Kopf des Tages

Mehrfach vergoldetes Comeback

8. März 2010, 18:17
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    foto: reuters

    Kathryn Bigelow (58), erste Regie-Oscar-Preisträgerin.

Eigentlich sollte eine Frau wie Kathryn Bigelow so schnell nichts aus der Ruhe bringen

Eigentlich sollte eine Frau wie Kathryn Bigelow, die von Berufs wegen schon mit Rockern, Vampiren, Bankräubern, Serienmördern und Soldaten zu tun hatte, so schnell nichts aus der Ruhe bringen. Trotzdem wirkte die US-Regisseurin einigermaßen fassungslos, als ihr Sonntagnacht im Kodak Theatre gleich zwei Oscars überreicht wurden - für den besten Film und die beste Regie, als erste Frau im Übrigen. Ein umso größerer Triumph, weil man Bigelow nach zwei Flops in den vergangenen zehn Jahren empfindlich zurückgestuft hatte:

Ihre beiden letzten Arbeiten, der vergleichsweise bescheiden budgetierte Mysterythriller The Weight of Water (2000) und das 100-Millionen-Dollar teure U-Boot-Drama K-19:The Widowmaker (2002) spielten trotz Starbesetzung an den Kinokassen nicht annähernd die Produktionskosten ein. Damit hatte Bigelow - anders als viele männliche Kollegen ihrer Liga - offenbar ihre Kreditwürdigkeit bei Produzenten und Kritikern verspielt, und es dauerte Jahre, bis die Finanzierung ihres jüngsten Projekts The Hurt Locker gesichert war.

Dabei hatte die Regisseurin in den 90er-Jahren als eine der unumstrittenen Größen eines avancierten Hollywood-Kinos gegolten, welches actionorientierte Genre-Erzählungen mit einem klaren Autorenprofil versah und damit bei Publikum und Kritik gleichermaßen reüssierte:

Bigelow, geboren am 27. November 1951 in San Carlos, Kalifornien, hatte ursprünglich bildende Kunst studiert, schloss dann jedoch auch ein Filmstudium an der Columbia University ab. Ende der 70er-Jahre kehrte sie an die Westküste zurück, unter anderem lernte sie damals in Los Angeles den drei Jahre jüngeren Kollegen James Cameron kennen (1989 bis 91 waren die beiden kurz ein Ehepaar). Bigelow inszenierte zunächst den Biker-Film The Loveless (1982) - mit Willem Dafoe in der Hauptrolle -, bereits ihr zweiter Kinofilm, Near Dark (1987), ein melancholisches Teen-Vampir-Drama, wurde auch außerhalb der USA wahrgenommen.

Darauf folgten jene drei Arbeiten, die ihren Ruf als Spezialistin für intelligente Action (und interessante Brechungen von Geschlechterstereotypen) begründeten und scheinbar unerschütterlich festigten: Blue Steel (1989), Point Break (1991) und Strange Days (1995). Nach der sechsfachen Anerkennung von The Hurt Locker durch die Academy ist Kathryn Bigelow nun hoffentlich zurückgekommen, um zu bleiben. (Isabella Reicher, DER STANDARD/Printausgabe, 09.03.2010)

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18 Postings
Asy
10
Und von wem hat Sie es gelernt ;) ????

NotDarkYet
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11.3.2010, 17:20

Und von wem hat Scorsese gelernt.
Oder Hitchcock?

Jeder hat von irgendjemand gelernt.
Keiner ist auf die Welt gekommen und hat bereits mit dem ersten Schrei "Action!" gerufen.

Was soll also die Frage?

Mika Eskimo
 
11

Oh Gott, K19, den hatte ich schon verdrängt.
War aber spannender als the hurt locker.

Was ich aber nicht verstehe ist, das Visionäre nicht belohnt werden.Man mag zu Avatar stehen wie man will, aber Cameron hat mit seinem 3D Epos Zeichen gesetzt.Mit Avatar wurde 3D Mainstream. Ist das in Hollywood nichts mehr wert ?

tomsaklas
00
oscars

deswegen hat er ja die oscars für beste spezialeffete, ausstattung und kamera gewonnen, das reicht ja wohl für den schmarrn...

Mika Eskimo
 
20

Beste Kamera für einen zu 95% von Computern animierten Film ? Nächstes Jahr bewirbt sich dann Shrek 3 für diese Kategorie. Ich glaube die Jury war betrunken.

