STANDARD-Interview

"Bundesparteizentrale ist einfach inkompetent"

08. März 2010 17:42
  • Artikelbild
    apa-Foto: rubra

    "Die Jugend ist garantiert nicht das Problem der Laura Rudas. Ich halte sie eher für eine alte Junge."

Mit der "zu naiven" SPÖ habe die "durchtriebene" ÖVP leichtes Spiel, analysiert Oberösterreichs SPÖ-Chef Josef Ackerl

Standard: Parteiobmann Werner Faymann hat den Reformprozess "Österreich 2020" gestartet. In Oberösterreich wurde nach der Niederlage bei den Landtagswahlen das Projekt "morgen.rot" geboren. Ist die SPÖ noch zu retten?

Ackerl: "Österreich 2020" dient dazu, sich darauf vorzubereiten, dass die Dinge, die auf uns zukommen, politisch und inhaltlich eine fundiertere Aufstellung brauchen. Fraglich ist, inwieweit sich das Projekt 2020 dann überhaupt verankern lässt. Wir in Oberösterreich wollen die SPÖ mit "morgen.rot" neu begründen.

Standard: Weil die "alte" SPÖ den Kontakt zur Basis und den Wählern verloren hat?

Ackerl: Wir haben den Anschluss an sich entwickelnde Wirklichkeiten verpasst. Auf Bundesebene ist die Partei nicht richtig auf die Themen eingestiegen und hat sie nicht konsequent genug verfolgt. Zum Beispiel beim Thema Mindestsicherung, da hat der Herr Pröll schon wieder nachgekartelt. Die Regierungsklausur in Graz ist die Doktorarbeit des Herrn Vizekanzlers über die größtmögliche Schweinerei einer Regierungspartnerschaft. Nicht nur, dass der Herr Pröll bereits erreicht hat, dass die Mindestsicherung nur zwölfmal und nicht 14-mal ausgezahlt wird - jetzt kommt die Forderung nach einem Transparenzkonto.

Standard: Der vom Kanzler nichts entgegengesetzt wurde.

Ackerl: Das ist kein Eingeständnis, dass der Kanzler versagt hat, sondern dass die Sozialdemokratie konstruktiv arbeiten will. Vielmehr ist es ein Armutszeugnis des Charakters des Herrn Vizekanzlers, dass er so Politik macht. In Wirklichkeit müsste sich die ÖVP in Grund und Boden schämen, da gibt es keine Handschlagqualität. Für mich ist das ein moralisch verwerfliches Verhalten.

Standard: Die ÖVP bekommt jetzt, was sie will, und hat gepunktet.

Ackerl: Die Dehnbarkeit der Sozialdemokratie im Interesse der Sachpolitik war immer größer als die der ÖVP. Es gibt eben zwei unterschiedlich strukturierte Parteien: die zu naive und gutgläubige SPÖ und die mit allen Wassern gewaschene, durchtriebene ÖVP.

Standard: Was sollte Ihrer Meinung nach in der Transparenzdatenbank enthalten sein?

Ackerl: Ich möchte all jene mit Namen und Adresse haben, die in Österreich mehr als 50 Prozent Steuern zu zahlen hätten, aber durch die Steuergestaltungsmöglichkeiten deutlich unter die 50-Prozent-Marke kommen, wie zum Beispiel die Stiftungen. Ich möchte eine Reichenstatistik, aus der ersichtlich wird, wie sich diese Personen an der Gestaltung des Staates proportional zu ihrer Einkommenssituation beteiligen. Die Transferdatenbank soll Aufschluss darüber geben, wer welchen Beitrag zu was leistet, und nicht nur, wer was bekommt.

Standard: Die SPÖ steckt in der Krise. Ist es da klug, die Koordination des Reformprozesses "Österreich 2020" der jungen Roten Laura Rudas zu übertragen?

