Öffentliche Hand soll Ausfallshaftung übernehmen
Salzburg - Für die einen ist es eine "Husch-Pfusch-Aktion" , für die anderen eine "vernünftige Lösung" : Die rot-schwarze Mehrheit im Salzburger Stadtsenat wollte am Montagnachmittag eigentlich der geplanten Neuorganisation der skandalgeschüttelten Osterfestspiele zustimmen. Die grüne Bürgerliste und die FPÖ hatten das kritisiert. Auf Antrag der Bürgerliste gibt es nun noch zwei Wochen Bedenkzeit vor einem neuerlichen Anlauf. An den Verträgen müsse noch gearbeitet werden, hieß es nach der Sitzung.
Fünf Gesellschafter
Neben der Stadt hätten sich das Land Salzburg, die SalzburgerLand Tourismus GmbH, die Karajan-Stiftung und der Fördererverein zu je einem Fünftel an der Gesellschaft beteiligen sollen. Darauf hatten sich Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) und der für den Tourismus ressortzuständige Landeshauptfrau-Stellvertreter Wilfried Haslauer (ÖVP) am Freitag geeinigt, nachdem Wirtschaftskammerpräsident Julius Schmalz (ÖVP) die zuerst geplante Beteiligung des Tourismusförderungsfonds wiederholt abgelehnt hatte. Die Salzburger Wirtschaftskammer ist einer der Eigentümer des Fonds.
An einer Ausfallshaftung für die Verluste der Osterfestspiele in Höhe von einer Million Euro im Jahr hätte sich der Tourismusförderungsfonds sehr wohl beteiligen sollen. Er würde nach dem von Schaden und Haslauer vereinbarten Plan ein Drittel der Haftung übernehmen, jeweils ein weiteres Drittel würden Stadt und Land zahlen. Die Haftung soll nur schlagend werden, wenn der Verlust der Osterfestspiel GmbH den Gewinn des Förderervereins übersteigt. Bisher hatte die öffentliche Hand den Osterfestspielen insgesamt nur 278.000 Euro Subvention jährlich gewährt.
In der alten Konstruktion lagen 98 Prozent der Anteile an der Osterfestspiel GmbH in den Händen der Karajan-Stiftung. Zwei Prozent gehörten einem Salzburger Rechtsanwalt. (Markus Peherstorfer, DER STANDARD/Printausgabe, 09.03.2010)