Österreichs Politiker und ihre rassistische Versuchung

Irene Brickner, 8. März 2010, 09:05

Der Europarat erneuert die Kritik am unerträglichen Niveau der "Ausländerdiskussion" in Österreich. Darauf reagiert hat bisher nur die FPÖ

Mahnungen aus Europa sind in Österreich spätestens seit den EU-Sanktionen im Jahr 2000 höchst unbeliebt. Auch der neue, vergangene Woche veröffentlichte menschenrechtliche Befund des Europarats - konkret von dessen Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (Ecri) - ist auf Politikerseite bisher fast völlig unbeachtet geblieben. Vielleicht, weil der Tadel in Lob verpackt ist. Etwa, dass - um ein Beispiel aus der 70-Seitenexpertise herauszupicken - die Polizei ernsthafte Anstrengungen unternehme, rassistische und fremdenfeindliche Verhaltensweisen in den eigenen Reihen zu bekämpfen.

Doch die Ecri-Experten geben - Stichwort Tadel - auch „großer Besorgnis" Ausdruck: nämlich, was das Niveau der öffentlichen Diskussionen über Ausländer und die dazugehörige Politik angeht. Sie stellen in Österreich - nicht zum ersten Mal - ein „beunruhigendes Ausmaß rassistischer und fremdenfeindlicher Äußerungen in der öffentlichen politischen Diskussion" fest.

Diese kämen von den „rechtsextremen Parteien", die „ganz offen Vorurteile gegenüber den Minderheiten, den Zuwanderern, den Flüchtlingen, den Asylwerbern, den Juden und den Muslimen für ihre Zwecke ausnutzen". Aber auch von den „an der Macht befindlichen Parteien und Politikern", die letzteres „nicht energisch genug verurteilen", ja „aus wahltaktischen Gründen der Versuchung nachgeben, auch selbst fremdenfeindliche Klischees zu verwenden". Anstatt Maßnahmen zu setzen, um Parteien mit rassistischen Forderungen zum Beispiel die öffentlichen Förderungen zu entziehen.

Da haben wir sie, diesmal gespiegelt von außen: die „Asylmissbrauchs"-Diskussion, die systematische Drogendealer-Unterstellung gegenüber Afrikanern, die „wir dürfen uns nicht erpressen lassen"-Mentalität angesichts von Abschiebedramen nach langjährigem Aufenthalts im Land, die „Abendland in Gefahr"-Rufe bei jedem Moscheebauprojekt. Alles Inhalte und Forderungen von rechtsaußen, die inzwischen Mainstream sind . Nicht verwunderlich, dass die einzige Reaktion auf die Europaratbesorgnis vom freiheitlichen Europaabgeordneten Franz Obermayr kam: er spricht von „unerträglicher Meinungsschnüffelei". Die österreichische Regierung hingegen, deren umfangreicher „Standpunkt" dem Ecri-Bericht angeschlossen ist, hat zum Thema Diskussionsniveau und rechte Versuchung kein Wort zu sagen. Gar nichts.

 

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 121
1 2 3
dreyfusard
55
12.3.2010, 23:53

meine frage an die poster: wer oder was ist "der ausländer": der deutsche? der franzose? der este? der russe? der türke? der afghane? der us- ami?

interessant dabei ist das der großteil der immigranten deutsche sind;)
werden wir deshalb nun piefkisiert? oder gefällt uns das feindbild islamisierung weiterhin besser?

am besten wärs, wir kämen gut miteinander aus, dann kann ein bereichernder kulturenaustausch stattfinden- egal mit wem.

Frankensteins Fekternich
00

Warum bekommt dieses vernünftige Posting rote Stricherl?

Saliha Anna Nym
00
28.4.2010, 15:13

weil manche die Wahrheit nicht hören wollen ...

klo-heinzi for president
411

das bild mit dem wahlplakat und daneben eine moslemin mit kopftuch ist doch manipulativ:

bitte schön wer ist nicht für abschiebung von asylbetrügern???? was hat das jetzt mit einer moslemin mit kopftuch zu tun???? die wird wahrscheinlich gar keine asylantin sein.

also bitte aufhören mit diesen manipulationen.

seblov
00
15.3.2010, 17:53

Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Ich glaube nicht, dass sich "Ausländer sein" in einer religiösen Überzeugung oder Aussehen ausdrückt obwohl uns das heute so vermittelt wird.
Genau so kann der Deutsche einer sein, der seine Sprache nicht perfekt kann.

di`Luca
31
12.3.2010, 14:45

ihr problem wenn sie sich dadurch manipuliert fühlen. echt jetzt....