Ackerl: Die Jugend ist garantiert nicht das Problem der Laura Rudas. Ich halte sie eher für eine alte Junge. Ich bin der Meinung, dass unsere Bundesparteizentrale einfach inkompetent ist. Für Rudas ist das jetzt eine einmalige Bewährungschance, zu zeigen, wie gut sie wirklich ist. (Kerstin Scheller und Markus Rohrhofer, DER STANDARD, Printausgabe, 9.3.2010)

ZUR PERSON: Josef Ackerl (63) ist seit dem Rücktritt Erich Haiders, als Folge des Wahldebakels bei den Landtagwahlen 2009, SPÖ-Chef in Oberösterreich.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 244
1 2 3 4 5 6
Ich bin der Meinung...
25.03.2010 22:42
Ist der Ackerl

Chef der SPÖ-Pensionisten oder "Jung-Sozialist" ?
Das ist in der Partei ja schon sehr schwer zu differnzeiren...

MaxMustermann1
24.03.2010 08:23
aber gehen's, herr ackerl, die spö-zukunftshoffnung ist doch nicht inkometent!

sie beweist doch nach den 12 (!) spö-niederlagen in folge realitätssinn:

www.youtube.com/watch?v=rU_nqQFWm24 (ab 00:30 sec.)

urbi47
20.03.2010 21:32
He Junge !

Scheinbar gibt es bei der SPÖ doch noch einen
Blitzkneisser !!

MaxMustermann1
20.03.2010 20:14
inkompetent? wie kommt der ackerl nur darauf?

www.youtube.com/watch?v=rU_nqQFWm24

sestrelevante
16.03.2010 18:44
Über kopetent kann mann streiten ,habe gestern Herrn Ackerl eine Email geschrieben ...bis heute keinne antwort,,,

Ich bin der Meinung...
25.03.2010 22:43
Ging mir vor Jahren bei Gusenbauer so

Die SPÖ hat offenbar auch Spamfilter "nah am Menschen".

Guiness24
17.03.2010 14:58
Glauben Sie allen Ernstes er schreibt Ihnen innerhalb von 24 Stunden zurück?!

Prostetnik Vogon Jeltz
16.03.2010 11:27
robinsons freitag
15.03.2010 22:43
Da mein Herz seit früher Jugend links schlägt bin ich sicher ein guter Roter, zugegeben am eher rechten Rand.


Dennoch kann ich trotz guter Vorsätze schon länger nicht mehr Rot wählen.

Denn in der SPÖ geht Parteidisziplin immer und AUSNAHMSLOS vor Staatsräson. Nur so ist auch die ganze Diktion des Hr. Ackerl zu verstehen:
Ihm ist nämlich vollkommen egal, dass wir Steuerzahler nicht nur seine Gage, sondern dazu JEDES JAHR 7.300.000.000 € NUR FÜR ZINSEN (!) BLECHEN MÜSSEN, ohne dass dabei auch nur ein einziger Cent die Schulden bedient!

Schamlos suhlt sich dieser Hr. Ackerl in einer impertinenten Diktion knietiefer SPÖ- Vergangenheit, aus einer Zeit also als Staatsschulden tatsächlich noch unbekannt waren!
Hr. Ackerl ist eine peinliche Schande für unser Land und eine Mahnung an unsere Jugend.
Er müsste eigentlich Publikationsverbot erhalten.

diskdusk
16.03.2010 13:17

Die Staatsschulden sind ein Problem, aber sicher nicht das größte. Wie man damit umgehen soll ist ein Dilemma: Wie die SPÖ eher weiter Schulden machen klingt erstmal nach dem größten Wahnsinn, das relativiert sich aber wenn man die völlig fehlgeleiteten Sparmaßnahmen der schwarz-blauen Regierung in Erinnerung hat, da wurde profitables Staatseigentum verschleudert, das Bildungssystem endgültig totgespart etc. Alles Dinge, die kurz halfen das Defizit zu senken, langfristig aber wesentlich höhere "Zinsen" verursachen als der Schuldenberg.

Eine vernünftige Staatsreform ist wohl weder mit SPÖ noch mit ÖVP zu machen, FPÖ und BZÖ braucht man nicht extra erwähnen, die wollen nur am dreistesten Abzocken. Bleiben eigentlich nur die Grünen.

T. Lurker
16.03.2010 00:34
Gegenfrage ...

...sie meinen also, Ackerl wäre persönlich fürr die, von ihnen genannten Summen verantwortlich ???

