Da fiel Frau Rosenkranz kein Stein aus der Krone

08. März 2010 18:24
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    Foto: standard/cremer

    "Ich verurteile die Verbrechen des Nationalsozialismus": Vor den Augen eines Notars und unzähliger Kameras tat FPÖ-Kandidatin Rosenkranz das, was die "Krone" von ihr verlangt hatte.

Eine Unterschrift soll alle Zweifel ausräumen: Bevor sich Barbara Rosenkranz eidesstattlich vom Nationalsozialismus distanzierte, schrieb sie noch einen Brief an einen "geehrten Chefredakteur"

Wien - Vielleicht hatte sie bis zur letzten Minute die Geschichte des Nationalsozialismus gebüffelt: Mit Verspätung tauchte Barbara Rosenkranz Montagvormittag ins Blitzlichtgewitter ein. Angespannt wirkte die Präsidentschaftskandidatin, es wartete ein schwieriger Auftritt. Per eidesstattlicher Erklärung sollte Rosenkranz die Öffentlichkeit davon überzeugen, dass sie mit NS-Gedankengut nichts am Hut habe.

In Verlegenheit gebracht hatte sich die FPÖ-Politikerin Rosenkranz selbst. In Interviews stellte sie den Teil des NS-Verbotsgesetzes infrage, der sich "mit der Meinungsäußerung" befasse, weil dieser "zum politischen Missbrauch" einlade - eine Abschaffung dieser Passagen könnte Holocaust-Leugner straffrei stellen. Auf die Frage nach der Existenz von Gaskammern in der NS-Zeit brachte die blaue Politikerin kein eindeutiges "Ja" über die Lippen. Selbst ihrem Förderer, der Kronen Zeitung, war das zu viel. Dort wurde jenes Gelöbnis gefordert, das Rosenkranz nun vornehmen sollte.

Handschriftlich gekrönt

Der "geehrte Chefredakteur" der Krone - das ist Christoph Dichand, sein Vater Hans Dichand hatte als Herausgeber die eidesstattliche Distanzierung gefordert - wurde dann auch noch vor der Öffentlichkeit handschriftlich informiert über die Distanzierung in eigener Sache - wie die Krone per Faksimile im Blatt wissen ließ.

Bevor Rosenkranz die anderen Medien informierte, sah FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl in ihr noch ein Opfer einer "Hetzkampagne der vereinigten linken Jagdgesellschaft" , aber der FPÖ falle "kein Stein aus der Krone" , sagte Wortspiel-Liebhaber Kickl, wenn Rosenkranz "das Selbstverständliche" hochoffiziell ausspreche.

Von Mikrofonen umstellt, beschränkte sich die Anwärterin aufs höchste Staatsamt auf das Nötigste. "Für mich sind Demokratie, Freiheit und Menschenwürde die Fundamente meines Welt- und Menschenbildes und meiner politischen Arbeit. Ich verurteile daher aus Überzeugung die Verbrechen des Nationalsozialismus und distanziere mich entschieden von der Ideologie des Nationalsozialismus" , sagte Rosenkranz. Erläuterungen zu ihren bisherigen Aussagen blieb sie schuldig. Überhaupt habe sie "das Verbotsgesetz als Symbol für die Abgrenzung vom Nationalsozialismus niemals in Frage gestellt" - und werde das auch künftig nicht tun.

Schnell außer Reichweite

Das Archiv sagt anderes. Schon 1993 sprach sich Rosenkranz im Standard für eine Abschaffung des Verbotsgesetzes aus: "Dazu muss man sagen, und das ist ja nicht nur meine Meinung, (...) dass es keine günstige Lösung ist, Meinungen zu verbieten." Ein andermal nannte sie das Gesetz "verfassungswidrig" , 2006 qualifizierte sie die Leugnung des Holocausts durch den früheren FPÖ-Bundesrat John Gudenus als "freie Meinungsäußerung" . (Zitiert)

Nachdem sie unter den Augen eines Notars und unzähliger Kameras die eidesstattliche Erklärung unterschrieben hatte, wurde sie von Kickl zügig außer Reichweite gebracht: "Ich glaube, damit sind alle Fragen beantwortet."

Die anderen Parteien sehen das anders. "Wahltaktische Ansagen" könnten nicht "hinwegtäuschen, dass Rosenkranz und ihr Umfeld eine Nähe zum nationalsozialistischen Gedankengut pflegen" , sagte SPÖ-Geschäftsführer Günther Kräuter, Grünen-Chefin Eva Glawischnig spricht von einer "eidesstattlichen Nicht-Erklärung" . Der "genetische Code der NS-Verherrlichung" sitze bei Rosenkranz sehr tief, meint BZÖ-Obmann Josef Bucher und drängt die ÖVP zu einer Plattform, um doch einen bürgerlichen Kandidaten zu nominieren.

