfenster noch nicht per Update erhalten hat, kann sich den Screen auf der Website browserchoice.eu ansehen. Am unteren Rand befindet sich ein Scrollbalken. Die Entwickler befürchten aber, dass mit der Software und dem Internet wenig vertraute User, gar nicht wissen, dass sie über den Balken weiterscrollen können. Aber auch technikaffine User könnten den Balken übersehen, da am rechten Rand nichts darauf hindeutet, dass noch weitere Programme ausgelistet sind.   

Keine Chancengleichheit

Mit der Maßnahme kommt Microsoft den Forderungen der EU nach, bis spätestens 17. März Windows-User darauf hinzuweisen, dass es auch andere Browser als den Internet Explorer gibt. Damit soll die Koppelung des Redmonder Browsers mit Windows aufgebrochen werden, die nach Ansicht der Entwickler alternativer Software für das Monopol des Internet Explorer verantwortlich ist. Man will eine Chancengleichheit aller Anbieter herstellen, doch das sei mit der derzeitigen Gestaltung des Browser Choice-Fensters nicht gegeben. Die Entwickler der kleineren Browser verlangen nun, dass im Auswahlfenster deutlicher darauf hingewiesen wird, dass außer den fünf ohnehin bekannteren Browsern noch weitere Alternativen angeboten werden. Konkrete Forderungen sind nicht bekannt, aber ein einfacher Pfeil könnte beispielsweise Abhilfe schaffen.

Steigende Downloadzahlen

Wie stark die kleinen Browser von dem Auswahlfenster und der stärkeren Aufmerksamkeit profitieren, bleibt abzuwarten. Die fünf auf den ersten Blick präsentierten Browser belegen auch die vordersten Plätze der weltweiten Marktanteile. Gemeinsam kommen die alternativen Browser hinter Internet Explorer, Firefox, Chrome, Safari und Opera auf nicht einmal zwei Prozent. Opera berichtete indes von einer Verdreifachung der Downloads. Laut Firefox sei der Browser über den Auswahlscreen bislang über 50.000mal heruntergeladen worden. Das sei zwar noch nicht weiter nennenswert, doch man sei zuversichtlich, dass die Downloads in die Höhe schnellen, sobald mehrere User den Auswahlscreen erhalten haben. (red)

 

  • Im Browser-Auswahlfenster der EU werden weitere Browser durch seitliches Scrollen angezeigt - Entwickler fürchten, dass viele User das gar nicht bemerken.
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    Im Browser-Auswahlfenster der EU werden weitere Browser durch seitliches Scrollen angezeigt - Entwickler fürchten, dass viele User das gar nicht bemerken.

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