Die Zukunft hat 227 Seiten

11. März 2010, 17:00
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    foto: zpunkt/focus

Von Prognosen, Szenarien und Herausforderungen - Das "Handbuch Zukunft 2010" stellt 100 Trends und Entwicklungen vor

Ein Buch über die Zukunft zu schreiben, sei eigentlich gar nicht möglich. Das jedenfalls behaupten die Autoren von "Handbuch Zukunft 2010. Trends, Herausforderungen, Chancen.", Klaus Burmeister und Holger Glockner. Und machen es dann doch. Ihr 227 Seiten starkes Buch soll Unternehmen und Wirtschaft relevante Entwicklungen und Trends vor Augen führen. Der Anspruch der Zukunftsforscher: Man könne lediglich "ausschnitthafte Bilder der Welt von morgen" anführen und dabei unterschiedliche Perspektiven einnehmen.

Auch Trendbrüche tragen zum Wandel bei

Im ersten Kapital "Werkzeuge" wird erklärt, wie Zukunftsforscher arbeiten, um weiter als nur in die Gegenwart zu blicken. Nicht Individuen stünden dabei im Vordergrund, sondern Organisationen, Institutionen und Systeme. Die Zukunft voraussagen könne man ohnehin nicht - nur "nützliche Aussagen über sie treffen." In diesem Kapital wird auf die Geschichte der Zukunftsforschung eingegangen und erklärt, dass Trendbrüche ebenso Faktoren des Wandels sind wie Trends und dass die Kernmethode der Zukunftsforschung die Entwicklung von Szenarien ist. Häufig verwendete Szenariotypen sind unter anderem: Best Case, Worst Case, politisch getriebenes Szenario oder "Wild Card Szenario" - die Zukunft nach einem grundlegenden Strukturbruch.

Bedarfe durch Prognosen abschätzen

Der Leser erfährt außerdem, dass Wirtschaft und Politik die beiden wichtigsten Arbeitsgebiete der Zukunftsforschung sind, etwa um Bedarfe abzuschätzen, die häufig durch Prognosen beantwortet werden. "Corporate Foresight" (Zukunftsforschung für Unternehmen) beziehungsweise "Public Foresight" (Zukunftsforschung für die öffentliche Hand) geht noch weiter: Diese Arten von Forschung werden betrieben, wenn "langfristige Entwicklungen, neue Herausforderungen und größere Umbrüche ins Spiel kommen".

Ein "digitaler Assistent"

Kapitel zwei widmet sich sieben Fokusthemen, die schon heute absehbare künftige Herausforderungen darstellen sollen: Energie und Klima, Mobilität und Verkehr, Stadt und Raum, Arbeit und Wirtschaftsprozesse, Gesundheit und Körper, Alltag und Lebensführung, Medien und Kommunikation. Weil sich Zukunft eben nicht vorhersagen lasse, sondern bestenfalls "nützliche Aussagen" getroffen werden könnten, beruhen die Schilderungen eher auf dem Festhalten der aktuellen Situation sowie auf Trends. Das geht von der Förderung von erneuerbaren Energien über nachhaltiges Wirtschaften bis hin zur Entwicklung neuer Medienformate. Ein Beispiel für Letzteres ist der "digitale Assistent", der für den Rezipienten aus allen verfügbaren Informationen ein personalisiertes Medienmenü zusammen stellt.

Trend-Glossar

Das dritte Kapital, "Zukunftsmärkte", widmet sich einzig einem nachhaltigen Kapitalismus inklusive seiner Ziele und Modelle. Fast die Hälfte des Buches nimmt das vierte und letzte Kapitel, das Trend-Glossar ein: Es werden 100 Trends inklusive Grafiken angeführt, die "absehbare Entwicklungen" bündeln. Dazu gehören viel zitierte Vorhersagen wie das Wachsen der Bevölkerung, die Alterung der Gesellschaft, der Anstieg der Kluft zwischen Arm und Reich. Weitere Trends: Die Forschungsausgaben steigen, die Meere werden weiterhin verschmutzt, neue Konfliktformen wie Piraterie sind im Entstehen.