ÖVP-Chef Josef Pröll schweigt nach wie vor. Das letzte VP-Statement datiert vom Sonntag. NÖ-VP-Klubchef Klaus Schneeberger hält Rosenkranz nun doch für "nicht wählbar" . Unlängst hatte er noch gemeint: "Ein ÖVP-Wähler wird, bevor er einen Herrn Fischer wählt, eine Frau Rosenkranz wählen." (Gerald John, DER STANDARD, Printausgabe, 9.3.2010)

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kasimir!
10.03.2010 10:22
der Lüge überführen und anzeigen

sollte man die Frau, die sogar öffentlich Meineid leistet und eidesstattlich lügt wie gedruckt.
Das wird extrem deutlich, weil sie den Text nur ablesen konnte. Papier ist geduldig.Untragbar für Österreich!
Der Notar hat sicher einige Millionen Parteiengeld kassiert.

NONE
10.03.2010 11:47

Der Notar soll Millionen kassiert haben?

Wie soll das gehen bitte?

wendigo
10.03.2010 08:54
habe mich

ein wenig auf den seiten der rosen..... sympathisanten umgesehen
(habe den namen zensiert, da er seit einigen tagen, offiziel als
schimpfwort gilt und wollte auf diesem wege niemanden beleidigen)
und es gibt eine interessante entwicklung. seit sich die kirche
gegen rosen.....ausgesprochen hat, entwickelt sich... aus dem personenkult, den ein kleiner irregeleiteter haufen von rosen.... anbeeter und innen vertritt, geradezu eine sekte, die sich mit abstrusen sprüchen den ein oder anderen mitglieder erhoffen. wie
z.b.: "rosen sind rot , fischer ist blau, gutmenschen interessiern keine sau"
was soll man dazu noch sagen?!?

bevor ich´s vergesse. hab auch gehört, dass zur zeit die floristen unter extremen geschäftseinbußen leiden. als wäre es n

heinz feichtinger
10.03.2010 05:59
Wer "Rosenkranz" sagt, meint nicht das Gebetsritual

Es geht um mehr: Es geht um das Ritual der Machterfindung. Die Medien, also auch die Printmedien, werden immer wieder als wesentlich korrigierender Faktor, als Lebenselexier für die Demokratie geführt - als 4. Instanz neben Legislative, Juridikative, Exekutive, als Säule der Freiheit. Im Fall "Krone" geht es um Machtmissbrauch durch die Presse. "Was nicht in der "Krone" steht, gibt es nicht." So ein SPÖ-Stratege. 3,5 Mio ÖsterreicherInnen lesen tagtäglich diese Zeitung, für 3 Mio. ist sie der alleinige Lesestoff. Der Stratege Hans Dichand im Chefsessel bewirkt den Kanzler Faymann, bewirkt den Niedergang der SPÖ und hat Hans Peter Martin bewirkt. Nun hat er den Höhenrausch H.C.Straches beendet durch den Fall Rosenkranz! Intrige? Kalkül !

Das Land steuert auf eine Katasrophe zu!
10.03.2010 04:28
Die Krone ist schon seit einem Jahr FPÖ-Angetan!

Leider hat das nur jemand bemerkt der im Talksalon gepostet hat und gegen die FPÖ gewettert hat, der ist nämlich sofort raus geflogen!
Auch wenn er nichts anderes als nur die Wahrheit gesagt hat!
Wer schon älter ist der weiß das die Krone schon ein paar Mal FPÖ-Angetan war ähhhmmm Hr. Dichand meine ich!
http://tvthek.orf.at/programs/... 2527-Thema

wendigo
10.03.2010 01:17
habe mich ein wenig

auf den seiten der rosen..... sympathisanten umgesehen (habe den namen zensiert, da er seit einigen tagen, offiziel als schimpfwort gilt und wollte auf diesem wege niemanden beleidigen) und es gibt eine interessante entwicklung. seit sich die kirche gegen rosen..... ausgesprochen hat, entwickelt sich plötzlich aus dem personenkult, den eine schar fehlgeleiteter rosen....anbeeter und innen zu pflegen versuchen, geradezu eine sekte. die mit irreführenden werbesprüchen um mitglieder buhlen, wie z.b.: rosen sind rot, fischer ist blau, gutmenschen interessiern keine sau
was soll man dazu noch sagen?!?

Vögelchen
09.03.2010 17:22
Laßt uns die Krone wählen und Ehepaar Babsi

Ich stelle mir nur vor, wie Fr. Rosenkranz gemeinsam mit ihrem Mann , einem wegen rechtsradikaler Wiederbetätigung ( und weiterhin neo-nationalistischer Betätigung) Verurteilten, z.B. bei einem Auslandsbesuch oder auch am Rande einer EU oder UNO Konferenz - unser Land vertreten würde. Schon allein durch die Aussicht auf diese Peinlichkeit - sollte sie selbst ihre Kandidatur zurücklegen. Ich frage mich auch, was kann das für eine Landesmutter sein, die 10 Kinder hat, nie zu Hause ist und eine politische Karriere verfolgt. Auch hier vermisse ich eine Vorbildwirkung. Übrigens sie kann noch so viele Eide schwören, sie ist ja schon lange aus der Kirche ausgetreten. Was macht man nicht alles für „die Krone“. Na, danke! Dichand gibt seinen Segen

Xandra
09.03.2010 17:22
Bitte bitte,

wählt diese Frau nicht, es könnte ( für einige ) tödlich enden.

qwertztt
09.03.2010 15:52
...

