Ein Tag auf Planet Google

9. März 2010, 16:04
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    fotos: derstandard.at/zielina

    Wer sich bei Google umsehen will, wird während der Dauer des Besuchs genau bewacht.

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    Der T-Rex ist so etwas wie das Maskottchen vom Googleplex.

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    In Mountain View wird auch gegärtnert.

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    Fahrräder werden, wie vieles andere, zur Verfügung gestellt. Hier der leere Fahrradständer.

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    Fotos in den Gebäuden sind nicht erlaubt, nur in den Freibereichen. Hier eine Skulptur im "Skulpturengarten".

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    Sport wird großgeschrieben - Hier der Google-eigene Beachvolleyball-Platz.

Beheizte Toilettensitze, Gratis-Essen, "Napping-Stations" und ganz viel Corporate Identity - Eindrücke aus der Google-Zentrale

Eine knappe Autostunde südlich von San Francisco, Kalifornien, liegt das IT-Mekka Mountain View. Zwischen schicken Einfamilienhäusern, geschniegelten Straßen und gestutzten Hecken hat sich Google eine Art Stadt in der Stadt geschaffen: Das Googleplex. Schon der Name ist eine Art Insiderwitz für "Googler", wie sie sich selbst nennen. Er spielt auf "Googolplex" an, die Bezeichnung für die unvorstellbare Zahl 10 googol , also einer 1 mit 10100 Nullen.

Google-Devotionalien

Wer in die Google Avenue einbiegt, steht vor den Toren des riesigen Gebäudekomplexes, in dem der IT-Konzern seinen Hauptsitz hat. Wer die Schwelle überschreitet, ist in einer anderen Welt: Planet Google ist voll mit Google-Devotionalien, Google-Kunst, Google-Logos und sonstigen Corporate-Identity-Nachweisen; ein großes buntes Ganzes aus Bildern, Skulpturen, Zetteln und Sprüchen an den Wänden. Alles soll so aussehen, als wäre es organisch gewachsen und zufällig entstanden, aber irgendwie machen die Räume den Eindruck als wären sie ganz genau durchdesignt und mit Gimmicks befüllt worden.

Bewachte Besucher

Besuchergruppen sind (nach Anmeldung) durchaus willkommen, werden aber akribisch bewacht. Fotos sind im Garten und in den Freiräumen erlaubt, im Inneren der Gebäude aber strengstens verboten. Dass dieses Verbot von den Journalisten auch nicht umgangen wird, dafür sorgt erstens ein der Gruppe zugeteilter Securitymann, der jeden "Ausreißer" freundlich, aber bestimmt zur Gruppe zurückführt - und zweitens ein "Non Disclosure-Agreement", das jeder Besucher am Eingang unterzeichnen muss.

Ein Leben auf dem "Campus"

Ein Guide führt Gruppen durch den Gebäudekomplex, oder zumindest durch Teile davon, denn 100.000 Quadratmeter gehen sich in der vorgegebenen Tourzeit nicht einmal annähernd aus. Das Bild, das Google von sich in der Öffentlichkeit zeichnet, ist wohl durchdacht. Eine Firma, die ihren Mitarbeitern alles gibt - dafür aber auch mehr von ihnen will als "normale" Arbeitgeber. Der Grundgedanke: Jeder Mitarbeiter soll auf dem Campus, wie die Googler ihren Arbeitsplatz nennen, alles vorfinden was er im täglichen Leben braucht.

Zwei riesige Wellnesscenter, fünf Massageräume, vier Fitnesscenter, Ärztezentren mit Medizinern aller Art, Schwimmbecken und Volleyballplätze stehen zur freien Verfügung der Mitarbeiter. Waschküchen und Friseur sowie ein Shuttleservice, das die Mitarbeiter zur Arbeit bringt, sind ebenfalls gratis. Außerdem gibt es "napping stations", in denen der erschöpfte Mitarbeiter - ganz nach japanischem Vorbild - ein Nickerchen machen kann, um sich zu regenerieren.

"We love to collect data"

Eine Sauna gab es auch, aber "die wurde nicht benutzt, also haben wir sie wieder abgeschafft", berichtet der Guide. Wieso man wusste, dass sie nicht angenommen wird? "We love to collect data, and we love to analyze it", lächelt er verschmitzt. Das ist überhaupt ein Satz, der ganz oft vorkommt bei Google: "Wir sammeln gerne Daten. Und wir analysieren gerne Daten". Und dem Datensammeln ordnet sich jeder unter, das geben die Googler unumwunden zu. Wer immer isst, trinkt, Sport macht oder einen Arzt besucht, der registriert sich dabei mit seinem elektronischen Ausweis.