Wenn sie schon Publikatiosverbote verlangen, dann gehen sie doch mit gutemBeispel voran- hören sie auf zu posten !

warp.faktor
15.03.2010 20:26
Ist die SPÖ Bundesparzeientrale inkompetent?

Entweder ja, oder - noch schlimmer - sie ist völlig korrupt.

Momentan muss man dafür dankbar sein, dass die SPÖ in der Kriegszeit verboten war, denn eine Parteiführung wie die heutige, wäre wohl auch für die Vorschläge des Führers "gesprächsbereit" gewesen.

Wo sind die Werte bei denen Kreisky nicht einmal eine Sekunde nachdenken musste?

derStandardmeint
15.03.2010 11:37
Unendlich dumm.

Dieser öffentlich herumpöbelnde Mann beherrscht nicht einmal die fundamentalen Benimm- bzw. Kommunikationsregeln und ist in diesem Sinne auch nicht diskussionswürdig. Unabhängig von der Qualität seiner Inhalte.

tramezzino
16.03.2010 12:40

siehst du: mit dieser euch eigenen ignoranz gibt´s bei den nächsten wahlen noch einmal minus 5 bis 8 prozent.

Asy
15.03.2010 19:52
Word

zinn glaeckl
15.03.2010 19:09

Postest du aus der Löwelstraße?

derStandardmeint
16.03.2010 22:56
Ich schaffe es nicht.

Ich habe wirklich eine Minute darüber nachgedacht, wie ich meine an sich schon leicht verständliche Aussage weiter simplifizieren könnte, alleine, ich schaffe es nicht. Sorry.

flasitsch, 1.
10.03.2010 19:38
Bevor der weiter der ganzen SPÖ schadet,


sollte er sich lieber einmal um SEINE Baustelle in seinem Bundesland kümmern.

Dort ist er am längsten mit-verantwortlich.
Länger, als es die Rudas überhaupt gibt.

François Marie Arouet
10.03.2010 13:43
Die Oberösterreich-SPÖ ist doch geschlossen den Stadtwerken beigetreten?

Sind die nicht jetzt alle öffentlich bezahlte Betriebsräte?

luisjordan1
11.03.2010 14:54
schläfst du noch????

in ooe gibt es keine stadtwerke!

Staberl
10.03.2010 08:33
...schön langsam geht einem diese...

...ewige Hinhauerei auf alle, die gelernt, gearbeitet und gespart und dadurch Besitz und Vermögen - mitunter auch Arbeitsplätz für andere - geschaffen haben, auf den Keks.

Wie will man es den Jungen erklären, dass es gut ist, sich anzustrengen, zu lernen, zu sparen, zu arbeiten - und im gleichen Atemzug zu demonstrieren, dass man dann danach, wenn man das alles vollbracht hat, gefälligst zur öffentlichen Schröpfung zur Verfügung stehen soll?

Spekulanten ausgenommen.

tramezzino
16.03.2010 12:41

aber genauso stellen sich die "professionellen umverteiler" das vor. wenn du dir heute was ersparst, dir eine wohnung vom mund absparst, dann bist du der gfickte.

Itavalan Joulupukki
15.03.2010 13:42
warum Spekulanten ausgenommen?

Ich kenne ein paar von diesen Finanztypen, die machen mehrere 100k im Jahr, zahlen 25% KeSt, fahren mit fetten Autos rum und spenden 10% ihrer jaehrlichen Einkuenfte fuer karitative Zwecke. Ist das schlecht?

Kuehlschrank .
 
15.03.2010 12:51

Der Nick passt wirklich gut.

Staberl
15.03.2010 13:46
....Ihrer auch....

und die gestrigen Wahlergebnisse passen ebenfalls zu den hochmodernen Auffassungen, die Sie offensichtlich vertreten. Nach der nächsten Wahl werden Sie sich wahrscheinlich statt Kühlschrank "Der Spion, der aus der Kälte kam" nennen. Immer schön konsequent bleiben, mit "Mehr vom Gleichen" - wie Hufschmiede, Kripperlschnitzer und Zaunflechter.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 244
1 2 3 4 5 6

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.