James: The same procedure as last year, Miss Sophie?

Miss Sophie: The same procedure as every year, James!

Vögelchen
09.03.2010 16:59

einfach ein gelungener köstlicher Kommentar!!!

hoppala2006
09.03.2010 15:18
seltsam ist, dass sich die parteifuzzys aller couleur über die rosenkranz aufregen

aber eine eigene kandidatin haben sie nicht aufgetrieben. die freiheitlichen haben wenigstens den mut, heinz fischer nicht ganz alleine im wählerteich fischen zu lassen.

Greti Pleti
09.03.2010 14:35
Wen kümmern schon historische Petitessen?

Linkslastig ist die Posterschar hierorts,
hat eine tadellose Mutter und Demokratin
aufs Korn genommen.
Es sei ihnen unbenommen,
am Wahltag wird bei ihnen Heulen und Zähneknirschen sein,
von ihrem fabulosen Wahlsieg ganz benommen.
Freundschaft!



oh yeah, just eat 'em!
11.03.2010 17:37

Man muss nicht links sein, um den menschlichen Unrat, der die FPÖ ist, abzulehnen. Man muss nur ein Mensch sein.

Philbert Desanex
 
12.03.2010 10:04
Jetzt haben sie aber Glück gehabt,


daß sie in der Eile nicht aus Versehen IKM sondern richtig FPÖ geschrieben haben.
Sonst wären sie nie durch die Standard-Gutmensch-Zensur gekommen!

Joe_Chip
10.03.2010 13:08
warum

wird jeder (und oft auch gleich im kollektiv), der irgendetwas an den rechten kritisiert, sofort als links, Linker, oder sogar linkslinker abgestempelt?
Nur weil man gegen Nationalisten, Xenophobe und rechtsextreme ist muß man ja nicht zwangsläufig Kommunist sein.

oh yeah, just eat 'em!
11.03.2010 17:38

Du hast noch nie mit Rechten diskutiert, gell. Die wissen sich nicht anders zu helfen. Interessant ist das vor allem deshalb, weil das FPÖ-Sozialbild ja eigentlich superlinks ist (was aber eh keinen interessiert bei all der Menschenhetze).

François Marie Arouet
09.03.2010 20:48
Grosses Kompliment! Nur rote Kommentare!

Sie haben was wahres gepostet und der Posterkommune hier den Nerv gezogen!

Franz Ose
09.03.2010 18:48

Es sei Ihnen unbenommen zu glauben
die Rosenkranz tät für das Amte taugen
doch sollten Sie noch überdenken
wem Sie da Ihre Stimme schenken
denn sind die Rechten an der Macht
wird die Meinungsfreiheit überdacht
und dieses Forum überwacht
Greti Pleti - Gute Nacht!


François Marie Arouet
09.03.2010 20:51
Ach, und die Linke sind die Hüter der Meinungsfreiheit...

....deswegen halten sie ja das Verbotsgesetz so hoch, damit Menschen fürs Verfassen von Büchern eingesperrt werden....natürlich nur im Dienste der "Freiheit"......Ihre EInäugigkeit ist schon lange Blindheit geworden!

oh yeah, just eat 'em!
11.03.2010 17:39

Komisch... ich bin kein Linker und lehne die FPÖ, Rosenkranz und alles, wofür die stehen, aus tiefster Seele ab. Wie geht das?

Dagmar Rehak
 
10.03.2010 12:38

Und es gibt auch Leute, die sich als links bezeichnen würden und die die Verbrennung ebendieser Bücher fordern.

Manfred Wimmer
09.03.2010 17:10
Tadellose Mutter....

Ich halte nur wenige Politiker für gut in ihrer Funktion. Aber aufwandsmaessig haben die meisten genug zu tun den ganzen Tag über und oft auch bis spät in die Nacht.
Und daher schliesse ich es mal vollkommen aus, dass es sich bei Rosenkranz um eine gute Mutter handelt sofern man weiss, wie zeitaufwändig und mühsam Kindererziehung tatsächlich ist.

Dagmar Rehak
 
09.03.2010 18:51

Sie hat einen emanzipierten gleichberechtigten Mann, der sich immer um die Kinder gekümmert hat. Bei den ersten neun Kindern war sie in den ersten Jahren wie ihr Mann zuhause bei den Kindern und um den Wolfi hat sich wieder ihr Mann mehr gekümmert.
Ist doch in Ordnung so, oder?

Tethys
10.03.2010 16:11

Wissen Sie auch, WARUM der Herr Rosenkranz daheim war - wohl kaum wegen der Kinder.

hairbert tringdas
10.03.2010 03:37
Eine Rechte als grünes Rolemodel - das tut den Gendertussis weh.

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