Gratis-Essen rund um die Uhr

Apropos Essen: Größtes Plus für die Mitarbeiter ist aber ohne Zweifel das Gratisessen in rund 14 Lokalen. Vom frisch gegrillten Burger bis zu Sushi, von der Salatbar bis zum Cafe Latte: Essen und Getränke sind überall und jederzeit frei verfügbar. "Seit ich hier arbeite, habe ich aufgehört, einzukaufen", berichtet eine Mitarbeiterin der PR-Abteilung. Und spricht damit einen Punkt an, der wohl dir Kehrseite all der Vorteile ist. Wer bei Google arbeitet, der arbeitet viel und hart. All die Freizeitangebote am Campus verleiten dazu, ein Leben am Arbeitsplatz zu führen. Die Arbeitszeiten seien aber "völlig normal", sagt eine Mitarbeiterin. Um hinzuzufügen: "Manchmal denke ich mir schon: Herrjeh, es wird mal wieder Zeit etwas außerhalb des Campus zu unternehmen".

Google ist überall

Wer Googler ist, ist es mit dem Großteil seiner Zeit, mit Leib und Seele und auch in allen denkbaren Lebenssituationen. Selbst auf den Toiletten, die mit beheizten WC-Sitzen und Luftdüsen zum Trockenpusten alle Stücke spielen, hängt an der Innenseite der Tür eine Arbeitsanleitung für eine neue Formel. Googles Fürsorge hat eben ihren Preis. (Anita Zielina aus Mountain View, derStandard.at, 7.3.2010)

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Google

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 146
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platz, hirsch!
00
11.3.2010, 10:49
ich habe gerade beschlossen,

meinen chrome-browser wieder einzumotten.

t-bonesteak
00
10.3.2010, 14:55
so super...

wahnsinnig beeindruckend...

Fad Im Kopf
02
10.3.2010, 12:58
Teil2 Ich zieh dahin!

Und jaja, Überwachung schön und gut...aber was macht es denn noch für einen Unterschied, ob der Arbeitgeber auch Bescheid weiß???
Wenn man nicht überwacht werden will, dann verreist man wohl besser nicht (Fingerabdrücke auf Reisepässen!?), geht nicht spazieren (Kameraüberwachungen), fährt nicht U-Bahn, verzichtet auf Internetzugang, meldet sich am besten ab, ändert Namen und redet mit niemanden mehr. Man kann es auch übertreiben..entweder lässt man sich darauf ein oder eben nicht. Man MUSS ja nicht im Googledings Volleyball spielen gehen, oder?

youralterego
30
10.3.2010, 13:08
lol

lassen sie mich raten ...

weiblich

ja ?

Fad Im Kopf
05
10.3.2010, 13:19
ja, schon

trotzdem... es geht ja ums Prinzip. Wenn mir eine Firma Zeit und Raum lässt, meine Freizeit auch unter einen Hut zu bekommen, dann bin ich eher bereit viel mehr dafür zu tun. man bekommt etwas dafür zurück, dass man eh den Großteil seiner überhaupt verfügbaren zeit in diesen Räumlichkeiten verbringt.
So was ähnliches gibt es übrigens in Österreich auch...mit Freizeitangeboten, Ärzten und co. Und dort arbeitet es sich doch im Endeffekt um einiges leichter (und ja, auch länger) als in Firmen die Null Unterstützung bieten.

youralterego
71
10.3.2010, 13:27
naja is halt typisch ...

die ganzen punkte die sie anführen sind halt typisch weiblich ... würds in ner firma nur männer geben (richtige männer, keine metros) würd man den ganzen dreck ned brauchen ...
friseur --> weg
sport --> weg --> a bier is besser
ärzte --> brauch man ned ... schon gar ned in der nähe der arbeit, wie kann man da simulieren ...
mobbing --> unter männern gibts streit nur bis zum nächsten bier
i will auch gar keinen arbeitgeber der sich um mich sorgt. der soll mi gfällist in ruhe meine arbiet tun lassen.

fazit: firmen mit hohem frauenanteil brauchen solche leckerlis wohl

Fad Im Kopf
05
10.3.2010, 13:39
achja? sicher??

