Aber China und Dubai springen schon ein
Singapur - Im Atomkonflikt mit dem Iran entfalten die von den
USA angedrohten Sanktionen offenbar ihre Wirkung. Die "Financial Times"
berichtete am Montag, der weltgrößte Benzinhändler Vitol habe seine Lieferungen
an die Islamische Republik eingestellt. Auch Glencore und Trafigura würden seit
einigen Monaten kein Benzin mehr an den Iran liefern. Die drei Händler hatten
bis vor kurzem die Hälfte der iranischen Benzinimporte abgedeckt. Allerdings
hätten Unternehmen aus China und Dubai bereits damit begonnen, ihre
Benzinlieferungen an den Iran aufzustocken, um die Ausfälle zu ersetzen,
berichtete das Blatt weiter. Die Sanktionen dürften dem Iran daher nur begrenzt
schaden.
Das US-Repräsentantenhaus hatte im Dezember den Weg für Energie-Sanktionen
gegen den Iran freigemacht. Die Abgeordneten stimmten Strafen für ausländische
Unternehmen zu, die den viertgrößten Ölexporteur direkt mit Benzin beliefern
oder über Versicherungen und Schiffstransporte indirekt zu den Geschäften
beitragen. Der Iran ist zwar reich an Rohöl, aber wegen mangelnder
Verarbeitungsmöglichkeiten auf ausländische Raffinerien angewiesen. Das Land
muss deshalb 40 Prozent seines Treibstoffbedarfs im Ausland decken.
Der Westen und andere Staaten verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel
seines Atomprogramms an Nuklearwaffen zu arbeiten. Die Islamische Republik weist
dies zurück. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA bzw. IAEO) hat
wiederholt die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Regierung in Teheran
bemängelt und von Hinweisen gesprochen, wonach das Land an der Entwicklung eines
atomaren Raketensprengkopfs arbeiten könnte. (APA/Reuters)