Google: Android wird in den Kernel zurückkehren

8. März 2010, 09:03
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Sei nur ein Frage der Zeit - Viel wichtiger sei allerdings ohnehin Orientierung an gemeinsamer Basis

Wer sich ein Android-Smartphone zulegt, setzt damit zu gewissen Teilen auch auf Linux - das freie Betriebssystem bildet die Basis von Googles Angebot für den Mobil-Bereich. Allerdings eine, die der Hersteller massiv angepasst hat, neben dem Fehlen diverser typischerweise zum Linux-Ökosystem gehöriger Tools, hat man auch den Kernel umgemodelt. Bis vor kurzem waren aber zumindest die Android-Treiber noch im offiziellen Linux-Kernel zu finden, mit der Version 2.6.33 flogen sie aber unlängst in einem viel beachteten Akt wieder aus der Code-Basis. Google warte seine Entwicklungen nicht ausreichend, so die Argumentationen der Linux-Maintainer.

Rückkehr

Eine Entscheidung, die allerdings keineswegs eine langfristige Abspaltung der Android-Entwicklung vom Default-Kernel zur Folge haben soll: So zeigt sich Googles Open-Source-Chef Chris di Bona gegenüber ZDNet davon überzeugt, dass die Android-Bestandteile langfristig wieder im Kernel-Tree von Chef-Maintainer Linus Torvalds landen werden. Android sei auch keine stärkere Abspaltung von der offiziellen Code-Basis als es etwas Red Hat Enterprise Linux - oder irgend eine andere Distribution - ist, die ja auch spezifische Patches hinzufügen.

Anlehnen

Der Trick sei, den Unterschied zum Mainline-Kernel möglichst gering zu halten, hier versuche man in Hinblick auf Android noch besser zu werden, bei den eigenen Server- und Desktop-Systemen klappe das bereits recht gut. Anschließend wird man es dann wohl mit einer Neuaufnahme in der Linux-Kernel versuchen - einen konkreten Zeitrahmen für dieses Bestreben will di Bona allerdings nicht angeben, "innerhalb der nächsten Jahre" gibt er sich vage.

Konkretes

Prinzipiell sei aber ohnehin ein anderer Punkt viel wichtiger, nämlich der, ob man die eigenen Entwicklungen weiter ausgehend vom offiziellen Kernel betreiben werde - und hier sei Googles Antwort ein klares "Ja". (apo, derStandard.at, 08.03.10)

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