Kernel 2.6.34: Erster Release Candidate veröffentlicht

9. März 2010, 09:24
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Schließt Aufnahme neuer Funktionen ab - Unterstützung für GPU Switching - Diskussion über Nouveau-Treiber

Üblicherweise lässt Kernel-Maintainer Linus Torvalds das bekannte Merge-Windows, in dem neue Funktionen aufgenommen werden, exakt zwei Wochen lang offen. In einem etwas erzieherisch gefärbten Akt hat Torvalds das Fenstern nun aber schon kurz zuvor geschlossen, er wolle damit den in den letzten Versionen zunehmend spürbaren Trend den eigenen Code in aller letzter Sekunde zur Aufnahme vorzuschlagen, durchbrechen, so die Argumentation des Linux-"Erfinders".

Diskussionen

Parallel zum Ende der Merge Phase wurde nun aber auch - wie gewohnt - die erste Testversion für die kommende Kernel-Generation veröffentlicht, darin wieder einige zentrale Änderungen. So gab es im Grafikbereich die beinahe schon gewohnten starken Veränderungen, darunter auch eine, die bereits für erhitzte Diskussionen auf der Kernel Mailing Liste gesorgt hat: So nimmt der Kernel-Teil des freien Nvidia-Treibers Nouveau Änderungen vor, die auch neue Versionen des zugehörigen X.org-Treibers und der libdrm verlangen, ein Umstand, der Torvalds unüberhörbar erzürnte. Andere DiskussionsteilnehmerInnen verwiesen den Kernel-Maintainer nicht ganz zu Unrecht darauf, dass er selbst es war, der die Aufnahme des Nouveau-Treibers forciert hatte - trotz der zugehörigen Warnungen der zuständigen EntwicklerInnen.

Vermischtes

Doch auch sonst bringt der Kernel 2.6.34 wichtige Neuerungen für das Grafik-Subsystem, wohl nicht zuletzt das "GPU Hybrid Switching", das den Wechsel zwischen zwei Grafikkarten erleichtern soll - ein Hardwareaufbau, der sich in letzter Zeit in Laptops immer größerer Beliebtheit erfreut. Die ATI-Radeon-HD-5000-Serie bekommt Kernel-Based-Mode-Setting-Support, bei Intel wandert der erste Support für die kommende Grafikchipgeneration "Sandy Bridge" in den Kernel.

LogFS

Zu den funktionellen Neuzugängen gehört außerdem ein Treiber für die Magic Mouse von Apple, zusätzlich gibt es eine Reihe von Verbesserungen im Bereich Virtualisierung, auch eine Python-Scripting-Engine für das Tracing-Subsystem ist hinzugekommen. Weiter wurde mit LogFS wieder einmal ein neues Dateisystem in den Kernel aufgenommen.

Statistik

Torvalds verrät zur Veröffentlichung auch gleich ein paar Statistiken, die das aktuelle Ausmaß des Projekts gut verdeutlichen: Bislang waren 8.500 EntwicklerInnen an den Neuerungen von Kernel 2.6.34 beteiligt, die rund 400.000 Zeilen Code hinzugefügt (und 175.000 entfernt) haben. Kernel 2.6.34 RC 1 kann in Form des Source Codes von der Seite des Projekts heruntergeladen werden, geht man nach der Dauer der letzten Release Zyklen sollte die fertige Version des neuen Kernels dann im Mai folgen. (apo, derStandard.at, 09.03.10)

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    Kernel 2.6.34 - die erste Testversion

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