Nachruf

Mark Linkous 1962-2010

08. März 2010 18:48
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    Foto: emi

    Der US-Musiker Mark Linkous, bekannt geworden mit der Band Sparklehorse, hat sich am Wochenende das Leben genommen.

Zum Tod des US-amerikanischen Singer-Songwriters

Wien - Mark Linkous war einer jener Musiker, denen man das Unbehagen, sich auf einer Bühne exponieren zu müssen, deutlich anmerkte. Verstärkt wurde dieser Eindruck, da der US-amerikanische Songwriter nur sitzend spielte: Seine Beinkraft reichte nicht mehr aus, um länger zu stehen. Geschuldet den Folgen eines Suizidversuchs im Jahr 1996, in den - je nach Quelle - Antidepressiva, Heroin, Valium und Schmerzmittel involviert waren. Zu jener Zeit waren Linkous und seine Band Sparklehorse zusammen mit den britischen Radiohead auf Tour.

Im Jahr davor hatte der 1962 in Arlington im Bundesstaat Virginia geborene Musiker sein Debüt Vivadixiesubmarinetransmissionplot veröffentlicht. Darauf waren zerbrechliche Homerecordings und Low-Fi-Stücke zu hören, die einerseits zeitgeistgemäß wirkten - siehe: Beck! -, andererseits klangen seine Songs zu hermetisch und von der Welt abgewandt, um von dieser in größerem Ausmaß wahrgenommen zu werden. So blieb es auch.

Linkous und Sparklehorse waren, was man Kritikerlieblinge oder Geheimtipps nennt. Immerhin wurde sein Talent von vielbeachteten Künstlern wie Radiohead, Tom Waits, PJ Harvey, David Lynch oder Starproduzent Brian Burton alias Danger Mouse erkannt. Alle suchten sie seine Zusammenarbeit, was im Falle von Danger Mouse und Lynch das wunderbare Album Dark Night Of The Soul hervorbrachte, das nun auch als physischer Tonträger veröffentlicht werden wird.

Erstmals aufgetaucht ist Linkous in den späten 1980ern mit der relativ konventionell klingenden Band The Dancing Hoods, dann, nach einer längeren Pause, als Co-Autor des Songs Sick Of Goodbyes auf dem zweiten Album der US-College-Rock-Helden Cracker, dessen Sänger David Lowery damals wie Linkous in Virginia lebte und dort sein Sound-of-Music-Studio betrieb.

Zu den vier Alben mit Sparklehorse und dem Danger Mouse/Lynch-Projekt kam das im Vorjahr veröffentlichte In The Fishtank, eine Zusammenarbeit von Linkous mit dem Wiener Elektronik-Musiker Christian Fennesz. Darauf verschmelzen Linkous' verlorene Gitarrenmelodien mit den atmosphärischen Sounds aus Fennesz' Laptop zu impressionistischer Klangmalerei. Auf Youtube gibt es Videos von gemeinsamen Auftritten der beiden, auf denen man sieht, wie sehr sich Linkous darin verliert.

Vergangenes Wochenende hat sich Linkous ganz aufgegeben. Vor dem Haus eines Freundes in Tennessee hat er sich mit einer Waffe in den Kopf geschossen. Er wurde 47 Jahre alt. (Karl Fluch, DER STANDARD/Printausgabe, 09.03.2010)

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13 Postings
Ich bin unschuldig, aber nicht ganz.
09.03.2010 18:52
Wikipedia

"Linkous committed suicide by shooting himself in the heart outside a friend's house in Knoxville at 1:20pm on March 6, 2010."

Drei Tage später ist die traurige Nachricht bis zum Standard so ähnlich durchgedrungen.

Ich bin unschuldig, aber nicht ganz.
10.03.2010 12:18
Tja, "Heart" oder "Head" ist für ein Qualitätsjournal halt schon schwer zu unterscheiden.

Weiß nicht, wie es dafür rotes Stricherl kriegt.
Und dass ich zwei Tage hier gar nichts davon lese, ist mir einfach zu LANGSAM.

postmaster
14.03.2010 14:34
Und dass ich zwei Tage hier gar nichts davon lese

klären sie das doch bitte mit ihrem therapeuten, so sie einen haben - ansonsten go and get 'em. wer sich rasch und richtig informieren will, findet auch bzw. gerade im web eine riesenauswahl an möglichkeiten. vermutlich sollte mensch als musikliebhaber jedoch nicht unbedingt eine tageszeitung wie den standard zu seiner/ihrer standard-infoseite machen - meinen sie nicht auch?

Theo Dor
09.03.2010 17:11

Scheiße.

ACME-ADS
09.03.2010 14:58
sehr sehr bitter.

We are thankful for his time with us and will hold him forever in our hearts. May his journey be peaceful, happy and free. There’s a heaven and there’s a star for you." - March 6, 2010 (sparklehorse.com)

yournamehere
 
09.03.2010 10:26
danke und auf wiederhören

leider scheint es für so grosse seelen fast eine voraussetzung zu sein, immer am abgrund entlangzuschrammen, bis ...

dancing shiva
09.03.2010 12:57
wie wahr...

aber: einer depressiven, namenlosen junkieseele, welche sich für ihren abgang entscheidet, weint niemand nach...

ps. mark linkous' interpretation seiner großartigen songs war noch großartiger

PuBär
10.03.2010 13:12

desgleichen gilt für einen völlig überbewerteten Kurt Cobain.

i love phaeton
11.03.2010 15:32

schreibs des nächste moi in a sackl und stöh mas vud di tia

PuBär
12.03.2010 10:06

Na, i gack in a sackerl und stö das in dein phaeton.

dd_san
09.03.2010 08:52

*heul*

Mausefaltenfripp
09.03.2010 07:52

ich hab´ihre musik in all ihrer traurigkeit (und auch z.t. in ihrem zynismus) immer als tröstend und bestärkend empfunden, und muss zum wiederholten male feststellen, dass diese wirkung auf sie selbst scheinbar nicht stark genug war. Elliott, Vic, Mark. DANKE und byebye!

Wollkönigin
09.03.2010 12:11

Es ist aber eigentlich nie so, dass das Werk auf den Autor die selbe Wirkung hat wie auf das Publikum.

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