Deutscher Imigrant
 
56
Manipulativ

Was genau ist heute denn nicht manipulativ.
z.B. die altbekannte liebe Krone-Zeitung.
3 Millionen leser
das sind fast 50% der Österreicher.
Es gibt keine andere Zeitung die verhältnismäßig gesehen so viel Macht in ihrem Land hat.
Wenn die Krone einen Politiker nicht mag--> weg.
Sie offensichtlich antisemitisch und extrem Ausländerfeindlich.
Einer ihrer Kollumnisten liest z.B. gerne die Texte und reden Hitlers..
Das macht mir persönlich wirklich angst.
Oder andererseits die EU-Frage?
Was passiert, ein realistisch gesehen wenn ALLE Ausländer aus Österreich ausgewisen werden?
Gibt es dann noch ein Österreich?
Ist Österreich nicht ein Vielvölkerstaat?

politisch verfolgt
45
10.3.2010, 16:31
Ist Österreich nicht ein Vielvölkerstaat?

gegenfrage: lebt der liebe alte herr in schönbrunn noch, der "an seine völker" so gerne brieferln geschrieben hat?

Deutscher Immigrant
 
33
10.3.2010, 23:12
nein

zun glück nicht!
doch was hat das damit zu tun?

seblov
22
12.3.2010, 19:17
ja, Geschichte ist Pflicht!

Man kann hier nicht einfach Parteiverbote fordern wie es von der NSDAP so gern gemacht wurde oder die Vergangenheit einfach übergehen!
Wenn sie etwas gegen den alten Mann in der Hofburg haben sind Sie, mein lieber "deutscher Imigrant", auch ein Gegner der volksnahen Politik!
Und wegen solchen Leuten wie Ihnen hier, die sich anscheinend nicht mit der Geschichte des Landes beschäftigen und außernandersetzen in dem sie immigriert sind, bilden sich Vorurteile!

politisch verfolgt
23
12.3.2010, 17:05
"doch was hat das damit zu tun?"

wollen sie sich nicht ein bisserl mit österreichischer geschichte beschäftigen, anstatt hier solche fragen zu stellen?

Aaron Herzfeld
10
15.3.2010, 13:33

... ihr posting ist einfach arrogant und überheblich!

Deutscher Immigrant
 
01
17.3.2010, 08:32
Die Antwort!

Ich beantworte jetzt mal alle von ihnen geschriebenen postings.
1. Wieso sind denn deutsche Zuwanderer die schlimmsten?
2. Warum muss man in einer multikulturellen Gesellschaft deutsch können?
3. Es sind nicht die gleichen Verbote wie zu Zeiten des dritten Reichs sondern es geht um die Verhinderung der aktiven Wiederbetätigung!
4. Was ist denn Arrogant und überheblich?

Ich bin gespannt auf ihre Antworten!

seblov
11
17.3.2010, 15:14

Ich beantworte jetzt Ihre Fragen ohne selbst Fragen zu stellen:
1. Das wurde nirgens gesagt
2. Damit es eine multikulturelle Gesellschaft bleibt
3. Es ging nicht um Verbote sondern darum, dass man nicht einfach eine Partei verbieten kann

tramezzino
00

na geh... wahlplakate sind manipulativ? das ist aber gaaaaanz was neues...

Deutscher Immigrant
 
22
10.3.2010, 08:33
Zusammenhang

Es ging in dem Post nicht darum dass Wahlplakate manipulativ sind sondern darum dass die Frau mit Kopftuch bei dem rassistischem/faschistischem Plakat stehen.
Also geht es bei dieser Manipulation darum dass die Frau die warscheinlich eine Muslimin darstellen soll als Ausländerin dargestellt wird und dadurch warscheinlich für viele ein Feindbild darstellt.

tramezzino
11
10.3.2010, 08:49

wirklich ? ....

Deutscher Immigrant
 
12
10.3.2010, 23:10
ja

versprochen :D

Sag' zum Abschied leise "Euro"
 
71
Toleranz kann man von mir lernen:

Ich habe nichts gegen deutsche Zuwanderer.

di`Luca
10
12.3.2010, 14:46

und grad die sind die schlimmsten ;o)

Die perverse Logik der Rechten
1012
Kann mir einer dieser Patrioten erklären was er besser kann als ein Ausländer ?...

... Kann er höher hupfen - schneller laufen - besser Kopfrechnen - ... Nichts davon kann er . Also woher diese Präpotenz ? Österreich gibts in dieser Form seit 90Jahren und nur Deppen können glauben dass diese Staatsgrenzen ab nun für die Ewigkeit sind (Warum sollte es so sein ?)

Ravenhorst
30
14.3.2010, 16:58
was er besser kann als Ausländer?

DEUTSCH in Wort und Schrift!!!

Frankensteins Fekternich
01
Dieser Mann ist Landtagsabgeordneter!

http://www.youtube.com/watch?v=mQHpkwuwZ3E

Lucky Luke 1988
01
22.3.2010, 14:08
aso?

wie die fekter zB ? "...die ausländer die WAS nicht deutsch können..."

Frankensteins Fekternich
00

Oder der Karl Schwab von der FPÖ?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 121
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.