"Bruchstück aus einem mystischen Traktat" identifiziert

08. März 2010 17:30
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    Foto: uni göttingen

    Dieses "Bruchstück" konnte Meister Eckhart zugeordnet werden.

Fragment aus den Beständen der Universität Göttingen konnte Meister Eckhart zugeordnet werden

Göttingen - In den Beständen des sogenannten Diplomatischen Apparates, einer Lehrsammlung der Universität Göttingen, finden sich über tausend Urkunden, Handschriften, Fragmente und Siegel - darunter auch ein Pergamentblatt, das bis vor kurzem unidentifiziert geblieben war. Katalogisiert war es schlicht als "Bruchstück aus einem mystischen Traktat".

Die Münchener Handschriftenforscherin Gisela Kornrumpf konnte dieses Fragment nun identifizieren: Es gehört zu einer Predigt des Eckhart von Hochheim, der im Spätmittelalter unter der Bezeichnung Meister Eckhart zu einem bekannten Theologen und Philosophen wurde; bis heute steht er auch im Ruf eines Mystikers. 1328 starb er noch während eines Häresie-Prozesses, der gegen ihn angestrengt worden war; ein Teil seiner Lehren wurde nach seinem Tod verboten. Die Identifizierung des Textfragments - aus einer Predigt zum ersten Johannes-Brief - kommt indessen zur rechten Zeit: Im Jahr 2010 begehen die Meister Eckhart-Forscher den 750. Geburtstag des Dominikaner-Predigers, dessen genaues Geburtsjahr allerdings nur ungefähr mit 1260 angegeben werden kann.

Kornrumpfs Entdeckung war nur möglich, weil die Forscherin im Internet auf den digitalisierten Text zurückgreifen konnte. "Das doppelseitige Göttinger Handschriftenbruchstück stammt aus dem ersten Viertel des 14. Jahrhunderts", so die Spezialistin für deutschsprachige mittelalterliche Handschriften Karin Schneider aus Herrsching. Es ist nicht nur das älteste erhaltene Fragment dieser Predigt; es handelt sich um eines der frühesten Zeugnisse der gesamten Eckhart-Überlieferung überhaupt. Der Text ist noch zu Lebzeiten Meister Eckharts von einem unbekannten Schreiber angefertigt worden. (red)

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10 Postings
füllhornkäfer
09.03.2010 14:06
"Kornrumpfs Entdeckung war nur möglich, weil die Forscherin im Internet auf den digitalisierten Text zurückgreifen konnte."

Ich liebe diese Erklärungen. Was hätten wir nur ohne den Computer gemacht und ohne diese digitale Veröffentlichung?
Nicht missverstehen: natürlich ist die digitale Technik eine enorme Hilfe für die archivalische Aufarbeitung von Manuskripten und Dokumenten.
Aber die Hauptarbeit, so wage ich zu behaupten, leistet immer noch der Spürsinn der ForscherInnen.

fauler Student
09.03.2010 15:24
Richtig.

Zu ihrer Leistung wurde zusätzlich erwähnt, welches Werkzeug sie benutzt hatte.

Diversion
09.03.2010 12:56
Eckhart, die Russen kommen!

Jo Boe
09.03.2010 17:16

Tut das Not, dass das hier so rumoxidiert?

Mad_Professor
08.03.2010 22:50
"..., dessen genaues Geburtsjahr allerdings nur ungefähr mit 1260 angegeben werden kann."

hääää?

Nick Tameer
10.03.2010 21:05

"Dessen ungenaues Geburtsjahr exakt mit 1260 angegeben werden kann" ist durchaus schlüssiger.

Innowa fährt - Anni muss
09.03.2010 09:38

"bis heute steht er auch im Ruf eines Mystikers."

finde ich auch nicht ohne...

Gilgamesh
09.03.2010 08:31

Wikipedia ist nun mal nicht präziser... ;)

Steve Zissou
08.03.2010 18:01
etwas verwirrend

für mich klingt es laut artikel danach, dass der text anhand der handschrift identifiziert werden konnte. am ende steht jedoch, dass der text von einem unbekanntem schreiber stammt.
hat dieser nun mehrere (auch bekannte) texte übersetzt und konnte der text deshalb zugeordnet werden, oder aber doch durch eine andere, nicht erwähnte art und weise?

Nick Tameer
08.03.2010 18:45

Ich lese nur, dass eine Expertin für mittelalterliche Handschriften das Fragment a) zeitlich auf eine bestimmte Epoche datiert und es b) eben als Bruchstück einer Predigt von Meister Eckhardt identifiziert hat.

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