Hm, na da hab ich schon einige andere Meinungen gehört. Und nur mal so, ich geh mal stark davon aus, dass die auch ne Kneipe haben. Sonst bringt - um ehrlich zu sein- auch der beste Friseur nix, da auch Frauen gerne mal was trinken (außer es passt nicht in Ihr Klischee...) und eben tratschen.
Und... in den Volleyballmannschaften einiger Firmen ist der Männeranteil erstaunlich hoch...aber wahrscheinlich alles "metros" wie Sie meinen. Wo sind nur die echten Männer hin, die einen Schreibtisch und ein Bier zum glücklich sein brauchen???
Und wie gesagt: Sie müssen ja an dem ganzen "metro"-zeug nicht teilnehmen, aber der rest möchte vielleicht doch...

PS: ich weiß scho, männer nennen das nicht mobben, aber wenn man ehrlich ist....

youralterego
60
10.3.2010, 13:50
nennen sie es wie sie wollen

frauen und die verweichlichte männerschaft brauchen so nen schmafu wohl. da stimm ich ihnen vollkommen zu.
richtige männer stellt man mit nem bier und ner großbildleinwand für sportübertragungen zufrieden.
das auch ein grund wieso frauen weniger verdienen. der firma kostet eine frau halt um einiges mehr.

Rautha
00
10.3.2010, 14:27

Hiermit verleihe ich Ihnen die Auszeichnung "Troll des Jahres 2010" ...schon jetzt!

Glaub mit den Aussagen könnten Sie sogar in die (Onine)Zeitung kommen...Stichwort: diestandard, zitrone usw ;-)

Fad Im Kopf
05
10.3.2010, 14:01
aha

Ok, zum letzten Punkt sag ich einfach gar nichts. Denken Sie sich, was Sie wollen.
Aber gut, wenn Männer in Ihrem Sinne das alles nicht brauchen, sollte es Sie eigentlich auch nicht weiter stören, wenn es 1. das Angebot gibt und 2. Frauen und "verweichlichte Männer" es nutzen.

Fazit: Angebot scheint ok - Nutzung nicht notwendig, aber bitte Bier und Großbildleinwand zum Ruhigstellen der richtigen Männer bereitstellen...

struppy granata
02
11.3.2010, 09:36
eigentlich

muss man solchen stumpfsinnigen argumenten nicht antworten, aber sie sind wirklich cool geblieben :)
respekt!

sakreplo
00
10.3.2010, 13:07
...entweder lässt man sich darauf ein oder eben nicht...

...entweder du bist der stasi-mann oder der künftige präventivverdächtige?

Fad Im Kopf
00
10.3.2010, 13:44
ernsthafte Frage?

Schwarz-Weiß, hm? ich finde das sehr krass negativ ausgedrückt. Und darauf fällt mir beim besten Willen keine Antwort (Entscheidung) ein. Weder noch oder vielleicht beides?

Meinetwegen kann es ja sein, dass man "das Ende der Geschichte" so sehen könnte. Aber dann wären sämtliche andere Überwachungen ebenso gefährdet sich in diese Richtung zu entwickeln.

Fad Im Kopf
01
10.3.2010, 12:56
Ich zieh dahin und bewerb mich!

Das ist doch super. Mal ein Arbeitgeber, der sich um seine Mitarbeiter kümmert!
In anderen Firmen wird man angemault, weil man die 30-min Pause überzieht, um in der überteuerten und schlechten Kantine Nahrung zu sich zu nehmen und dort bekommt man das einfach so! Sport, Freizeitaktivitäten, Ärzte und Friseur: Weiter so! Teambuilding statt fadenscheinige Konfliktlösungen - so vermeidet man die schon erwähnte Mobbinggeschichte und co. Man hält seine Mitarbeiter zusammen und bietet Alternativen (ja, wieso auch nicht zum Frustabbau!?). Und man schafft eine Welt in der Privatleben und Berufsalltag kombinierbar sind! In anderen Firmen kommt man monatelang nicht zum Friseur...ich wäre dankbar, wenn wir solche Möglichkeiten hätten!...

Club-der-dichten-Toten
00
10.3.2010, 23:32

Na super.
Und der Arbeitgeber macht das nur aus lauter Spaß an der Freude...
Klar.

