Reaktionen von KollegInnen

"Mehr als verdient"

8. März 2010, 13:22

Regisseur Tom Tykwer über Christoph Waltz: "Also wenn er den nicht gekriegt hätte, das wäre ja wohl ein Witz gewesen"

Tom Tykwer: "Eine fantastische Leistung"

Für den deutschen Regisseur Tom Tykwer ("Lola rennt", "The International") war der Oscar für Christoph Waltz "so gesetzt, wie ein Oscar nur gesetzt sein kann". Waltz dominiere "Inglourious Basterds" und liefere "so eine fantastische Leistung", sagte Tykwer im Cafe des Artistes in Los Angeles. "Also wenn er den nicht gekriegt hätte, das wäre ja wohl ein Witz gewesen."

Waltz war "ein hundertprozentiger Gewinner, der hätte eigentlich für den besten Hauptdarsteller nominiert werden müssen", lobte Tykwer weiter. "Das war wahrscheinlich die beste Rolle, die er je auf seinem Tisch liegen hatte - und man muss ihm zugestehen, dass er die so fantastisch gestaltet hat, wie das vermutlich kein anderer hingekriegt hätte. Aber dass der Christoph ein toller Schauspieler ist, das wussten wir ja alle schon länger."

Ruzowitzky: "Mehr als verdient"

Freude über den Oscar-Gewinn von Christoph Waltz herrschte auch beim österreichischen Oscar-Preisträger aus 2008, Stefan Ruzowitzky ("Die Fälscher"). "Ich freue mich sehr, nicht nur weil wir uns auch ein bisschen persönlich kennen, sondern ganz abgesehen davon, weil er den Preis für diese Leistung wirklich mehr als verdient", so der Regisseur im Gespräch.

Dazu dass Hanekes "Das Weiße Band" den Auslands-Oscar nicht holen konnte, müsse man sagen, "dass die Academy auch immer wieder etwas zu entdecken haben will", so Ruzowitzky. Nach den vielen bisherigen Auszeichnungen für den Film hätte es diesen Aha-Effekt nun kaum noch gegeben. (APA)

Dachverbands der Filmschaffenden

Den "Triumph eines unterschätzten Industriezweigs", einen "der größten Erfolge der rotweißroten Filmkreativen" und ein "Signal an die österreichische Politik" sieht die österreichische Filmbranche in den Ergebnissen der Oscar-Nacht. Gratulationen gab es sowohl für den Oscar-Gewinner Christoph Waltz als auch für die leer ausgegangenen Michael Haneke und Christian Berger zum "überragenden Erfolg ihrer Arbeit", wie es in einer Aussendung des Dachverbands der Filmschaffenden heißt.

Verband österreichischer Regisseure und Filmproduzenten

Der Verband österreichischer Regisseure (ADA) betont allerdings, dass es sich "dezidiert nicht um vornehmlich österreichische Produkte" handelt. Der Verband der österreichischen Filmproduzenten (AAFP) fordert von der Politik: "Seid auch so gut wie wir!" Für den Direktor des Österreichischen Filminstituts, Roland Teichmann, wäre "eine Gratulation an Waltz als ÖFI etwas raubritterhaft", wie er betonte. "Aber es freut mich natürlich wahnsinnig für ihn."

Waltz' Oscar-Triumph werde "vielleicht auch ein bisschen auf Österreich ausstrahlen", so Teichmann, der darin allerdings keinen Anlass für finanzielle Forderungen sieht. "Es gibt viele andere Gründe, warum wir mehr Geld brauchen können." Für den Dachverband der Filmschaffenden sind die Oscars allerdings "ein eindringlicher Beweis der Wirksamkeit anderer Strategien", in einer Zeit "wo Filmförderung immer wieder absurden wirtschaftspolitischen Legitimationszwängen unterworfen wird". Auch die ADA betont, dass es sich bei Waltz, der seine Chance "exzellent zu nutzen wusste", und Haneke, der seine Trademark "vor allem mit ausländischen Filmfinanzierungen durchzusetzen verstand", in Österreich "um Ausnahmefälle handelt".

Fragen der Filmförderung

"Doch was soll dem Blitzlichtgewitter folgen?", fragt sich der Verband in einer Aussendung. Trotz der Initiativen der "engagierten Kulturministerin" Claudia Schmied und "nun endlich auch des Wirtschaftsministeriums" fehle "nach wie vor eine substanzielle Aufstockung der Basis-Mittel". Das ÖFI müsse aus Geldmangel eine "Vielzahl an lohnenden Projekten" ablehnen. In dieser "Erfolgsstunde des österreichischen Films" dürfe man auf politischer Seite nicht nur "kosmetische Maßnahmen" setzen.