Asy
11
Sie haben keine Ahnung

Hythlodeus
00
10.3.2010, 17:16

entschuldigung, aber es ist bitte fakt, dass der kamermann, der für avatar gewonnen hat, nur ca. 30% des films auch tatsächlich geschossen hat. der rest ist am rechner entstanden

sakreplo
00
...aber Cameron hat mit seinem 3D Epos Zeichen gesetzt...

...und hat dafür auch den spezialleffekte- und den ausstattungs-oskar bekommen!


...sie wollen aber doch nicht etwa wirklich für diese seichte story den 'bester film'-oskar verteilen, scherz oder??

...sie haben es schon selber gesagt 'im mainstream angekommen'...

DesertMan
 
00
Super Wahl als bester Film!

Abgesehen davon, dass die "Bagdader" höchstens als bedrohende Hintergrundkulisse herumstehen durften, aber auch dass die Rolle der befehlsgebenden US-Kriegsverbrecher komplett ignoriert wurde, war das ein wirklich toller Film. Hut ab, Frau Bigelow! Eine Meisterleistung der amerikanischen Leinwandkunst, auf den der Oscar sicherlich jahrelang gewartet hat. Und was ist die Botschaft dieses Meisterwerks? Vertraue nie einem adrenalinsüchtigen GI, denn Krieg ist einfach geil. Tja, leider wissen wir das besser durch Quentin....

Peter W1
 
31

"And I just like to dedicate this to the women and men in the militar, who risks their lifes on a daily basis in Iraq."

Eh, von der US Army finanzierte Propaganda, die Soldaten nicht als Mörder, sondern als Helden darstellt ohne den Hauch eines dramaturgischen Aufbaus ist zweifelsohne immer und überall der Beste Film des Jahres ;) .

pike bishop
173

Das ist wieder so ein Schmarrn: männlichen Regisseueren wird ein Flop schneller verziehen als weiblichen. Wo ist z.B. Michale Cimino hingekommen nach Havens Gate? (etc., etc.)

Und noch was: The Hurt Locker habe ichn icht gesehn (vermute aber trotzdem, dass es sich dabei hauptsächlich um amerikanische Befindlichkeiten geht, in einem Krieg, wo vornehmlich die anderen sterben).

Blues Steel hat seinerzeit der Standard-Redaktion sehr gefallen, mir nicht. Und Strange Days war ja überhaupt ein voraussehbarer Schmarrn, wo man nach 10 Minuten schon ahnte, wer der hirnoperierte Bösewicht ist (und ein richtiger Kassenschlager war das auch schon nicht).

Also gönen iwr Fr.Biglow den Erfolg, aber lassen wir die feministische Kampfesleier.

mistvieh666
 
11

fuer die feministischen kampfesleier kriegen sie meine unterschrift.
aber bis incl "strange days" waren alle ihre filme absolute weltklasse.
die misserfolgsstory ist aber folgende:
"strange days" hat 1995 42mio$ gekostet 8mio$ eingespielt.
"k19", 2002, war grottenschlecht und hat bei produktionskosten von 100mio$ 66mio$ eingespielt.
typisch feministische argumentation:
wenn die produzenten nach 2*30 mio $ in den sand setzen nicht bereit sind sofort das naechste projekt zu finanzieren sind sie frauenfeindlich, ja, sicher.

Red Zone
02

oag, wie heutzutage 58-jährige ausschauen ...

das poppende lottchen
00
ja, nämlich

ziemlich cool! ich bin auch sehr beeindruckt.

snufkin
00

das kann man ja nicht verallgemeinern. die hat vermutlich irgendwas ziemlich anders gemacht in ihrem leben.

immer schön freundlich
00

ja, sie war beim schönheitschirurgen während wir hier posten.
(wangen, kinn, augen, stirn - da wurde so ziemlich an jeder stelle nachgeholfen)

superloser
03

Da sehen andere mit 20 schon älter aus.

Mein Nachbar Totoro
09

NEAR DARK,ein melancholisches Teen Vampir-Drama??? Da hat wohl jemand den Film schon lang nicht mehr gesehen,bei dem TeenDrama würde sich die heutige TwilightCrowd wohl ins hoserl machen :).

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