Internetzugang wird als Menschenrecht gesehen

8. März 2010, 13:54

Regierungen müssen Web als grundlegende Infrastruktur begreifen

Das Internet hat sich in der modernen Informationsgesellschaft zu einem zentralen Kommunikations- und Wissensvermittlungs-Tool entwickelt. Vier von fünf Menschen betrachten die Möglichkeit, in das weltweite Netzwerk einzusteigen, deshalb als ein fundamentales Menschenrecht, das jedem Bürger dieser Welt zusteht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuell präsentierte Untersuchung des BBC Word Service , dem internationalen Hörfunksender der bekannten britischen Rundfunkanstalt, bei der insgesamt 27.000 Erwachsene in 26 verschiedenen Ländern befragt worden sind.

"Das Internet ist die potenziell stärkste Quelle der Erkenntnis, die jemals geschaffen wurde", erklärt Hamadoun Toure, Generalsekretär der International Telecommunication Union (ITU), einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die sich mit technischen Aspekten der Telekommunikation beschäftigt, gegenüber BBC News. Die Regierungen dieser Welt müssten das Web daher als grundlegende Infrastruktur begreifen, genauso wie Straßen, Wasserversorgung und Abfallbeseitigung. "Das Recht zu kommunizieren kann nicht ignoriert werden", stellt Toure klar.

Breitbandversorgung bleibt Problem

Die Auffassung, dass ein Zugang zur weltweiten Datenautobahn mittlerweile zu einem unerlässlichen Grundbedürfnis der Menschen geworden ist, beginnt sich erst sehr langsam in den Köpfen der politisch Verantwortlichen durchzusetzen. Die Europäische Union bekennt sich zwar zu einem universellen Zugang, vor allem in Bezug auf schnelles Breitbandinternet finden sich aber immer noch große Versorgungslücken in den Mitgliedsstaaten.

Deutschland ist von diesem Problem nicht ausgenommen. Millionen Menschen haben derzeit keine Möglichkeit, über einen ausreichend schnellen Breitband-Zugang ins Internet einzusteigen. "Hier ist die Politik gefordert", betont Bernd Rudolph, Sprecher der Initiative gegen digitale Spaltung http://www.geteilt.de auf Nachfrage von pressetext. Um mehr Verbindlichkeit beim Ausbau des schnellen Webs und ein garantiertes Recht auf Breitband zu fordern, wurde der "Dittrichshütter Appell" an die Bundesregierung übermittelt.

Finnland als Vorreiter

Europäischer Vorreiter in Sachen Internetversorgung ist Finnland. Der skandinavische Staat hat Mitte Oktober vergangenen Jahres angekündigt, seinen Bürgern das Recht auf einen schnellen Breitbandzugang per Gesetz zusprechen zu wollen. Internetprovider sollen demnach mit Anfang Juli dazu verpflichtet werden, den insgesamt 5,2 Mio. Menschen im Land eine Webverbindung mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens einem Megabit pro Sekunde zur Verfügung zu stellen. (pte)

 

ü-strichal
00
"Internetzugang als Menschenrecht"

das menschenrecht, welches dann von anfang an gleich mit "three strikes", vds usw. mit füssen getreten werden wird ...

aber es kann ja schließlich nicht sein, dass es millionen von menschen in europa gibt, die nicht mit der vds überwacht, bespitzelt und eingeschüchtert werden können

Mathias
 
00
Internetzugang wird als Menschenrecht gesehen

Was nützen Menschenrechte, wenn diese nicht eingehalten werden müssen?

ZB Vorratsdatenspeicherung und systematische Überwachung (verfassungswidrige Handlungen) gewünscht wird??

Samhain
00

Wenn es Menschrecht ist, dann müsste es doch gratis sein?

swim to the sea
00

essen

Samhain
00

Grundnahrungsmittelpreise werden durch den Staat geregelt.

Vorratsdatenspeicherung = Verfassungswidrig!
10
nein bitte nicht!

sonst hat jeder voll**** einen zugang!

das steigert nur den spam, die viren und allgemein die gefahren.

ich wäre froh, wenn es einen verpflichtenden netzwerksicherheitskurs gäbe, bevor man einen internet anschluss erstehen darf!

schweinebucht
00
Die Finnen sind schon wieder No.1!

Bravo!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.