Literaturhaus Salzburg

Zehn Tipps, das Morden zu beenden

8. März 2010, 16:59
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    foto: marijan murat

    Mittlerweile ein auch im deutschen Sprachraum gefeierter Autor: Hallgrimur Helgason.

Der Isländer Hallgrimur Helgason stellt in Salzburg seinen neuen, zum Brüllen komischen Roman vor

Salzburg - Derzeit ist Island wegen der Finanzkrise in den Schlagzeilen. Dabei hat die Vulkaninsel viel mehr zu bieten: eine lebendige Kunst- und Musikszene oder Schriftsteller wie etwa Arnaldur Indridason und Hallgrimur Helgason. Letzterer kommt von der bildenden Kunst, verarbeitet seine Ideen auch in Cartoons und als Stand-up-Komiker.

Der erste Roman des 1959 in Reykjavík geborenen Helgason, Hella, erschien vor 20 Jahren, auf Deutsch liegen inzwischen vier äußerst unterhaltsame Bücher vor, zwei werden heute präsentiert. Zuerst Baltasar Kormákurs Verfilmung von 101 Reykjavík (2000): Im Mittelpunkt steht ein 30-jähriger Slacker, der sich im Hotel Mama auf der Couch liegend durch Porno- und Musikkanäle zappt und keine Ambitionen zeigt, ein produktives Mitglied der Konsumgesellschaft zu werden. Ein moderner Oblomow und - wie Helgason selbst - Dandy, dessen Credo "Die Mär von der Selbstverwirklichung ist systemerhaltende Propaganda" vor Hyperaktivität schützt.

Der "reale" Helgason engagiert sich sehr wohl in der aktuellen Protestbewegung, die immerhin die Regierung um Geir Haarde zum Rücktritt zwang. Nach dem Film liest der Autor aus seinem jüngsten Roman Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen (Tropen Verlag): Tomislav ist ein kroatischer Berufskiller in New York, der nicht von ungefähr den Spitznamen Toxic trägt - 65 erfolgreich durchgeführte Aufträge sind schließlich ein 1a-Arbeitszeugnis. Bei Nummer 66 erwischt er den Falschen - schon ist die frühere Popularität dahin. Auf der Flucht erschießt Toxic im Flughafenklo einen Fernsehprediger, mit dessen Ausweis und Flugtickets er nach Island reist. Dort wird er freundlich aufgenommen, noch herrscht die ökonomische Boomstimmung vor dem Crash: ein perfekter Hintergrund für Helgasons zum Brüllen komische Gesellschaftssatire. Große Empfehlung. (Gerhard Dorfi, DER STANDARD/Printausgabe, 09.03.2010)

Salzburg, Literaturhaus, 0662/42 24 11. 19.00

hassprediger
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das neue is gut, rokland war aber fast noch besser

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