Keine Kristallkugel

Nichts, was man nicht schon wüsste, mag manch einer dabei denken. Wer aber erwartet, mit einem Zukunftsbuch eine Art Kristallkugel in Händen zu halten, die eine Antwort auf alles, was noch vor uns liegt, bereithält, hat mit Sicherheit die falsche Lektüre gewählt. Den größten Teil des Geschriebenen haben viele Leser zwar sicher bereits im Alltag oder durch den Konsum von Medien wahrgenommen. Wirft man aber am Ende noch einmal einen Blick auf den Umschlag und studiert den Subtitel "Trends. Herausforderungen. Chancen", bemerkt man, dass die Autoren genau darüber informieren. Wie sich das Gelesene auf die Zukunft auswirken könnte, darauf kann sich jeder selbst einen Reim machen. (mak, derStandard.at, 11.3.2010)


Handbuch Zukunft 2010. Trends, Herausforderungen, Chancen.
Autoren: Klaus Burmeister, Holger Glockner
Verlag: FOCUS Magazin Verlag GmbH
227 Seiten
Preis: 89 Euro
ISBN: 9783981088755

Kommentar posten
13 Postings
Sancti
00
Wichtig ist, die Zukunft liegt bei vielen schon in der Vergangenheit;-)

Zeitvertreiber
00
28.4.2010, 22:53
Trend

In Vorbereitung auf das 21 Jahrhundert, Paul Kennedey.
Ganz interessant. Ich hoffe das solche Bücher helfen, Trends die in die falsche Richtung, zu gehen stoppen. Wenn genügend Leute es lesen und sich davor fürchten. Dann ist der Autor zwar ein Depp, weil seine Prognose nicht eingetreten ist. na, ja.......

's koite Sopherl
00
24.3.2010, 19:58

Gell Matthias, des hast net vorausgsehn, dass Du in Zukunft auch noch Konkurrenz kriegst....

Raubkopierer
00
15.3.2010, 06:27

wo. ist. mein. fliegendes. auto.

rudolf schladming
 
00
12.3.2010, 12:45

interessant, dass auf dem cover der ausschnitt der weltkarte den atlantikraum zeigt und china komplett fehlt. dieser fokus dürfte europäisches und amerikanisches wunschdenken sein. ;)

Igor Gassner
00
13.3.2010, 19:45
Das war der Disigner

Die Punkterl für die Weltkugel sind zu klein patsch und schon schauts besser aus

Dirty Sanchez
 
00
12.3.2010, 08:26
Ich sehe in die Zukunft...

und ich sehe voraus, daß so ziemlich nichts von dem, was in diesem teuren Büchlein steht, eintreffen wird.

hansi goldach
 
13
12.3.2010, 00:16

zukunftsforscher gab es früher auch schon. vor rund
vierzig jahren wurden atomgetriebene autos für die
heutige zeit vorhergesehen, dem ostblock gab man
gar eine lebenszeit bis 2050. so etwas wie ein kleines
ding, tragbar.... jedenfalls würde der fernschreiber
dem telefon den rang ablaufen. beim fernsehen
hätte man heute die wahl zwischen zehn program-
men. sämtliche krankheiten würden schon um das
jahr 2000 dank antibiotika heilbar sein. und so etwas
wie die gentechnik oder informationstechnologie
nicht vorstellbar. aber kreuzfahrten im weltraum
auch für normalverdiener schon...

Ava Tar
04
11.3.2010, 22:37
Zukunftshandbuch nicht zum Downloaden

Basisanforderung schon mal nicht verstanden ;o)

Die Zeit ist reif
01
11.3.2010, 19:55
Horizont
02
11.3.2010, 19:45
89 Euro sind ein stolzer Preis für 227 Seiten...

Die Zeit ist reif
03
11.3.2010, 19:52
Damit ist die Zukunft der Autoren schon mal gesichert ;-)

Cogito Ergo Dumm
01
12.3.2010, 09:21
Damit haben wir Trend 101 entdeckt:

Zukunft kostet!

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