Irgendwie schaut das nach den Fabriksgeländen der 1860-er Jahre aus. Es wird geschaut, dass die Arbeiter möglichst das Gelände nicht mehr verlassen.

Nur hat das hier meiner Meinung nach mit anderen Interessen, Meinungen oder vielleicht sogar Kontakt mit Kritikern zu tun.

Google will halt vielleicht einfach nicht, dass seine Mitarbeiter zu viel mit Google-Kritikern zu tun hat und versucht halt, dass die MAs diese gar nicht treffen...

Ned immer glauben, dass die Arbeitgeber nur das Beste wollen.

Mladen Marinkovic
10
10.3.2010, 12:53

Also für mich klingt das wie die Beschreibung einer Firma
im Kommunissmus, die haben auch Verpflegung, Unterkunft, etc inkludiert, nur das sich Google in einem "demokratischen" Staat befindet, das System gleicht jedoch dem kommunisstischen.

ich poste im jahre 2010
 
00
11.3.2010, 16:15

"Kommunismus (vom lateinischen communis = „gemeinsam“) ist eine Ideologie und bezeichnet das politische Ziel einer klassenlosen Gesellschaft, in der das Privateigentum an Produktionsmitteln aufgehoben ist und das erwirtschaftete Sozialprodukt gesellschaftlich angeeignet wird, das heißt allen Menschen gleichermaßen zugänglich ist."

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunismus

und schlecht?

surgeon surgeon
02
10.3.2010, 12:48
Ich kenne ähnliche Firmen in den USA und natürlich wird hier der Big Brother bemüht...

Wenn man ehrlich ist, dann muss man zugeben, dass das Geschimpfe lächerlich ist. Was ist denn unserer europäische Altenative in vergleichbaren Branchen? 10 Stunden am Tag im Büro hocken, im bestenfall eine mittelmäßige Firmenkantine oder jeden Tag Wurstsemmel von der Tankstelle. Aber kein Schläfchen und keine Massage. Kein Tischfussballtische und kein Fitnsessraum. Was im Artikel zB nicht erwähnt wird, ist dass es durchaus üblich ist, Mitarbeitern im Kreativbereich bis zu 30% ihrer Arbeitszeit für Freizeitaktivitäten zur Verfügung zu stellen. Am Woe, Feiertagen und Urlaub sind die Leute genauso zu hause wie allen anderen...

Funk1
00
10.3.2010, 11:50
Leicht OT

Weiß jemand wann oder ob Google in Kronstorf das Datencenter baut? Hab schon länger nichts mehr darüber gelesen.

Angelika70
11
10.3.2010, 11:35

Klingt wie die Zukunftsvision einer Welt, in der ich sicher nicht leben will.

sandor gjalski
02
10.3.2010, 11:35

das ist ja wie big brother deluxe
also ein sklavenplanet wo die sklaven soviel soma bekommen dass sie so brainwashed sind und nicht mehr merken wie ihnen geschieht

schöne neue arbeitswelt

wettma das kommt auch bei uns in 2-3 jahren?

cheers

sandor gjalski
01
10.3.2010, 11:45

wir lieben das datensammel - dann wird ermittelt was jeder gerne isst/ trinkt/freizeitverhalten denkt/fühlt/will - planet lemming der eindimensionale mensch und der abweicht wird geschlachtet oder wie?

und alle machen das selbe = gleichschaltung und null innovation
innovation kommt aus nichtgleichschaltung also aus dem nonkomformismus

surgeon surgeon
00
10.3.2010, 12:43
Ja und was machen wohl

Bipa, Billa, Merkur, Leiner,etc. etc. mit ihren tollen Kundenkarten? Genau beobachten was sie kaufen und wofür sie sich interessieren. Und alle finden es toll...

sandor gjalski
00
10.3.2010, 12:19

ah ja und für die, die sich selbst bestrafen bleibt depression, saufen am wochenende u.ä

schöne alte arbeitswelt

sandor gjalski
00
10.3.2010, 12:16

der sport konsum postings dienen nur zur triebabfuhr, also frustentladung, wirken also systemstabilisierend

die, die nicht bei google arbeiten müssen in der arbeitswelt mobbing betreiben oder tratschen über chef und kollegen - dient dem selben zweck

aber keiner will das system ändern

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