Den "richtigen Weg" in der Filmförderpolitik sieht auch der Produzenten-Verband AAFP, doch bedürfe es für das Filmland Österreich "lobender Worte und angemessener Budgets. Anderenfalls bleiben die realen internationalen Marktchancen ungenutzt." Die Forderung, das ÖFI-Budget auf 20 Millionen aufzustocken, entspreche angesichts der zahlreichen "qualitativ hochwertigen und kommerziellen" Projekt-Einreichungen dem "tatsächlichen Bedarf". Für eine kurzfristige Lösung müsse auch der ORF in die Pflicht genommen werden. "Erfolg ist ein Vogerl, das gerade im Frühling Futter braucht." Neben der Bedarfsdeckung solle man auch "alternative, europäisch erprobte Filmfinanzierungsmöglichkeiten" ins Auge fassen. (APA)

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21 Postings
grenzgaenger
10

hab die nominierung nie verstanden, weil ich ihn immer für den hauptdarsteller des films hielt..schön, daß mir da von kompetenter seite recht gegeben wird

gratis trinken
20

wieso ist er dann in älteren filmen so grottenschlecht.

tramezzino
00

vom typ her ist er halt nicht so ein cooler hund wie der brad pitt.

Chris_SM
01
Tom Tykwer

hat an Inglourious Basterds mitgearbeitet. Er, der mit Tarantino befreundet ist, war der Dialogregisseur für die deutschsprachigen Szenen. Wenn man so wie Tarantino, die Sprache in der gedreht wird, nicht versteht, braucht man Hilfe. Auf das die Schauspieler nicht unbemerkt irgendeinen Schas daherreden...

Selbstverständlich gab es auch einen Dialogregisseur für die französischsprachigen Szenen.

Nevim
00

Interessant. Ich hatte mich in der Tat schon gefragt, wie die deutschsprachigen Dialoge zustande gekommen sind.

c1at
011
wie wird man wer in österreich?

indem man a) weg von hier geht und/oder b) tot ist.

Butterbrotstreichman
02

Also am besten im Ausland sterben!

tramezzino
00

weltberühmt IN österreich ist relativ schwer bei 8,5 mio einwohnern...

Gaviota
00
10.3.2010, 11:44

Liegt in dem Fall nicht nur an der Quantität, sondern auch an der Qualität. ;-)

Martin Major
 
22

"Aber dass der Christoph ein toller Schauspieler ist, das wussten wir ja alle schon länger."

schamloser lügner ...

barchetta97
11

ja jetzt auf einmal haben es alle immer schon gewusst....
ich fand den waltz in diversen tv-filmen früher nicht so berauschend. den oscar hat er aber mehr verdient als jeder andere!

Settembrini
10
Danke. Das ist es.

Mir ist er in früheren TV-Produktionen eher fad vorgekommen. Außerdem schien er immer ein bißchen zu lispeln. Aber in Inglorious Bastards war er beklemmend glaubwürdig.

Ignaz Hronek
01
doch doch

Das konnte man schon wissen, dass Waltz ein ganz hervorragender Schauspieler ist seit langem. Und Herrn Tykwer diesbezüglich der Lüge zu bezichtigen, ist ziemlich sicher großer Unsinn: in der Branche hat Waltz seit vielen Jahren einen hohen Status. Allerdings ist auch wahr, dass er auf einen bestimmten Typus festgelegt war, bei den Deutschen, das wollte er nicht mehr machen. Und ja, die Österreicher haben ihm wohl gar nichts anzubieten gehabt. Eh gut: so hatte er Zeit für Tarantino. Und demnächst Siegmund Freud, das ist sehr fein.

Martin Major
 
00

der "hohe status" hat sich aber seltsamerweise keineswegs in guten rollenangeboten niedergeschlagen. gut, was will man in ö oder d auch schon groß anbieten ...

Asy
00
Ich hab' den Waltz bis "Inglourious Basterds" garnicht gekannt.....

tiqui taca
00
ich hab ihn bis IB für einen deutschen gehalten

aber ich freu mich für ihn für den oscar. nicht weil er österreicher ist, sondern weil er fantastisch spielte. er mach für mich 80% von IB aus.

tramezzino
00

er ist mal vor jahren in berlin am tisch neben gesessen. rein "phonetisch" erkennt man nicht, dass er österreicher ist... das geht beim steinhauer leichter ;-))

Martin Major
 
00

lol - da oide steini :)

dB
00
...

und bist der einziuge hier der das auch zugibt ;-)
Also gut - ich schliess mich an!

Gaviota
00

Wieso? Ich geb's auch zu. Das Gesicht kannte ich schon, aber den Namen nicht.

Voi La
 
00
Ich kenne ihn...

seit er vor zig Jahren in einer Verfilmung des Lebens von Roy Black denselbigen gespielt hat.
Wer hat den TV-Film noch gesehen?

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